Segeln mal anders …

Bei dem leichten Wind ziehe ich Mara in den Mast...

Bei dem leichten Wind ziehe ich Mara in den Mast…

Aus dem 1. Mai Wochenende kann ich noch kein langes Wochenende machen. Am Freitag habe ich geplant die neuen Vorschiffspolster von Kersten aus Quickborn abzuholen, aber am Samstag/ Sonntag will ich mit Mara zum Boot. Ein bisschen werden wir basteln müssen, aber ein Tagesausflug zum Leuchtturm oder in die Förde sollte wohl auch klappen. Als wir am Samstag in Strande eintreffen ist wenig Wind. Da kann Mara ja mal ein paar Fotos aus dem Mast machen, vielleicht bei gesetztem Gennaker? Wir machen uns schnell auf den Weg und nachdem der Gennaker gesetzt ist, ziehe ich Mara den Mast hoch. Erstmal nur ein Stückchen über die Saling, das reicht Mara erstmal.

... und sie fotografiert SNAEDIS von oben :-)

… und sie fotografiert SNAEDIS von oben 🙂

Nachdem Sie sich dort in luftiger Höhe akklimatisiert hat, darf ich sie auch bis oberhalb des Vorstags vorheissen, dann kann sie den Gennaker sogar von oben fotografieren. Aus dem Cockpit schieße ich ein Foto, wie Mara auf der Saling steht. „Segeln mal anders“, denkt sich Mara als Bildunterschrift für dieses Foto aus. Der Westwind schlafft ziemlich schnell ab, lässt uns in der Flaute liegen und kommt dann aus nördlicher Richtung wieder. Dann segeln wir jetzt unter Gennaker gemütlich in die Förde. Vor Düsternbrook sammeln wir das bunte Tuch ein, setzen Großsegel und G3 und kreuzen wieder aus der Förde hinaus. Kurz hinter LT Friedrichsort dreht der Wind langsam auf WNW und wir kreuzen weiter bis Strande. Es ist zwar sonnig, aber nach drei Stunden wird es uns Beiden ungemütlich. Die Temperaturen sind wieder ganz schön in den Keller gegangen. Abends besuchen wir Maras Freundin Nicoline am Westensee, grillen und klönen über Pferde und über das Reiten.

Segeln mal anders...

Segeln mal anders – Cool!

Am Sonntag schlafen wir erstmal lange aus, lesen noch etwas in der Koje, frühstücken dann gemütlich. Der Strander Supermarkt hat sonntags noch nicht geöffnet, also muss ich die Brötchen aus Schilksee holen. Dann machen wir uns ans Basteln: ein abgebrochener Hebel der Fallenstopper muss ausgetauscht werden, ein paar kaputte Befestigungsknöpfe am Sprayhood sind zu ersetzen und ein neuer Schlauch als Zulauf für den Wassertank muss eingebaut werden. Schnell noch den Tank füllen, dann haben wir auch wieder fließend Wasser an Bord. Oh je, woher kommt eigentlich das viele Wasser in der Bilge? Habe ich die Überwurfmuttern der Stutzen nicht richtig festgedreht? Tank wieder lenzen, Stutzen kontrollieren, nochmal alles festziehen. Beim zweiten mal Tank füllen halte ich die Hand unter den Stutzen, nee da ist alles trocken. Trotzdem wieder fließend Wasser in der Bilge. Nochmal von vorne. Tank lenzen, den flexiblen Tank unter der Koje herausheben und den Tank nun mit Sichtkontrolle füllen. Irgendwo läuft Wasser raus. Mist! Der Stutzen ist dicht, aber der Tank selbst hat ein Loch, 10 cm neben dem Stutzen. So alt ist dieses blöde Teil doch noch gar nicht.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Segeln mal anders …

Ostwindwetterlage

Begegnung auf der Förde

Begegnung auf der Förde

Ostwindwetterlage. Weniger Wind als letztes Wochenende, und etwas wärmer ist es auch schon geworden. Schon seit ein paar Tagen hoffe ich, dass ich mich heute mehr mit dem neuen Gennaker vertraut machen kann. Den haben wir ja im vergangenen Herbst neu bekommen und das Setzen, Bergen und Mannöver gehen mir noch nicht so leicht von der Hand, wenn ich alleine segele. Halb 10 Uhr bin ich schon unterwegs. Einen Schlag in Richtung Fahrwasser, hoch am Wind geht es aus der Förde hinaus. Ein Traditionssegler kommt mir entgegen, sieht schön aus im Gegenlicht. Kurz danach ist Kiel LT querab. Wie oft mein Vater den auf Super 8 gefilmt hat, jedes Jahr wieder. „Hallo Leuchtturm, lange nicht gesehen!“

