{"id":3644,"date":"2014-03-22T09:35:40","date_gmt":"2014-03-22T09:35:40","guid":{"rendered":"http:\/\/snaedis-auf-reisen.de\/?p=3644"},"modified":"2014-03-22T09:35:40","modified_gmt":"2014-03-22T09:35:40","slug":"so-wenig-wie-irgend-noetig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.snaedis-auf-reisen.de\/?p=3644","title":{"rendered":"So wenig wie irgend n\u00f6tig"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_3658\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/snaedis-auf-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/2014.03.22-01.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3658\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-3658\" alt=\"Downsizing f\u00fcr mehr Performance\" src=\"http:\/\/snaedis-auf-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/2014.03.22-01-300x173.jpg\" width=\"300\" height=\"173\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3658\" class=\"wp-caption-text\">Downsizing f\u00fcr mehr Performance<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">DIGGER Hamburg hat ein neues Projekt. Die Entwicklung eines 24&#8242; Kleinkreuzers, die <strong>Bente 24<\/strong>. Ein modernes &#8222;Folkeboot&#8220;, mit dem DIGGER Gew\u00e4sser jenseits der Ostsee befahren will. Vielleicht bis Sizilien?\u00a024-25 Fu\u00df, &#8222;schnell&#8220;, &#8222;hochseetauglich&#8220;, &#8222;simpel&#8220;, &#8222;sexy&#8220;, &#8222;bezahlbar&#8220;, so stellen sich Alexander Vrolijk und Stephan Boden die Yacht ihrer W\u00fcnsche vor. Die Umsetzung hat begonnen.\u00a0Auf Facebook hat DIGGER eine Gruppe er\u00f6ffnet, f\u00fcr Fragen, Anregungen, Kritik. Sehr spannend. Was da wohl f\u00fcr Anregungen kommen? Und was wird davon realisiert? Und wie?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Idee von DIGGER ist ein Design hochsetauglich nach Kat. B, aber die Erwartungen der Facebook-Gruppenmitglieder sind durchaus vielf\u00e4ltig. Der eine m\u00f6chte ein traditionelles Tourenschiff, der n\u00e4chste einen Racer. Der eine favorisiert einen rassigen Daysailor f\u00fcr die K\u00fcste, der n\u00e4chste lieb\u00e4ugelt mit einem Design geeignet f\u00fcr Binnenreviere. Der Wunsch ein sportliches Boot zu bekommen scheint zu \u00fcberwiegen. Festkiel, Hubkiel und Kielschwertversionen werden diskutiert. Cockpit geschlossen oder nach achtern offen? Einbaumotor, Au\u00dfenborder oder Elektroantrieb? Angeh\u00e4ngt oder im Schacht? Einfach- oder Doppelruderanlage? Sollte das Boot nicht doch lieber ein echtes Trailerboot werden? Stehh\u00f6he und Nasszelle tauglich f\u00fcr 2 m Menschen? Und vereinzelt der zaghafte Einwurf, ob mann denn f\u00fcr ein paar Minuten Gleitfahrt die ganze restliche Zeit dem platten Surfbrettboden viel Komfort opfern m\u00f6chte&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Interessanterweise fehlt bei dieser ganzen Diskussion &#8211; und der Grund daf\u00fcr d\u00fcrfte sein, dass die meisten, die sich in der Diskussion zu Wort melden, auf Binnenrevieren oder im K\u00fcstenbereich der Ostsee segeln &#8211; das Stichwort Seet\u00fcchtigkeit. Ich bin mir sicher, diese Diskussion w\u00fcrde in England und Frankreich, wo die Tourensegler im Englischen Kanal, \u00a0an den K\u00fcsten der Biskaya und in der Irischen See (Stichwort Fastnet 1979) unterwegs sind, anders gef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie soll denn dieses neue Boot nun tats\u00e4chlich aussehen? \u00dcberrascht von den zahlreichen Forderungen nach Einbaudiesel, Stehh\u00f6he und Nasszelle stellt DIGGER die provokante Frage, worauf es beim Segeln ankommt: 1. &#8222;stehen&#8220;? 2. &#8222;motoren&#8220;? 3. &#8222;schei\u00dfen&#8220;? oder 4. &#8222;segeln&#8220;?