Another Blog of an Av36

Avance 36 "Ingeborg"

Avance 36 „Ingeborg“

This is really nice! By accident I found the blog of a Finnish Avance 36 owner in the internet. Cruising and Racing in the Baltic with an Avance 36 and a 505 Dinghy. Obviously the owner loves his boat as I do and he is doing a lot to update and repair his boat. Getting a gennaker? Re-powering from the old Volvo Penta engine? Installing a self-tacking jib? Stainless steel mast foot? A lot of question which may become important for me at some point in the future as well.

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Noch Kleiner Segeln

Regatta im kleinen Tank der HSVA

Modellboot Regatta im kleinen Tank der HSVA

Seit fünf Jahren veranstaltet die Hamburger Firma Becker Marine Systems den „Twister Cup“ mit Modellsegelbooten vom Typ AC60. Die erste Regatta fand auf dem Dorfteich in Scharmbek (in der Nähe von Winsen) statt, und im Winter werden die Wettfahrten im kleinen Schlepptank der HSVA durchgeführt. Die Firma stockmaritime, die diese Modellsegelboote vertreibt, stellte auch diesmal wieder die Windgeneratoren (ohne die wir im kleinen Schlepptank nicht segeln können) und war als Regattaleitung und Werkstatt-Team vor Ort.

NewsWave II mit Hans-Uwe Schnoor

NewsWave II mit Hans-Uwe Schnoor an der Pinne

Teilnehmer sind Kunden von Becker (und der HSVA), überwiegend Reedereien, die auf ihren Schiffen Becker Ruder und Düsen / Finnen zur Energieeinsparung einsetzen und denen Becker ein Modell im Design und mit dem Logo der jeweiligen Firma zur Verfügung gestellt hat. Die Liste der Teams liest sich wie das „who is who“ der Schifffahrtsbranche: Reederei H. Schuldt, Norddeutsche Vermögen, E.R. Schiffahrt, Rickmers Line, Peter Döhle Schiffahrts-KG, Mediterranean Shipping Company MSC, CMA CGM, Reederei NSB, Wallenius, Wilhelmsen, Carnival Cruise Lines, DFDS Tor Line, Grieg Shipping, Spliethoff, MPC, Hapag Lloyd, Ahrenkiel, Oldendorff, Essberger und noch viele andere.

Design von Rumpf und Segeln von stockmaritime

Design von Rumpf und Segeln von stockmaritime

Die Regattabahn ist etwa 40 m lang (mehr können die Windmaschinen nicht bestreichen) und 5 m breit. Die Startlinie liegt auf halber Länge zwischen Luv- und Leetonne und der Kurs besteht aus mehreren „Up“ and „Downs“. Zur Luvtonne hin wird es immer windiger und hin zur Leetonne wird der Wind immer schwächer. Die Kunst ist es, an der Luvtonne mit genügend Reservehöhe anzukommen, rechtzeitig die Segel zu öffnen und dann halben Winds die Tonne zu runden, damit der Großbaum nicht durchs Wasser schleift und ein weiteres Abfallen verhindert. Wer das nicht drauf hat, prallt ungebremst gegen die Tankwand und verliert wertvolle Meter. Mit 8-9 Booten (es wird in zwei Gruppen gesegelt) auf der Bahn ist es, insbesondere in der Vorstartphase, ordentlich eng im Becken und es ist erstaunlich, wie viel Adrenalin dabei produziert wird. Immerhin will man ja, genauso wie in echt, mit freiem Wind auf der günstigen Seite starten. Man muss der Konkurrenz ausweichen und mancher kämpft dabei mehr mit der Fernsteuerung als mit den Vorfahrtsregeln. Gerade wenn die Boote auf den Steuermann zukommen ist es nicht so leicht, instinktiv zu reagieren, da das Boot dann ja „spiegelbildlich“ reagiert, als wenn man in Fahrtrichtung blickt. Insgesamt hat es sich bewährt, sich aus allen Kollisionen herauszuhalten, auch wenn die Vorfahrtsregeln einem gerade Recht geben. Ein kleiner Umweg oder eine extra Wende kosten nicht so viel, als wenn man mit seinem Kollisionsgegner mit den Masten verhakt langsam nach Lee treibt und es Minuten dauern kann, bis man die Boote wieder klariert hat und zurück auf der Bahn ist.

