Oh je, nachts hören wir es schon. Es schüttet wie aus Eimern. Vorluk zu, Oberlicht zu, und am Niedergang das Schiebeluk zu und ein Steckschott rein. Die ganze Reling hängt voller Handtücher und Badeklamotten zum trocknen. Die werden jetzt mit feinstem Regenwasser sauber gespült. Der Wetterbericht von heute morgen sagt für vormittags „DZ“ an, „Drizzle“, auf Deutsch Nieselregen. Soso! Bis 15 Uhr liegen wir auf den Kojen, lesen in unseren Büchern, verrammeln den Niedergang als der Wind kurzzeitig auf W dreht und den Regen meterweit ins Boot bläst, und lauschen dem „Drizzle“. Eigentlich ein sehr schönes Wort, man hört geradezu, wie der Regen an Deck „drizzelt“.
Nachmittags bricht die Bewölkung auf, die Sonne kommt heraus. Alle Luken auf, durchlüften. Polster und Ölzeug (für den Gang zu den Waschräumen) trocknen. Was so ein bisschen blauer Himmel gleich ausmacht. Ein Rundgang durch den Hafen, die Kinder gehen am Strand baden und danach duschen, Abendessen Nudeln mit Pesto, dazu ein Glas Rotwein im Cockpit. Viele Boote laufen heute ein, trotzdem ist der Hafen noch nicht ganz voll. Ein alter Eintonner vom Typ „Optimist“ mit kupiertem Heck läuft ein. Ob das die ehemalige MEX von Klaus Hehner ist? Dem ersten Deutschen, der ernsthaft an den großen Einhandregatten wie OSTAR oder TRANSPAC teilnahm?