Goldgelb - tolle Farbe vor blauem Himmel

Goldgelb – tolle Farbe vor blauem Himmel

Zwei Meilen hinter LT Kiel gehe ich auf Gegenkurs und bereite den Gennaker vor. Zuerst habe ich noch Tüdel im Bergeschlauch und in der Sorgleine, aber dann steht das Prachtstück goldgelb leuchtend in der Sonne unter frühlingsblauem Himmel. Uli Münker hatte mir den Tip gegeben, das Vorliek mehr durchzusetzen, als ich es im letzten Herbst beim ersten Segeln gemacht hatte. Nun steht das Segel tatsächlich viel ruhiger als beim ersten Mal. Sehr schön. Eine Halse am LT Friedrichsort, eine zweite Halse vor Holtenau. Klappt echt gut, bin begeistert. Natürlich kann ich nicht ganz so tief fahren, wie mit einem Spinnaker, und ein paar Quadratmeter fehlen mir auch, aber das Handling ist einhand doch sehr viel einfacher.

G3, nun mit Segelatten - steht super!

G3, nun mit Segelatten – steht super!

Vor dem Marinearsenal packe ich den Gennaker ein und wir kreuzen wieder aus der Förde hinaus. Hoffentlich hat die Waschpo nichts dagegen, dass ich die ganze Breite der Förde ausnutze und Friedrichsort auf der falschen „Strassenseite“ passiere. Aber so mache ich das jetzt schon seit mehr als 35 Jahren. Nach fünfeinhalb Stunden bin ich wieder in Strande fest. Sehr schöner Segeltag. Von Bünger hole ich mir noch ein Stück Kuchen, den gibt es gleich mit einer Tasse Kaffee in der Sonne im Cockpit. Jetzt werde ich noch ein bißchen im neuen Erdmann „Ich greife den Wind“ schmökern, und dann bin ich hoffentlich wieder motiviert, morgen weiter an meinem ITTC Report zu schreiben, der bis Montag fertig werden muss. Hoffentlich kann ich mich morgen, so wie heute, ins sonnige Cockpit setzen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Ostwindwetterlage

Segeln lernen – aber wie?

1977 am Einfelder See

1977 am Einfelder See

Komisch, da habe ich noch nie drüber nachgedacht. Über „Segeln lernen – aber wie?“ hat DIGGER neulich in seinem Blog geschrieben. Ich segele ja eigentlich schon immer, seit ich denken kann, und noch etwas länger. Geboren in Ærøskøbing, als meine Eltern ihr erstes Boot, ein „Danboat 33 ASL“ kauften. Und nur weil das Vorluk bei der Übergabe noch leckte, habe ich nicht irgendwo in der Kieler Bucht das Licht der Welt erblickt, sondern im „Sygehus“ von Ærøskøbing. Zur Ehrenrettung meiner Eltern muss ich hinzufügen, dass ich mich ungeplant, acht Wochen vor dem errechneten Stichtag, auf den Weg in die Welt machte. In den ersten Jahren unserer jungen Segler Karriere waren mein Bruder und ich nur wenig begeisterte Mitsegler. Und auch meiner Mutter hat es sicher nicht immer Spaß gemacht, denn einer von uns spuckte noch vor Kiel Leuchtturm, und der andere kurz danach. Wir hatten Spaß daran, kleine Boote oder Plastik-Enten hinterher zu ziehen, aber das Segeln selbst war total langweilig und zum k…

1977 erste Regatten auf dem Laser

1977 erste Regatten auf dem Laser

Interessant wurde das Segeln für mich im Alter von 9 Jahren mit dem ersten eigenen Optimisten. Harald Wensky, der damalige Freund meiner älteren Schwester, setzte sich vorne mit in die Kiste und brachte mir in der Strander Bucht die Grundlagen des Segelns bei. Richtig los ging es dann 1975, als meine Eltern zwei Jahre lang kein Segelboot hatten und unsere Opti’s an den Einfelder See gelegt wurden. Im SCN (Segel Club Neumünster) gab es damals unter der Leitung von Malermeister Uwe Kröger eine sehr aktive Opti-Gruppe, die Sommers wie Winters einmal in der Woche trainierte. Im Sommer Training auf dem Wasser, im Winter Konditionstraining und „Freestyle-Basketball“ in der Sporthalle irgendeiner Schule in Neumünster. Und im Sommerhalbjahr ging es auch fast jedes Wochenende mit einem Möbelwagen der Spedition Voigt (die Kinder Henning und Susanne waren auch in der Opti-Gruppe) zu Regatten am Brahmsee, an den Plöner See, Malente, Bosau, an die Flensburger Förde nach Glücksburg, an die Kieler Förde nach Schilksee, an die Lübecker Bucht nach Grömitz, auf die Treene nach Friedrichstadt und natürlich auf unserem Heimatrevier am Einfelder See.