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwei Klicks f\u00fcr &#8222;stehen&#8220;, ein Klick f\u00fcr &#8222;motoren&#8220;, vier Klicks f\u00fcr &#8222;schei\u00dfen&#8220; und 42 Klicks f\u00fcr &#8222;segeln&#8220; &#8211; und \u00fcber 700 Gruppenmitglieder, die sich gar nicht dazu \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach ein paar Tagen scheint der Austausch \u00fcber die Designmerkmale schon festgefahren zu sein und ich habe inzwischen eine Idee davon, wie schwer es f\u00fcr eine Werft ist, Vorgaben bei der Neuentwicklung eines Bootes zu machen. Welche Zielgruppe will man denn eigentlich ansprechen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Schnell&#8220; und &#8222;sexy&#8220; soll das Boot sein. Wer schnell segeln will, segelt auch gerne Regatten. Welche Klassen nehmen an MAIOR, der Kieler Woche und an anderen gr\u00f6\u00dferen Regatta-Events teil? Albin Express, Folkeboot, J\/24, J\/70, J\/80, Melges 24, Platou 25, X-79 und X-99 finde ich auf der Webseite des KYC. Nicht mit allen diesen Booten verbinde ich die Attribute &#8222;schnell&#8220; und &#8222;sexy&#8220;, aber mit den meisten dieser Booten kann man auch problemlos Touren segeln. Sind das Designs, mit denen die <em><strong>Bente 24<\/strong><\/em> konkurrieren soll?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Schnell&#8220; und &#8222;sexy&#8220;, aber auch &#8222;hochseetauglich&#8220; soll das Boot sein. Ein Folkeboot mit selbstlenzendem Cockpit ist sicher uneingeschr\u00e4nkt hochseetauglich, aber weder &#8222;schnell&#8220; noch &#8222;sexy&#8220;. DIGGER hat die Spaekhugger und die Shark 24 erw\u00e4hnt, die ihm sehr gefallen. Auch Boote, mit denen erfolgreich weite Reisen gemacht worden sind, aber inzwischen &#8222;modern Classics&#8220; und nicht mehr wirklich &#8222;sexy&#8220;. Auch wenn z.B. die J\/80 nach Kat. B zertifiziert ist, w\u00fcrde ich sie gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig nicht mit dem Attribut &#8222;hochseetauglich&#8220; belegen. Das Cockpit der J\/80 ist zu lang, die Kaj\u00fcte zu klein. Das ganze Layout ist zu sehr auf Dreiecksregatten mit 4-5 Personen Besatzung ausgelegt. Ein &#8222;hochseetaugliches&#8220; Boot, auf dem man mit kleiner Besatzung unterwegs bin, muss auch <em><strong>einhandtauglich<\/strong><\/em> sein, wenn man nachts durchsegelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Schnell&#8220;, &#8222;hochseetauglich&#8220;, &#8222;simpel&#8220; und &#8222;sexy&#8220;, fast alles\u00a0das, was DIGGER und Alexander Vrolijk anpeilen, wird in Frankreich schon gebaut &#8211; nur nicht in 24-25 Fu\u00df. Ich meine die Pogo 30. In der YACHT 14\/2013 ist die Idee dahinter sehr sch\u00f6n beschrieben. <em>Normalerweise wird alles gr\u00f6\u00dfer: Abmessungen, Funktionsumfang, Komfort, Gewicht. So gesehen ist die Pogo 30 geradezu verr\u00fcckt, jedenfalls entschieden unnormal. Die Werft hat eine fast schon verst\u00f6rende Konsequenz im Weglassen kultiviert. Performance ist der einzig erlaubte \u00dcberfluss. Keine Schapps unter der Kaj\u00fctdecke, zu viel Gewicht hoch im Schiff. Positionslaternen am Heckkorb spart Kabelgewichte. Rutschhemmende Bodenbel\u00e4ge statt Bodenbretter. Keine T\u00fcren, nur Stoffbahnen zur Abtrennung der Kabinen. Eingeschr\u00e4nkte Stehh\u00f6he &#8211; Primat des tiefen Massenschwerpunktes. Bei einem leichten Boot, bleiben auch die Lasten gering, das spart Gewicht. Simpel und leicht, reduziert und konzentriert &#8211; das ist der Katechismus bei Pogo. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie war das?\u00a0Mehr Speed durch h\u00f6here Geschwindigkeit \ud83d\ude00<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Thema &#8222;bezahlbar&#8220; und &#8222;speed&#8220; wird man Kompromisse mache m\u00fcssen, denn das wird auch klar aus dem YACHT Artikel \u00fcber die Pogo 30. Leichtbau und Genaufertigung sind teuer. Wenn die <em><strong>Bente 24<\/strong><\/em> &#8222;bezahlbar&#8220; sein soll, wird sie ein kleines bisschen weniger &#8222;schnell&#8220; und weniger &#8222;sexy&#8220; sein. Aber nur so kann die <em><strong>Bente 24<\/strong><\/em> aussehen. Downsizing. F\u00fcr mehr Performance.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DIGGER Hamburg hat ein neues Projekt. Die Entwicklung eines 24&#8242; Kleinkreuzers, die Bente 24. Ein modernes &#8222;Folkeboot&#8220;, mit dem DIGGER Gew\u00e4sser jenseits der Ostsee befahren will. 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