{"id":4243,"date":"2015-02-28T22:14:33","date_gmt":"2015-02-28T22:14:33","guid":{"rendered":"http:\/\/snaedis-auf-reisen.de\/?p=4243"},"modified":"2015-02-28T22:14:33","modified_gmt":"2015-02-28T22:14:33","slug":"rumpfgeschwindigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.snaedis-auf-reisen.de\/?p=4243","title":{"rendered":"Rumpfgeschwindigkeit"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_4258\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/snaedis-auf-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/2015.02.28-01.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4258\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-4258\" src=\"http:\/\/snaedis-auf-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/2015.02.28-01-300x225.jpg\" alt=\"Wellenbildung bei &quot;Rumpfgeschwindigkeit&quot;\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.snaedis-auf-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/2015.02.28-01-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.snaedis-auf-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/2015.02.28-01.jpg 641w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4258\" class=\"wp-caption-text\">Wellenbildung bei &#8222;Rumpfgeschwindigkeit&#8220;<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Thread auf Facebook in der Gruppe &#8222;EINHANDsegler &amp; EINHANDsegeln&#8220; verf\u00fchrte mich, dazu mal etwas zu schreiben &#8211; zum Thema &#8222;Rumpf-geschwindigkeit&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder Segler kennt die Formel, wie man sie berechnet: die &#8222;Rumpfgeschwindig-keit&#8220; [kn] = 2.43 x Wurzel aus LWL (&#8222;L\u00e4nge in der Wasserlinie&#8220; [m]). Bei der SNAEDIS ist die L\u00e4nge in der Wasserlinie genau 9 m, und die Rumpfgeschwindig-keit betr\u00e4gt demzufolge 7.3 kn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter &#8222;Rumpfgeschwindigkeit&#8220; versteht man allgemeinhin die Geschwindigkeit, die ein Fahrzeug mit Verdr\u00e4ngerrumpf nicht \u00fcberschreiten kann, weil ab dieser Geschwindigkeit der Str\u00f6mungswiderstand stark ansteigt. So oder \u00e4hnlich wird die &#8222;Rumpfgeschwindig-keit&#8220; in der entsprechenden Fachliteratur definiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Englischsprachigen Segelliteratur findet man \u00e4hnliche Formeln zur Absch\u00e4tzung der &#8222;Rumpfgeschwindigkeit&#8220;. Chichester zum Beispiel schreibt in seinem Buch \u00fcber seine Weltumseglung: &#8222;Jedes Schiff sollte auf eine Geschwindigkeit (in Knoten) kommen, die dem 1.3fachen der Quadratwurzel aus der Wasserlinienl\u00e4nge (in Fu\u00df) entspricht&#8220;, und &#8222;Eine nur auf Geschwindigkeit gebaute Jacht, wie etwa ein Rasse-&#8222;Zw\u00f6lfer&#8220;, kann eine H\u00f6chstgeschwindigkeit erreichen, die dem 1.5fachen der Quadratwurzel aus der Wasserlinienl\u00e4nge entspricht&#8220;. F\u00fcr die SNAEDIS erg\u00e4be sich demnach eine Rumpfgeschwindigkeit von wenigstens 7.1 kn (mit Faktor 1.3) und h\u00f6chstens 8.2 kn (mit Faktor 1.5).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier wird also schon einmal differenziert zwischen durchschnittlichen Booten (jedes Boot) und &#8222;Performance Booten&#8220; (Rasse-&#8222;Zw\u00f6lfer&#8220;). Offensichtlich ist die &#8222;Rumpfgeschwindig-keit&#8220; also nicht einfach nur von der L\u00e4nge in der Wasserlinie abh\u00e4ngig, sondern auch davon, ob ein Boot &#8222;auf Geschwindigkeit gebaut ist&#8220;, oder eben nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein einfacher Verh\u00e4ltniswert, der aber viel \u00fcber das Potential eines Bootes aussagt, ist der sogenannte &#8222;Schlankheitsgrad&#8220;. Der &#8222;Schlankheitsgrad&#8220; ist die &#8222;L\u00e4nge in der Wasserlinie&#8220; [m] geteilt durch die dritte Wurzel aus der &#8222;Verdr\u00e4ngung&#8220; [m\u00b3]. Je l\u00e4nger die Wasserlinie im Verh\u00e4ltnis zur Verdr\u00e4ngung, bzw. umgekehrt, je weniger Verdr\u00e4ngung im Verh\u00e4ltnis zur L\u00e4nge in der Wasserlinie, desto schlanker die Form (&#8222;Schlankheitsgrad&#8220;), und desto geringer der Str\u00f6mungswiderstand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein traditioneller Colin Archer (40 ft LOA, 17-20t Verdr\u00e4ngung) hat einen Schlankheitsgrad von etwa L\/V<sup>(1\/3)\u00a0<\/sup>= 4. Cruiser\/Racer aus den 70er\/80er Jahren (40 ft LOA, 9-10 t Verdr\u00e4ngung) liegen bei etwa\u00a0L\/V<sup>(1\/3)\u00a0<\/sup>= 5, heutige Performance Cruiser (40 ft LOA mit ungef\u00e4hr 7 t Verdr\u00e4ngung) bei etwa L\/V<sup>(1\/3)\u00a0<\/sup>= 6 und reinrassige moderne Rennmaschinen wie die J\/125 oder Open 40 (40 ft LOA mit weniger als 4 t Verdr\u00e4ngung) kommen auf bis zu\u00a0L\/V<sup>(1\/3)\u00a0<\/sup>= 8.<\/p>\n<div id=\"attachment_4261\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/snaedis-auf-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/2015.02.28-02.