Zwischen den Regatten ist immer Zeit für ein Schwätzen bei Kuchen oder Bockwurst, und die vielen Kinder, die ihre Papi’s begleiten, können dann auch einmal ausprobieren, wie sich das Modellboot segelt. Auch zum neunten Mal wieder ein gelungenes Highlight in der ansonsten Segellosen Zeit.

Photos von Hans-Uwe Schnoor (c).

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Eine Legende lebt weiter

Eine Contessa 32 von J.C. Rogers (c)

Eine Contessa 32 von J.C. Rogers (c)

Die Contessa 32 ist ein echter GFK Klassiker. Seit 1970 wurden mehr als 750 Boote gebaut und die Bootswerft von damals, J.C. Rogers in Lymington, baut sie heute wieder für Kunden aus aller Welt. Meine Eltern haben 1977 ihre Contessa 32 NAUSIKAA gekauft, und auf ihr habe ich meine ersten Segelerfahrungen gemacht und während der Studentenzeit Reisen nach Schweden, Norwegen, England und Frankreich unternommen.

In England hat dieses Boot einen Status vielleicht vergleichbar mit dem des Folkebootes bei uns. Immer noch werden intensiv One-Design Regatten gesegelt und es gibt wohl keinen Winkel dieser Erde, der nicht von einer Contessa 32 besegelt worden ist. Legendär wurde die Contessa 32 im Jahre 1979, als ein Boot dieses Typs das Orkan Fastnet Race 1979 als kleinstes Boot zu Ende segelte und in ihrer Klasse gewann.

Unsere NAUSIKAA beim Absegeln 1984 in der Eckernförder Bucht

Unsere NAUSIKAA beim Absegeln 1984 in der Eckernförder Bucht

In Facebook habe ich gerade die offene Gruppe „Contessa 32“ gefunden und habe begeistert ein Foto von unserer NAUSIKAA gepostet: „Hi Everybody, thank you for beeing memebr of this group. My parents owned a Contessa 32 from 1977 to 1993 and I did my first steps into the world of cruising on her. I still love this boat, although today I am sailing another „modern classic“, a Finnish AVANCE 36.“ Georg Isted, Eigner einer Contessa 32 aus England schreibt mir zurück, „Nice picture, I have a similar story as my parents had one from 79-2000, and I have mine since 2006. I think CO32’s seem to get in your blood a bit.“

Ja, so ist das wohl. Ich bekomme immer noch Herzklopfen, wenn ich diesen Bootstyp und die Linien sehe…

Wen das Boot interessiert, hier ein Link zum Promotion Video der Bauwerft:  Contessa 32

Eine Liebeserklärung von John Kretschmer: Contessa 32

Und ein Bericht vom Fastnet 1979: The story of Alan Ker and „Assent“

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Mit Containern um die Welt

TRANSPAPER der Rederi AB TransAtlantic

TRANSPAPER der Rederi AB TransAtlantic

Am vergangenen Freitag waren Frachtschiffreisen das Thema des Schiffertisches im KYC. Friedrich Nielsen aus Flensburg zeigte einen Film über seine Weltumrundung, die er gemeinsam mit seiner Frau auf einem Containerschiff unternahm. Anschließend berichtete Evelyn Freitag über ihre Erfahrungen mit Frachtschiffreisen Rund um die Welt und im Pazifik. Erstaunlich viele Zuschauer und Zuhörer, neugierige und skeptische. Wie funktioniert das wohl, zu zweit, in einer relativ kleinen Kammer, mit langen Seestrecken, kurzen Hafenaufenthalten und Container Terminals oftmals weit außerhalb der Städte?

Der Film von Herrn Nielsen zeigte sehr anschaulich das Leben an Bord, mit der Deutschen bzw. Europäischen Schiffsführung und Philippinischen Seeleuten. Die Reiseroute führte das Ehepaar von Europa nach New York, die amerikanische Ostküste durch die Karibik nach Panama, durch den Panamakanal, die Westküste hinauf nach Los Angeles und San Francisco. Von dort über den Nord-Pazifik nach China (Shanghai), weiter über Hongkong nach Dubai, zurück nach Indien, und durch das Rote Meer, durch den Suez Kanal und das Mittelmeer zurück nach Europa.