1982 Stockholm Reise (nach dem Abi)

1982 Stockholm Reise (nach dem Abi)

Mit 14 Jahren dem Opti entwachsen stieg ich 1977 in den Laser um. Im gleichen Jahr kauften meine Eltern noch einmal ein neues Boot, eine „Contessa 32“, heute ein „Modern Classic“ und in Großbritannien DER Cruiser-Racer schlechthin. Nun kam zum Regattasegeln auf der Jolle die Komponente des Fahrtensegelns hinzu. Meist Tagestouren einmal um den Kieler Leuchtturm, aber auch die ersten Reisen in die Dänische Südsee und Rund Fünen. Bücher von Chichester, Moitessier und Erdmann weckten die Sehnsucht nach weiten Reisen auf den Ozeanen.

1984 die "Kuh" vor Anker in den Alands

1984 die „Kuh“ vor Anker in den Alands

Mit 18 Jahren Abitur, Führerschein dann BK-Führerscheinkurs in der Jugend-abteilung des KYC (der Yachtschule) und das Segeln auf der „Kuh“, der ZUKUNFT II, einer fast 16 m langen schweren, klassischen Ketsch mit Baujahr 1936. Der Hilfsmotor nur ein Flautenschieber, wenn es „ernst“ wurde, musste die „Kuh“ mit den Segeln bewegt werden. Nur das Großfall wurde über eine Winsch gefahren, alles andere laufende Gut wurde mit Klappläufern, Taljen und mit vereinten Kräften der jugendlichen Crew dicht geholt. In der Yachtschule segelte man nämlich ohne Erwachsene. Gekocht wurde auf einem 2-flammigen Petroleumkocher, abgewaschen in einer Plastikschüssel an Deck. Zu der Zeit segelte ich abwechselnd immer noch Laser, die Contessa meiner Eltern und und auf der „Kuh“, und es war immer sehr spannend, sich wieder in die sehr unterschiedlichen Boote „einzufühlen“ und überraschend, wie „groß“ sich die Contessa anfühlte, wenn ich gerade vom Laser kam, und wie „klein“, wenn ich vorher auf der „Kuh“ gesegelt war.

Wenn ich so zurückblicke, kann ich bei der Frage „Segeln lernen – aber wie?“ einigen Kommentaren auf DIGGERS Blog nur zustimmen.

„Segeln lernt man durch segeln, segeln, segeln, segeln, segeln, segeln, segeln, segeln“, und

“Man lernt auf Jollen segeln, auf Yachten den Umgang mit Schiffen und auf Traditions-Seglern klassische Seemannschaft.” – bei mir war das der Laser, die Contessa meiner Eltern und die „Kuh“ der Yachtschule des KYC.

Segelschulen sind sicher eine Möglichkeit, aber wenn man „Segeln lernt man durch Segeln“ beherzigen will, bieten die zahlreichen Segelvereine langfristig die bessere Möglichkeit, regelmäßig zu segeln – zumindest wenn man sich nicht gleich ein eigenes Boot anschaffen will. Wobei der KYC nicht nur eine Jugendabteilung hat, sondern das Segeln auch in der Jüngsten- und Regattagruppe anbietet.

Ältere Segelneulinge, die bereits der Jugendabteilung entwachsen sind, haben die Möglichkeit in der sogenannten Schulungsgruppe auf Clubeigenen Booten zu segeln.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Segeln lernen – aber wie?

Osterspaziergang

Sonniges Osterwetter

Sonniges Osterwetter

Sonnenschein, blauer Himmel. Ulf hat Besuch auf der EARL GREY und läuft am Ostersonntag als erstes aus. Stefan und Familie will auch einen ersten Probeschlag mit dem SCHRAT machen. Ich muss noch das Rigg richtig hinstellen und die Segel anschlagen. Toller Service, Uli Münker hat mir Groß und G3 wieder an Bord gelegt. Das Groß hat neue Aluklemmen für das Achterlieksbändsel bekommen, und die G3 hat jetzt 4 Segellatten – das Achterliek machte eine hässliche „Kralle“, das ist nun Vergangenheit. Dann mache ich mich mit der SNAEDIS auch auf auf den Weg. Wir haben auflandigen Wind ENE 5, und ich überlege in die Förde hineinzusegeln.

