Ich bin schon um 7 Uhr wach. Wie schön, dann kommen wir ja zeitig los – und Mara wird genervt sein. Schnell gefrühstückt, geduscht und die Kuchebude abgebaut haben wir schon gestern. Um 8:45 Uhr sind die Leinen los – so früh waren wir noch nie. Gestern habe ich noch in Wilfried Erdmanns „Skandinvische Acht“ gelesen, um fünf Uhr auslaufen, nach sieben Stunden im nächsten Hafen, dann gemütlich frühstücken. Mara sieht mich erschrocken an. Nein, für mich wäre das keine alternative Tagesplanung. Hoch am Wind kommen wir gerade aus der Ebeltoft Vig heraus. Mit uns sind ein älterer Katamaran und eine kleine Ketsch ausgelaufen, die müssen beide noch einen Schlag machen. In Richtung Tunö können wir einen kleinen Schrick in die Schoten geben. Der Wind wird etwas mehr und ich binde vorsichtshalber ein Reff ins Großsegel. Hinter Tunö wird es etwas schaukeliger und Mara verabschiedet sich in ihre Koje. Es fängt an zu regnen und der böige Wind macht es „Chantal“ schwer. Eine Zeit lang steuere ich selber, da ich sonst ständig am justieren bin, um die sich rasch ändernde Luvgierigkeit auszugleichen. In Höhe Juelsminde regnet es so stark, dass man kaum noch etwas sehen kann. Gut, dass noch ein größeres Boot in Lee ist, dann ist es bei uns auf jeden Fall tief genug, als wir das Björnsknude Rev passieren.
Von achtern komt langsam eine „Ylva“ auf, einer dieser schmalen Dänischen Bleistifte. Etwas weggerollte Genua und ein Reff im Groß. Der Wind nimmt langsam ab, und der Däne rollt seine Genua ganz aus. Ich reffe auch aus, aber die „Ylva“ (12 m lang) kann ich natürlich doch nicht halten. Mit halben Wind laufen wir auf den Leuchhturm von Strib zu. Als es langsam enger wird, merkt man deutlich dass hier heute ordentlich Strom steht, natürlich nach Nord setzend. Zum Teil machen wir nur noch drei Knoten über Grund, obwohl wir noch 5-6 kn durchs Wasser laufen. Der Däne mit der „Ylva“ zeigt uns, wo man hier am besten gegen den Strom segelt. Gut zu wissen, auch für das nächste „SilverRudder“. Um 19 Uhr laufen wir in den Yachthafen von Middelfart ein. An den Brückenköpfen stehen Schilder, wie groß die Boxen sind, prima. 11 m x 3 m, so schmale Boote gibt es ja kaum noch, da finden wir bestimmt noch einige freie Boxen. So ist es. Jetzt schnell noch etwas essen, und die feuchten Klamotten trocknen. Und dann ab in die Koje.