Frau Freitag (www.frachtschiffreisebuch.de) gab den Zuhörern Tipps, für wen Frachtschiffreisen geeignet sind. Man sollte sich alleine beschäftigen können, sollte abenteuerlustig sein und gut improvisieren können, tolerant anderen Kulturen gegenüber sein und offen fremden Menschen gegenübertreten. Ihr merkte man an, dass sie zwar auch neugierig auf fremde Länder und Kulturen ist, dass sie aber wohl vielmehr die Liebe zur See hinaustreibt auf die Ozeane, und der es auch nicht langweilig wird, jeden Tag aufs neue auf die sich ständig wandelnde See zu schauen.

Ein sehr interessanter Abend für mich, weil ich ja auch schon lange mit der Idee liebäugle, eine Frachtschiffreise zu machen. Ende März werde ich erst einmal mit einer Frachtschiffreise „light“ beginnen, mit einem Papierfrachter der Rederi AB TransAtlantic eine Woche lang im Winter nach Nordfinnland ins Eis der Ostsee. Freue mich schon sehr darauf 🙂

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Besuch bei einer alten Dame

Im neuen Mitteilungsblatt des KYC finde ich einen Artikel von Lasse Johannsen über die „Zukunft II“ (genannt „Kuh“), das ehemalige Flaggschiff der Jugendabteilung, auf der auch ich meine ersten längeren Segelreisen nach Polen (1983) und nach Finnland (1984) gemacht habe. Beim Lesen des Artikels wird mir klar, wie viele glückliche und sentimentale Erinnerung auch ich mit der „Kuh“ verknüpfe…

Die "Zukunft II" im Skagerrak (1983)

Die „Zukunft II“ im Skagerrak von der NAUSIKAA aus fotografiert (1983)

Im Finnischen Ajolantie lugen zwei frisch lackierte Spruce-Masten goldglänzend hinter zwei graugrünen Schären hervor. Der Anblick dieses Riggs lässt mich schon von weitem erkennen, was gleich zumVorschein kommen wird.

Und tatsächlich. Je näher ich komme, desto eindrucksvoller das Dejavue. Plötzlich liegt sie vor mir, die alte „Kuh“. Alles sieht so aus, als sei sie auf Sommerreise, als sei nie etwas geschehen. Gleich würde lautes Geschrei ertönen, würde dumpfes Platschen von Voll- und Kopfbädern künden, gleich würde das ganze Schiff in Sicht kommen, und ganz sicher eine Horde Yachtschüler über Deck toben.

1984 vor Anker in den Alands

Vor Anker in den Alands (1984)

Ich bin hergekommen, um über dieses Schiff eine Reportage für die YACHT classic zu schreiben. Wissend, dass die Ära „Zukunft II“ längst Vergangenheit ist. Seit ein Orkan das von Yachtschul-Generationen geliebte Schmuckstück 1989 unsanft in den Ruhestand schickte. Und tatsächlich steht am Bug nun auch „Cläre“. Verträumt und ruhig liegt sie da, fest vertäut im idyllischen Yachthafen längsseits an einem Schwimmsteg. Im Besanmast weht die finnische Flagge und ruft mich ins hier und jetzt zurück. Die alte „Kuh“ hat eine neue Heimat.

Mehr als 50 Jahre lang diente sie unserem Club als Flaggschiff der Ausbildungsflotte. Es waren die vielleicht bewegtesten Zeiten der Clubgeschichte und das Schicksal der zweiten „Kuh“ ist untrennbar mit ihnen verknüpft. Es hier nachzuerzählen würde den Rahmen sprengen und wäre auch vermessen, weil zahlreiche Clubmitglieder es nach eigenem Erleben besser könnten als ich, der ich nur drei Sommer als aktiver Yachtschüler an Bord war. Doch die wichtigsten Eckdaten seien in Kürze erzählt.