Drängelei vor der kanaleinfahrt

Drängelei vor der Kanaleinfahrt

Leuchtturm Friedrichsort im Gegenlicht als wir in die Förde einlaufen, wie schön. Vor dem Kanal warten zwei Feeder Containerschiffe und ein kleiner Kümo, die in den Kanal hinein wollen. C/V „Bernhard Schepers“ voller MAERSK Container in allen Farben, und C/V „Morsum“ mit einem Stapel von Hamburg Süd vor dem Deckshaus. Ein Multi-Purpose Vessel ankert auf der Reede vor Holtenau, ganz schön voll hier am ersten Tag auf dem Wasser. Aus dem Gegenlicht kommt die Oslo Fähre, die gerade abgelegt hat. Bei dem tollen Wetter sind schon einige Segler auf der Förde unterwegs.

Ganz schön wellig in der Strander Bucht

Ganz schön wellig in der Strander Bucht

Vor Möltenort kommen mir Ulf mit EARL GREY und Stefan mit dem SCHRAT entgegen, die sind also auch in die Förde gesegelt. Vor Düsternbrook gehe ich wieder auf Gegenkurs, binde ein Reff ins Groß und segele hoch am Wind wieder die Förde hinaus. Es klappt gerade so, dass ich ohne Wende durch die Friedrichsorter Enge hindurch komme. In der Strander Bucht ist es ganz schön wellig bei der Windrichtung und wir zischen halben Winds zurück zum Hafen. Nur unter Großsegel legt sich SNAEDIS schön an den Wind, da kann ich in Ruhe des Vorsegel einsammeln. Ein herrlicher erster Segeltag. Vom Wind zerzaust, Salz auf der Haut, Sonne im Gesicht. Gar nicht mehr so kalt wie beim Abslippen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Osterspaziergang

Jetzt sieht Strande…

Die Auslegerspitze verschwindet in den Wolken...

Die Auslegerspitze verschwindet in den Wolken…

„Jetzt sieht Strande doch wieder wie ein Hafen aus“, meint Takelmeister Hauke Bohnen, nachdem am Samstag beim KYC geslippt worden war und am Sonntag schon viele Boote den Mast gestellt haben. Am Samstag war um 7:30 Uhr Beginn der gemeinsamen Slipaktion. Zunächst war es noch sehr diesig, die Spitze des Kranauslegers des 200 t Kranes verschwand im Dunst, aber im Laufe des Tages wurde es sonnig, wenn auch noch mit einem frischen Wind. Schon um 9 Uhr waren ENTE und SNAEDIS wieder im Wasser, und noch bevor der 200 t Kran wieder „eingepackt“ hatte, gab der Takelmeister mittags den Mastenkran zum Mast setzen frei. Zuerst die ENTE, dann die AMALFI, und als drittes Boot waren wir schon dran. Um 14 Uhr sah SNAEDIS auch schon wieder wie ein Segelboot aus. Dann die Wanten spannen, die Fallen einscheren, Polster, Segel und Schoten an Bord bringen. Zum Abschluss des Tages war ich mit Stefan und Familie und mit Ulf bei Kippcke lecker Eckernförder Matjes mit Bratkartoffeln essen.

Strande sieht wieder wie ein Hafen aus :-)

Strande sieht wieder wie ein Hafen aus 🙂

Nachdem ich am Samstag an Deck alles klar gemacht hatte, war heute (Sonntag) unter Deck dran. Die Spuren des Winterlagers beseitigen, Vorschiff, Toilette, Schrank gegenüber, Salon, Kartentisch, Pantry, Fußboden; wischen, wienern, schrubben – immer wieder erstaunlich wie viel Dreck und Staub sich angesammelt hat, seit dem letzten Putzen. Nun ja, war vielleicht doch schon etwas her, im Herbst habe ich jedenfalls nicht mehr gründlich sauber gemacht. Nachmittags ist SNAEDIS schon (fast) wieder fertig um das erste Mal segeln zu gehen. Es fehlen nur das Großsegel und die Genua 3, die über Winter bei Faber + Münker eine kleine Auffrischungskur hinter sich haben und hoffentlich bis Ostern wieder an Bord sind.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Jetzt sieht Strande…

