Am Wochenende war ich wieder (wie im vergangenen Jahr) mit meinen beiden Schulfreundinnen Susann und Britta unterwegs. Eingentlich hatten wir noch vorgehabt, unseren Schulfreund Ingebert zum mitkommen zu motivieren, aber er konnte sich zu dem Termin nicht frei machen. Schlei? Sonderburg? Marstal? Bei dem angesagten ESE-Wind am Samstag und E-Wind am Sonntag schien mir Marstal am günstigsten. Außerdem war ich schon so oft in der Schlei in dieser Saison. Zunächst hoch am Wind, später mit einem guten Schrick, steuerte uns Susann durch die Wellen gen Dänemark. Bis auf ein paar Spritzer kam auch kaum Wasser ins Cockpit, bis ein „Tsunami“ das Boot genau so traf, dass eine riesige Menge Wasser vom Vorschiff hochgeschleudert wurde und genau über uns Dreien im Cockpit wieder niederging. Drei patschnasse Gestalten im Cockpit. WOW!
Wir waren schnell in Marstal, genossen die Sonne im Cockpit (es dauerte noch einige Zeit, bis wir wieder getrocknet waren), erfreuten uns am Hafenkino, machten einen Spaziergang zum Hafenmeister (ich schön langsam mit meiner „Innenband-Insuffizienz“). Ich erzähle vom Buch „Wir Ertrunkenen“, das ja hier in Marstal während der Ära der Frachtschiffsegler spielt. Ertrunkene Männer, verwitwete Ehefrauen, die ihre Kinder groß ziehen mit der Gewissheit, dass die Söhne den Fußstapfen ihrer Väter folgen und auch ertrinken werden. Regelrechter Krieg zwischen Lehrer und Schülern. Krasse Schilderungen, aber ein tolles Buch. Danach beginnen wir, mit Unterstützung durch eine Flasche Rotwein, das Abendessen vorzubereiten. Ravioli in einer Basilikum-Tomatensauce, mit reichlich Zwiebeln und Schinkenwürfel, dazu Parmesan. Vorher einen leckeren Tomatensalat mit Mozarella. Mmmmh, lecker!
Am Sonntag etwas mehr Wolken, etwas mehr Wind (das Großsegel heute vorsichtshalber mit dem 1. Reff gesetzt), aber der Kurs etwas raumer als gestern. Keine unberechenbaren Tsunamis, dafür entspanntes Segeln und intensive Gespräche. Über die gemeinsame Schulzeit, Erinnerungen an Klassenfahrten, meinen an Krebs erkrankten Bruder, zerbrochene Beziehungen und viele Kindheitserinnerungen. Zurück in Strande lädt Susann uns nach dem Aufklaren noch auf ein leckeres Fischbrötchen ein, danach müssen die Beiden sich schon wieder auf den Heimweg machen. Susann muss Ihren Flug nach Mainz erreichen. So schnell ist ein sehr intensives Wochenende wieder vorüber. Aber wir freuen uns schon wieder auf eine Wiederholung im nächsten Jahr 🙂