1984 an der Pier in Visby

An der Pier in Visby (1984)

1927 wurde „Cläre“ für den Kieler Reeder Carl Grammersdorf nach Vorbild der ebenfalls unter dem Stander des damaligen Kaiserlichen Yacht-Clubs segelnden „Gaviota“ bei den Deutschen Werken in Kiel gebaut und nach der Frau des Eigners benannt. Schon 1936 trat sie ihren anstrengenden Dienst in der Yachtschule an. Im Vorjahr war der Kauf besiegelt worden, das Frühjahr sah die Gaffelyawl bei Abeking und Rasmussen zu einer umfassenden Überholung. Unter anderem wurde sie mit dem abgelegten Rigg der „Senta“ zur Gaffelketsch umgetakelt, die in diesem Jahr ihr Spreizgaffelrigg erhielt. Der Benzinmotor wurde aus dem Bauch der zukünftigen „Zukunft II“ gehievt, ein nach damaliger Auffassung zu Ausbildungszwecken entbehrliches Gerät, an seiner Stelle kamen zusätzliche Kojen ins Achterschiff.

In den wenigen Jahren bis zum Ausbruch des Krieges wurde die „Kuh“ intensiv gesegelt, blieb dann zwangsläufig ungenutzt im O-Hafen liegen, wo sie 1943 sank – ein Kloventil machte schlapp. Am Bahnhof stellte man das Schiff an Land. Nach zwei Bombenanschlägen trug es Blessuren davon und erlebte das Kriegsende schließlich wieder schwimmend im Marinestützpunkt.

1984 vom Dinghy aus im Kalmarsund

Vom Dinghy aus im Kalmarsund (1984)

Was dann geschah ist Clubgeschichte und Symbol für den damaligen Yachtschulgeist. Bei Nacht und Nebel entführten die Yachtschüler im Jahre 1947 ihre mittlerweile wieder halb gesunkenen „Kuh“, brachten sie zur Krögerwerft und retteten das mittlerweile ausgeschlachtete Wrack in Eigenleistung für die Nachwelt. 1949 war sie wieder segelklar. Masten aus zwei frisch geschlagenen Tannen und leer im Bauch, aber gut gelaunt wie nie zuvor, gestaltete das Schiff mit seinen Jungs die karge Nachkriegszeit zum Fest auf dem Wasser. Die Reiseberichte jener Jahre erzählen vom Stolz auf diese Leistung und vom Glück, ein solches Schiff segeln zu können. Schon im ersten Winter entsteht ein neuer Ausbau nach den Plänen des damaligen Leiters der Yachtschule und bald ist das Flaggschiff wieder ein Schmuckstück, segelt als Bundespräsidentenyacht während der Kieler Woche über die Förde und die immer ausgedehnteren Reisen führen die Yachtschüler ins skandinavisches Ausland und auf die Nordsee.

1957 erhält die „Kuh“ ein neues Teakdeck, bald darauf das heutige Rigg, 1967 einen neuen Dieselmotor, 1975 wird der achtere Niedergang einer Cockpiterweiterung geopfert und 1981 kommt eine GFK-Beschichtung auf die Außenhaut.

Unter ihrem ersten Namen „Cläre“ entstand die Kreuzeryacht einst als Renomierfahrzeug. Ihr Vorbild „Gaviota“ stammte aus der Feder des Britischen Gentleman-Yacht-Konstrukteurs Linton Hope. Schiffe dieser Art waren in keine zeitgenössische Rennformel gebaut, sondern sollten seegängig, repräsentabel und wertvoll wahrsten Wortsinns sein.

1985 mit 10 kn einlaufend in die Förde

Mit 10 kn einlaufend in die Förde (1985)

So, wie die „Cläre“, seit 1990 steht ihr erster Name wieder an der Schanz, sich nun in die Landschaft des Schärenreviers schmiegt, bestätigt sie diesen Anspruch bis heute auf eindrucksvolle Weise. Vornehm sieht sie aus, erhaben, herausgeputzt. Die lackierten Aufbauten der Niedergänge, die Skylights und Lukendeckel mit neuem Lackaufbau versehen, einige Teile nach höchsten Ansprüchen und absolut original nachgebaut. Das Teakdeck neuwertig und schier, an der blitzweißen Außenhaut perlt das Wasser ab.

