Ich musste mich am Donnerstag um mein ITTC Komitee kümmern, Mara musste am Freitag noch arbeiten, und für den Sonntag war Flaute angesagt. Was machen wir mit solch einem Himmelfahrt-Wochenende? Freitag nach der Arbeit schnell nach Strande zum Boot, eine Portion Tortellini zum Abendessen, um 20 Uhr auslaufen. Wohin? Marstal? Bagenkop? Maasholm? Machen wir vom Wind abhängig. In Richtung Marstal und Bagenkop ist es ziemlich raum und wir laufen gerade mal 4,5 kn. Dann doch lieber nach Maasholm. Hinter Bülk biegen wir links ab, 330 Grad können wir auch locker anliegen, der Wind legt noch etwas zu und mit 6-7 kn sind wir zügig vor Schleimünde. Mara freut sich über einen super-schicken Sonnenuntergang. Als die Sonne weg ist, wird es schnell frisch und wir freuen uns, das wir bald in Maasholm fest sind. Ganz innen am Steg ‚A‘ finden wir noch einen Platz.
Unsere Nachbarn wundern sich am nächsten morgen das wir neben ihnen liegen. Wie wir es denn bloß geschafft haben, so leise anzulegen? Wir frühstücken mit frischen Brötchen und machen danach einen Rundgang durch Maasholm. Mara freut sich, das es hier, ähnlich wie in Ärösköbing, auch Häuser gibt, aus deren Dachrinne sie trinken kann. Im Hafen pfeift es ganz schön, aber das tut es in Maasholm schnell mal. Viele Boote segeln vor dem Wind aus der Schlei hinaus und bald sind wir auch dabei. Wir setzen die G3 und das Großsegel mit einem Reff dazu. Vor Schleimünde wird es etwas drängelig, aber mit unserer schmalen Flunder schlängeln wir uns zwischen den dicken Dorschen hindurch. Raumschot geht es schnell zurück in Richtung Kieler Förde. Im ersten Jahr als wir SNAEDIS hatten, haben wir uns diebisch über 8,5 kn gefreut, inzwischen haben wir uns daran gewöhnt, dass die schmale Avance 36 mit dem riesigen Großsegel gerade auf raumen Kursen schnell unterwegs ist: 9,57 kn sind heute Mara’s Rekord.
Am Sonntag schlafen wir lange aus, lesen noch gemütlich in der Koje. Mittags bereiten wir uns ein leckeres Brunch. Es ist grau und so gut wie kein Wind, wir sind ganz zufrieden, dass wir am Samstag nicht nach Marstal gesegelt sind und heute den ganzen Weg zurück motoren müssen. Wir machen einen Ausflug nach Schilksee, besorgen einen neuen Schäkel für den Hals des Großsegels, den wir gestern verbogen haben, und hinterher ziehe ich Mara in den Mast, damit sie den Radarreflektor wieder im Top befestigen kann. Der war mir beim Ansegeln am Achterstag heruntergerutscht. Nachmittags holen wir Robin, einen Freund von Mara, vom Kite-Kurs in Surendorf ab und nehmen ihn mit nach Hause. Yvi und Alo, Robins Eltern, laden uns in Bendestorf an den Fischteichen zu einer leckeren Pizza und einem Glas Wein ein. Ein runder Abschluss eines schönen Wochenendes.