Leichter Regen

SNAEDIS im "Kleinen Schwarzen"

SNAEDIS im „Kleinen Schwarzen“

Am Samstag ist vormittags leichter Regen angesagt, und am Sonntag ist nachmittags leichter Regen angesagt – mmh, dann machen wir es so: Samstag kann Mara ausschlafen (will Freitag mit Freundinnen auf den Kiez), mittags fahre ich mit Mara zu Niemeyer, noch ein paar Kleinigkeiten besorgen, nachmittags machen wir es uns gemütlich und abends gehen wir ins Kino.

Und dann machen wir uns am Sonntag ganz früh, vor dem Stau am Elbtunnel, auf den Weg zum Boot. Vormittags ist es noch überwiegend trocken, und wir machen an Deck sauber, malen Antifouling unter den Stützen, und die Kiel-Vorderseite, die Wasserlinie und das Ruder bekommen noch eine zweite Lage. Zwischendurch tröpfelt es etwas, aber als wir Sprayhood aufgebaut und die Pinne wieder montiert haben wird aus den Tropfen ein leichter Regen. Nicht so schlimm, eigentlich sind wir auch so weit fertig, das SNAEDIS wieder ins Wasser kommen kann. Nächsten Samstag ist Sliptermin beim KYC – Endlich! 🙂

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Leichter Regen

Sonniger Samstag in Strande

Fertig!

Fertig!

Langsam erwachen die Segler wieder aus dem Winterschlaf. Vor zwei Wochen erstmal den Dreck von der Außenhaut abgewaschen. Letzten Donnerstag die sommerlichen Temperaturen genutzt und das Unterwasserschiff geschliffen und Antifouling gemalt. Neben der Couch im Wohnzimmer erhalten die Pinne und die Steckschotten schon seit einigen Tagen allabendlich noch ein paar neue Lackschichten. Dieses Wochenende soll es auch wieder sonnig und warm werden.

Am Samstagmorgen fahre ich zum Boot. Es ist diesig, aber trocken. Ob die Sonne bei dem Ostwind den Nebel wirklich auflösen wird? Erstmal die Plane runter, zusammen falten, aufrollen und auf die Rückbank. Danach die Reeling aufbauen, dann bewege ich mich an Deck sicherer, ich brauche die optische Begrenzung. Der Wind lebt etwas auf, es ist feuchtkalt und von der Sonne ist noch nichts zu sehen.

Sonniger Samstag in Strande

Sonniger Samstag in Strande

Inzwischen sind auch einige Freunde da und arbeiten an ihren Booten. Heiner und Doris sind morgens mit der Color-Line aus Oslo wiedergekommen, sonnig und warm war es da, viele Norweger in den Straßencafé’s. Mmh, ja – vielleicht schafft es die Sonne heute hier ja auch noch. Erstmal poliere ich die Backbordseite auf Hochglanz. Mittags wärme ich mich bei Alexy’s auf, bei leckerem Bauernfrühstück und einem Alster. Danach kommt die Steuerbordseite dran. Nachmittags setzt die Schulungsgruppe auf der ARNDT den Mast, immer noch im Nebel. Halb sechs funkelt die Außenhaut (fast) wieder wie neu und ich mache mich wieder auf den Heimweg. Ab Schilksee Süd scheint die Sonne. Na bitte, geht doch 🙂

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Sonniger Samstag in Strande

Sleipnir IV

SLEIPNIR IV im alten Becken des Strander Hafens (1977)

SLEIPNIR IV in Strande (1977)

Gestern Abend auf dem Ostseestammtisch habe ich noch mit Bastian Hauck über Klassische Yachten und über die 6mR Yacht von Rolf „Sherry“ Dehning geschwärmt, die Ende der 70er Jahre neben dem Boot meiner Eltern im alten Hafenbecken von Strande lag. Heute finde ich den Blog des heutigen Eigners der SLEIPNIR IV im Internet. Ich hatte oft Gelegenheit den alten Herren zu beobachten, wie er bei jedem Wetter Einhand und ohne Motor mit dem fast 12 m langen Boot in Strande ein und auslief. Ein paar Mal habe ich ihn begleiten dürfen. Immer hatte ich das Gefühl, ihm etwas im Weg zu sein, er war es halt gewöhnt alleine zu segeln. Er segelte IMMER mit vollem Großsegel, nur die Vorsegel hat er mit Genua, Fock oder Sturmfock der Windstärke angepasst.