1985 Yachtschulgeburtstag

Yachtschulgeburtstag (1985)

An Deck ist Eigner Jean Marc Hering mit Segelmacher Albert Schweitzer dabei, neue Segel anzuschlagen. Wenig später flitzen Herings Söhne Louis (7) und Leon (4) über das Schiff. Sie sind die eigentlichen Herren über „Cläre“, das wird schnell klar. ‚Die „Cläre“ soll für meine Familie ein Ort der Freude sein‘, sagt Hering, der in Stuttgart aufgewachsen und Deutsch-Franzose ist. Er und seine Frau Kaisu, die hier aus der Gegend stammt, haben sich in unsere alte „Kuh“ verliebt, als sie das Schiff 2009 in Laboe zum ersten Mal gesehen haben. Ein Jahr lang ging sie ihnen nicht aus dem Kopf, dann war es um sie geschehen. Gemeinsam mit den Voreignern, über den Kauf wurde man sich schnell einig, segelten sie die „Cläre“ im frühen April des Jahres 2011 nach Finnland.

‚Seit dem sind wir ihr Lehrling‘, sagt Kaisu, lacht dabei, während ihr Mann, etwas nachdenklicher, von den Mühen erzählt, die es erfordert, diesen großen Klassiker jedes Frühjahr aufs neue instand zu setzen. Der Winter ist lang und kalt hier oben. Um die Lackierarbeiten bewältigen zu können und sich in jedem Winterhalbjahr ein neues der vielen Projekte auf der To-Do-Liste vorzunehmen, hat er eine mobile Halle gebaut, die im Herbst um das Schiff aufgestellt wird.

1985 Yachtschulgeburtstag

Yachtschulgeburtstag (1985)

Ist es ihm zu kalt, verbringt er viel Zeit damit, am heimischen Schreibtisch die Geschichte zu recherchieren und festzuhalten. Zu vielen der alten Yachtschüler hat er bereits festen Kontakt. Wenig weiss Hering über die Zeit vor und nach dem Leben als „Zukunft II“. Die letzte Reise fand 1989 statt. Nach ihrer Rückkehr lag die „Kuh“ im Jahrhundert-Orkan eingeklemmt zwischen „Germania VI“ und der Spuntwand im Becken vor dem Clubhaus. Zwei enthusiastische Neueigner verbrachten das Schiff, ein zweites Mal zum Wrack mutiert, über See nach Stettin, wo es wieder instand gesetzt wurde. Die Einrichtung zeugt noch heute vom Stil der polnischen Holzbootsbauer. Signifikannter waren aber die blauen Segel, die das Schiff damals in der Szene schon von weitem erkennbar machten.

Als die beiden das geplante Charterkonzept nicht zum Laufen bringen und auch sonst einiges schief läuft, schlummert die alte „Kuh“ im Hafen von Möltenort einen Dornröschenschlaf, aus dem es eine Eignergemeinschaft um KYC-Mitglied Reinhard Laucht wachküsst. Noch eimal wird das Schiff von Grund auf saniert, die Mühen belohnt der Freundeskreis Klassischer Yachten mit dem Restaurierungspreis. Aus dieser Phase übernimmt es Hering.

Die neuen Segel sind nun wieder weiß. Und als sie angeschlagen sind, geht es mit „Cläre“ los. Raus aus dem Hafen, ab in die Schären. Mühsame Kreuz. Da ist sie wieder, die Erinnerung an alte Yachtschulzeiten. Immer fehlt eine Hand, insbesondere, wenn die Crew nur aus einer vierköpfigen Familie mit drei Gästen besteht.

1985 Yachtschulgeburtstag

Yachtschulgeburtstag (1985)

Mein Blick wandert in Gedanken über Deck. Was ist geblieben? Was neu? Das monströse Ankerspill ist einem neuen gewichen. Die Schoten werden allesamt auf Winschen gefahren, die am Cockpit angeordnet sind. Das Deckslayout ist den Originalplänen wieder angeglichen worden, wo einst die zweite Plichtwanne vor den Besan gesetzt wurde, steht nun wieder ein Niedergang zum Achterschiff. Dann wirkt das Schiff eleganter als zu Yachtschulzeiten. Kein Dinghy an Deck, das Heck schwimmt höher auf, nachdem ein leichterer Motor weiter vorn im Achterschiff seinen Platz fand. Einige Details der Beschlagsausstattung sind verändert worden, aber viele der altvertrauten Teile sind geblieben und fast automatisch finde ich mich während des Segelns wieder zurecht.