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-4261\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-4261\" src=\"http:\/\/snaedis-auf-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/2015.02.28-02-300x225.jpg\" alt=\"Klassischer Verdr\u00e4nger bei &quot;Rumpfgeschwindigkeit&quot;\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.snaedis-auf-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/2015.02.28-02-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.snaedis-auf-reisen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/2015.02.28-02.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4261\" class=\"wp-caption-text\">Klassischer Verdr\u00e4nger bei &#8222;Rumpfgeschwindigkeit&#8220;<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die &#8222;Rumpfgeschwindigkeit&#8220;, die traditionelle Verdr\u00e4nger nicht \u00fcberschreiten k\u00f6nnen, resultiert aus der \u00dcberlagerung von Bug- und Heckwelle. Bei &#8222;Rumpfgeschwindigkeit&#8220; \u00fcberlagert sich der zweite Wellenberg der Bugwelle mit der Heckwelle so, dass sich die beiden Wellenberge addieren. Steigert man die Geschwindigkeit weiter, f\u00e4ngt das Boot an zu &#8222;steigen&#8220;, das Heck sinkt ab und die Heckwelle wird steiler und bricht. In diesem Zustand steigt der Wellenwiderstand besonders steil an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Moderne leichte Bootsformen haben nicht nur statisch eine geringere Verdr\u00e4ngung, sondern auch in Fahrt m\u00fcssen sie weniger Wasser &#8222;zur Seite schieben&#8220; (verdr\u00e4ngen). Die flachen, breiten Hecks erzeugen bei Fahrt kaum bzw. eine viel flachere Heckwelle als traditionelle Formen. Beides f\u00fchrt dazu, dass Bug- und insbesondere die Heckwelle bei weitem nicht so viel Wasservolumen aufweisen und sich bei gleicher Geschwindigkeit auch nicht so steil aufstellen, wie beim traditionellen Verdr\u00e4nger. Dadurch k\u00f6nnen die modernen, leichten Formen sehr viel h\u00f6here Geschwindigkeiten erreichen, als traditionelle Segelyachten. Die Geschwindigkeiten entsprechen eher denen von &#8222;Halbgleitern&#8220; oder &#8222;Gleitern&#8220;, die man eigentlich nur von Jollen oder Motorbooten her kennt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00fcbliche Formel zur Absch\u00e4tzung der h\u00f6chsten, \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum erreichbaren Geschwindigkeit kann man auch f\u00fcr moderne Formen anwenden, wenn man den Faktor &#8222;2.43&#8220; variiert. Vielleicht so:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: 'Georgia',serif; color: #444444;\">v [kn] = 2.35 x Wurzel aus LWL [m] &#8212; f\u00fcr\u00a0L\/V<sup style=\"bottom: 1ex;\">(1\/3)\u00a0<\/sup>= 4<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: 'Georgia',serif; color: #444444;\">v [kn] = 2.55 x Wurzel aus LWL [m] &#8212; f\u00fcr\u00a0L\/V<sup style=\"bottom: 1ex;\">(1\/3)\u00a0<\/sup>= 5<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: 'Georgia',serif; color: #444444;\">v [kn] = 2.95 x Wurzel aus LWL [m] &#8212; f\u00fcr\u00a0L\/V<sup style=\"bottom: 1ex;\">(1\/3)\u00a0<\/sup>= 6<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: 'Georgia',serif; color: #444444;\">v [kn] = 3.60 x Wurzel aus LWL [m] &#8212; f\u00fcr\u00a0L\/V<sup style=\"bottom: 1ex;\">(1\/3)\u00a0<\/sup>= 7<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-family: 'Georgia',serif; color: #444444;\">v [kn] = 4.50 x Wurzel aus LWL [m] &#8212; f\u00fcr\u00a0L\/V<sup style=\"bottom: 1ex;\">(1\/3)\u00a0<\/sup>= 8<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich haben noch viel mehr Faktoren einen Einflu\u00df auf die erreichbare Geschwindigkeit. Die vorhandene Segelfl\u00e4che, die Stabilit\u00e4t des Bootes, die Windst\u00e4rke, der Kurs zum Wind, und nat\u00fcrlich die Bootsform selbst. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-align: justify;\">Moderne Boote mit wenig Gewicht und flachen Formen \u00fcberschreiten nicht ihre &#8222;Rumpfgeschwindigkeit&#8220; &#8211; ihre &#8222;Rumpfgeschwindigkeit&#8220; (als die h\u00f6chste, \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum erreichbare Geschwindigkeit) ist nur (viel) h\u00f6her als bei traditinellen Verdr\u00e4nger-Formen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die kurzzeitige, im Surf erreichbare Geschwindigkeit, kann leicht um 50% h\u00f6her liegen. Im hohen Seegang mit gen\u00fcgender Segelfl\u00e4che auch um 75% bis 100% h\u00f6her.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Thread auf Facebook in der Gruppe &#8222;EINHANDsegler &amp; EINHANDsegeln&#8220; verf\u00fchrte mich, dazu mal etwas zu schreiben &#8211; zum Thema &#8222;Rumpf-geschwindigkeit&#8220;. 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