Alle-Wetter

Pfingsten hatte ich mich mit Mexi aus Dänemark verabredet. Vor zwei Jahren waren wir schon einmal über das lange Wochenende zusammen unterwegs. Da sie nur Sa/So Zeit hatte, segelte ich ihr am Freitag nach Sonderburg entgegen, und war auch am Montag auf dem Rückweg einhand unterwegs.

Kurs Nord - und dann immer geradeaus!

Kurs Nord – und dann immer geradeaus!

Kurz nach 8 Uhr war ich am Freitag am Boot, kurz vor 9 Uhr schon unterwegs. Südlicher Wind 4-5 Bft, da würde ich ja schnell in Sonderburg sein. Bis zum Sperrgebiet vor Damp ist es etwas spitz für den Gennaker, aber dann kann ich etwas abfallen. Vielleicht etwas viel Wind einhand? Aber der Wind soll ja im Laufe des Tages etwas abflauen. Und Lust hätte ich schon, also hoch mit dem Teil. 8.5 kn konstant – cool. Als wir an Schleimünde vorbei sind, kommen von Land dunkle Wolken aufgezogen. Oh-oh! Von wegen, abnehmend – wird windiger. 9 kn, 9.5 kn, über 10 kn – und das im glatten Wasser! Ganz schön luvgierig das Boot, jetzt könnte ich jemanden gebrauchen, der Groß- und Gennakerschot aus der Hand fährt. In den Böen falle ich etwas ab. Guter Kurs nach Söby, aber nicht nach Sonderburg. Also doch wieder das bunte Vorsegel weg. Hinter Kalkgrund briest es weiter auf, so dass ich noch das 1. Reff einstecken muss. In Sonderburg sehe ich beim Hafenmeister, Böen bis 7 Bft, wie beim Ansegeln. Eineinhalb Stunden später ist Mexi da. Weil es im Hafen so pfeift wollen wir heute nicht mehr segeln, machen stattdessen einen Spaziergang in die City. Abends gibt es eine leckere Nudelpfanne mit Rejer und Wokgemüse.

Abends in Söby - tolle Farben :-)

Abends in Söby – tolle Farben 🙂

Am Pfingstsamstag ist Flaute, aber Sonne. Nach der Wettervorhersage soll der Wind (wenn überhaupt) aus westlichen Richtungen kommen. Mexi war noch nie in Söby, dann ist das doch ein gutes Ziel für heute. Kurz vor LT Kegnäse kommt etwas Ostwind (!) auf und wir beginnen zu kreuzen. Später dreht der Wind auf NE und als wir vor Mommark sind, schläft der Wind wieder ein. Wir dösen in der Sonne (bzw. suchen dazu den Schatten), beobachten ein Seismic Forschungsschiff wohl bei der Erprobung (oder wird hier nach Öl gesucht??) und genießen das tolle Wetter. Um 15 Uhr Segel weg, Motor an. In Söby sind noch viele Boxen frei und wir haben kein Problem einen Platz zu bekommen. Der Hafenmeister ist ein lustiger Vogel, es macht Spaß mit ihm zu klönen und beim Kassieren zu beobachten. Abends kleiner Rundgang durch den Hafen und die Gemeinde, danach gibt es eine leckere Pilzpfanne mit Schafskäse und einen grellbunten, stimmungsvoll kitschigen Sonnenuntergang. Was will man mehr?

Schweinswale im Kielwasser

Schweinswale im Kielwasser

Pfingstsonntag Ausschlafen bis zum wach werden. Gewitterschauer und leckere frische Brötchen zum Frühstück, halb 11 Uhr auslaufen. Der angesagte Ostwind ist da und raumschots geht es zurück in Richtung Sonderburg. Auf halbem Weg zwischen Skjoldnäs und Gammel Pöl ein Schnaufen hinter mir – ein Schweinswal. Es sind sogar zwei, die uns 10-15 min begleiten, mal auf der Backbord Seite in der Heckwelle, mal auf der Steuerbordseite. Anders als Delfine habe ich Schweinswale noch nie in der Bugwelle spielen sehen. Aber so lange und so dicht bin ich Schweinwalen selten begegnet. Uns gelingen sogar Film- und Fotoaufnahmen. Nachmittags sind wir in Sonderburg zurück, Mexi macht noch ein leckeres Omlette und sich dann wieder auf den Weg nach Hause. Duschen, Abwaschen, den Wassertank füllen, die Segellatten checken (die oberste ist fast ganz vorne durchgebrochen) und provisorisch schienen, die ZEIT lesen, durch den Hafen schlendern, den Rest Wein genießen und beim Sonnenuntergang etwas weinselig an meine Liebsten denken.

Halber Wind, 3-4 kn, herrlich!

Halber Wind, 3-4 kn, herrlich!

Wenig Wind aus östlichen Richtungen ist angesagt. Könnte ein langer Tag werden der Pfingstmontag, um 9 Uhr bin ich schon unter Groß und Gennaker in Richtung Strande unterwegs. 10 Uhr bei Kalkgrund Gennaker ↓ G3 ↑ , um 11 Uhr G3 ↓ Gennaker ↑ , 13 Uhr Gennaker ↓ G3 ↑ , 14 Uhr an der Tonne rechts oben am Sperrgebiet G3 ↓ Gennaker ↑. So, nun reicht es aber mit den Segelmanövern. Den Rest des Tages fass ich kein Segel mehr an. Der Wind reicht nur so für 3-4 kn, sodass wir fast genau doppelt so lange untwerwegs sind, wie am Freitag (da habe ich nur viereinhalb Stunden gebraucht). Gemütlich aufklaren, noch an Bord zu Abend essen, bloß nicht zu früh auf die Straße, dort ist es bestimmt noch voll. Abends um halb 10 Uhr bin ich (fast ohne Stau) wieder daheim. Alles an Wetter gehabt, diese Pfingsten. Das ist Segeln – vier Tage fühlen sich an wie drei Wochen Urlaub.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.