Und so geht es, eigentümlich vertraut und doch als Gast an Bord durch die zauberhafte Schärenlandschaft. Irgendwann werden die Schoten geschrickt, „Cläre“ schmiegt sich in die selbstgemachte Welle und schnauft los, als wären die vielen Jahre nicht gewesen. Und immer, wenn der neue Eigner das Ruder etwas kräftiger legt, dann blökt das ganze Schiff. Wie eine alte Kuh.

Lasse Johannsen

Die ausführliche Reportage ist in der aktuellen YACHT classic zu lesen.

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Genauso sind wir jetzt auch…

Diesmal keine Obstschale...

Diesmal keine Obstschale…

Am Freitag war ich mit Mara in Kiel bei der Preisverleihung des Fahrten-Wettbewerbes des KYC. Wieder ein geselliger Abend. Die Preise gingen überwiegend an ältere Seglerpaare, die nicht mehr im Berufsleben stehen und 2-3 Monate Zeit für eine Sommerreise haben. Reisen nach Schweden und Finnland, nach Norwegen und zu den Britischen Inseln waren unter den Preisträgern. Ich habe für meine Einhand-Umrundung Fünens im Rahmen der „Silver Rudder“ Regatta den 2. Preis in der Kategorie „Die sportliche Reise“ bekommen. Darüber habe ich mich sehr gefreut, war es doch weniger eine Reise, sondern mehr die  Teilnahme an einer Regatta.

Nina hilft mir beim Aufslippen 1985

1985, Nina hilft mir beim Aufslippen

Meine alte Freundin Nina hat mit ihrer Familie den ersten Preis in der Kategorie „Segeln mit kleinen Kindern“ gewonnen. „Ich bin in der Yachtschule des KYC groß geworden, und wir haben damals (vor über 25 Jahren) in unserem jugendlichen Übermut auf die älteren Fahrtensegler herabgeschaut, die morgens schon zu nachtschlafender Zeit ausliefen, mittags schon wieder im Hafen waren um einen guten Platz zu bekommen, bei suboptimalen Wind auch nur ein Segel hochzogen oder auch mal längere Strecken motorten, wenn der Wind ungünstig war. Genau solche Segler sind wir jetzt auch geworden…“, leitet sie ihren Bericht über ihre Reise augenzwinkern ein. Aber immerhin segelt Nina mit ihrer Familie auf einem X 3/4tel Tonner.

Als ich Mara vorschlage, wenn sie 2015 mit der Schule fertig ist, können wir ja auch nach Oslo segeln, meint sie, „Nööö, da segeln doch alle hin.“ Aha? „Wie wäre es dann mit den Orkneys oder Shettlands?“, schlägt Mara vor. Cool!

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Schlaflos Rund Fünen

Schlaflos Rund Fünen

Schlaflos Rund Fünen

Am Freitagabend steckt die neue YACHT im Briefkasten. Schon! Mit dem Artikel über das „Silver Rudder Race“. Acht Seiten – wow! Mit neun Seglern hat Stefan von der YACHT gesprochen: Jochen Denkena mit einer Seascape 18, André Freibote und Stefan Danielsson, jeder mit einer Minitransat 650, Georg Johannsen mit einem 20er Jollenkreuzer, Timm Kissel-Zenner mit einer Bandholm 24, Volker Sievers mit einer Comfortina 32, Peer Zelders mit einem Katamaran vom Typ Maldives 32, Udo Schallenberg mit seinem Waarship 1010 – und mit Uwe Hollenbach mit seiner Avance 36. Und hat daraus die Stationen des Rennens nachgezeichnet.

Flaute am Start

Flaute am Start

Schnellster Deutscher war Udo Schallenberg mit der OLLE USE. Den hatte ich zwar hinter Middelfart überholt, aber auf dem Reachgang den Kleinen Belt hinunter war das Waarship 1010 schneller, und er hat auch direkt hinter Hornaes den Spinnacker nochmal gezogen. Da war bei mir die Luft schon raus, hatte Sorgen dass ich eine Tonne verpasse bei Lyö und Avernakö während ich mit dem Spinnacker hantiere, oder mir ohne Windex noch eine Patenthalse einfange.

Das nächste „Silver Rudder“ startet am 19. September 2014? Mmmh… Wenn ich jetzt gemütlich auf dem Sofa sitze und den Artikel lese bekomme ich ja doch wieder Lust. Auch wenn ich Stefan von der YACHT nach dem Rennen gesagt hatte „Mir reicht es, das hier einmal geschafft zu haben“.

Aber Enja hat ja schon gleich gesagt als ich wieder zu Hause war, „und das nächste mal reizt es dich doch wieder“ 😉

Die große YACHT-Reportage vom Silver Rudder 2013 hier als PDF

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Aufslippen

Knallroter Sonnenaufgang

Knallroter Sonnenaufgang

Freitagabend nach Strande, der letzte Abend an Bord. Morgen um 7:30 Uhr beginnt das gemeinsame Aufslippen beim KYC. Ich mache es mir noch einmal gemütlich und esse beim Kerzenschein zu Abend. Ein Bier ist noch an Bord, wie schön. Am nächsten Morgen ein knallroter Sonnenaufgang. Wir sind schon als fünftes Boot dran, danach kommt die ENTE. Wie immer stehen wir nebeneinander vor der Halle. Da direkt neben uns die nach uns kommenden Boote mit dem Hochdruckreiniger unter Wasser gesäubert werden „schauert“ es bei uns regelmäßig, obwohl es sonst trocken zu sein scheint. Aber zwischendurch kann ich schon mal die Reling abbauen, den Firstbalken hinlegen, und doch schon die Plane aufbauen. Um 15 Uhr steht SNAEDIS wieder kuschelig verpackt neben der ENTE.

Mit dem dreckigen Unterwasserschiff kann das ja nix werden auf Regatten...

Mit dem dreckigen Unterwasserschiff kann das ja nix werden auf Regatten…

Das Wetter ist noch gut und ich mache noch einen Spaziergang nach Bülk. Da gehe ich gerne hin, denke an meinen Vater (der dort auf See bestattet ist) und meine Mutter (auch wenn sie nicht auf See bestattet ist), meine Mädels und meine Lieben. Die Color Line läuft aus, der Seenotrettungskreutzer BERLIN und ein Seenotrettungsboot kommen von See, Optimisten und einige andere Jollen trainieren. Ist die Saison wirklich schon zu Ende? Zum Abschluß der Segelsaison 2013 gönne ich mir ein kunterbuntes Eis: Heidelbeer (tief rot), Mango (sonnengelb) und Blauer Engel (schlumpfblau) – und freue mich auf die kommende Saison 2014. 🙂

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Absegeln

Absegeln mit Mara

Absegeln mit Mara

Mit Mara war ich am Sonntagnachmittag im Kino: „Ich, einfach unverbesserlich, Teil 2“ – diesmal in Deutsch. Im Sommer hatten wir den Film in Sonderburg gesehen – in Dänisch. Danach wollten wir noch eine Runde auf der Alster segeln. Wir waren überrascht, als man uns bei Pieper erzählte, „Heute ist Absegeln, nehmt Euch einfach ein Boot. Aber nicht länger als ne Stunde.“ Echt? Einfach so, ohne was zu bezahlen? Da haben wir ja Glück gehabt 🙂

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Saison ist zu Ende

Drei 12er in Düsternbrook

Drei 12er in Düsternbrook

Das war’s. Gestern ein schöner „Hafentag“ in Kiel, am Hindenburgufer entlang bummeln. Dann durch die Fußgängerzone von der Nikolai Kirche bis zum Sophienhof, ein paar Kleinigkeiten für mich besorgen, die ersten Weihnachts-geschenke besorgen. Nachmittags wieder zurück in der schwimmenden Garten-laube. Habe mir ein bißchen Arbeit aus dem Büro mitgenommen: eine Studie über einen kleinen Massengutfrachter für einen französischen Kunden – sollte letzte Woche schon fertig sein…

Das war's - der Mast ist ab

Das war’s – der Mast ist ab

Am Samstag das Boot leer räumen, schon alles klar machen zum Mast legen. Mittags kommen Heiner und Doris von der ENTE. Zum Segeln reicht der Wind nicht, dann können wir doch schon heute den Mast legen? Klar! Der YCS slipt, aber am Mastenkran ist nix los, so können wir ganz entspannt erst den Mast der ENTE, und dann den der SNAEDIS legen und in den Mastenschuppen verfrachten. Wie immer liegen die beiden Masten nebeneinander. Nun ist die Segelsaison wirklich vorbei.

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