Ich war sehr beeindruckt, dass so ein 6mR mehr wie ein Uboot quer durch die Wellen fährt an statt wie „normale“ Boote darüber weg, mit wie viel Krängung diese schmalen Teile segeln und vor allen Dingen, wie schnell die Boote auf allen Kursen sind. Auf einem Raumschotkurs vom Kieler Leuchtturm kommend (natürlich unter Vollzeug bei reichlich Wind und Welle) kann ich mich noch erinnern, wie die SLEIPNIR IV eine dutzende Meter lange brechende Heckwelle hinter sich herzog, während das schmale Geschoss durch die Wellen hetzte. Gänsehaut pur!

Schön, dass die SLEIPNIR IV immer noch segelt!

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Sleipnir IV

So wenig wie irgend nötig

Downsizing für mehr Performance

Downsizing für mehr Performance

DIGGER Hamburg hat ein neues Projekt. Die Entwicklung eines 24′ Kleinkreuzers, die Bente 24. Ein modernes „Folkeboot“, mit dem DIGGER Gewässer jenseits der Ostsee befahren will. Vielleicht bis Sizilien? 24-25 Fuß, „schnell“, „hochseetauglich“, „simpel“, „sexy“, „bezahlbar“, so stellen sich Alexander Vrolijk und Stephan Boden die Yacht ihrer Wünsche vor. Die Umsetzung hat begonnen. Auf Facebook hat DIGGER eine Gruppe eröffnet, für Fragen, Anregungen, Kritik. Sehr spannend. Was da wohl für Anregungen kommen? Und was wird davon realisiert? Und wie?

Die Idee von DIGGER ist ein Design hochsetauglich nach Kat. B, aber die Erwartungen der Facebook-Gruppenmitglieder sind durchaus vielfältig. Der eine möchte ein traditionelles Tourenschiff, der nächste einen Racer. Der eine favorisiert einen rassigen Daysailor für die Küste, der nächste liebäugelt mit einem Design geeignet für Binnenreviere. Der Wunsch ein sportliches Boot zu bekommen scheint zu überwiegen. Festkiel, Hubkiel und Kielschwertversionen werden diskutiert. Cockpit geschlossen oder nach achtern offen? Einbaumotor, Außenborder oder Elektroantrieb? Angehängt oder im Schacht? Einfach- oder Doppelruderanlage? Sollte das Boot nicht doch lieber ein echtes Trailerboot werden? Stehhöhe und Nasszelle tauglich für 2 m Menschen? Und vereinzelt der zaghafte Einwurf, ob mann denn für ein paar Minuten Gleitfahrt die ganze restliche Zeit dem platten Surfbrettboden viel Komfort opfern möchte…

Interessanterweise fehlt bei dieser ganzen Diskussion – und der Grund dafür dürfte sein, dass die meisten, die sich in der Diskussion zu Wort melden, auf Binnenrevieren oder im Küstenbereich der Ostsee segeln – das Stichwort Seetüchtigkeit. Ich bin mir sicher, diese Diskussion würde in England und Frankreich, wo die Tourensegler im Englischen Kanal,  an den Küsten der Biskaya und in der Irischen See (Stichwort Fastnet 1979) unterwegs sind, anders geführt werden.

Wie soll denn dieses neue Boot nun tatsächlich aussehen? Überrascht von den zahlreichen Forderungen nach Einbaudiesel, Stehhöhe und Nasszelle stellt DIGGER die provokante Frage, worauf es beim Segeln ankommt: 1. „stehen“? 2. „motoren“? 3. „scheißen“? oder 4. „segeln“?

Zwei Klicks für „stehen“, ein Klick für „motoren“, vier Klicks für „scheißen“ und 42 Klicks für „segeln“ – und über 700 Gruppenmitglieder, die sich gar nicht dazu äußern.

Nach ein paar Tagen scheint der Austausch über die Designmerkmale schon festgefahren zu sein und ich habe inzwischen eine Idee davon, wie schwer es für eine Werft ist, Vorgaben bei der Neuentwicklung eines Bootes zu machen. Welche Zielgruppe will man denn eigentlich ansprechen?

„Schnell“ und „sexy“ soll das Boot sein. Wer schnell segeln will, segelt auch gerne Regatten. Welche Klassen nehmen an MAIOR, der Kieler Woche und an anderen größeren Regatta-Events teil? Albin Express, Folkeboot, J/24, J/70, J/80, Melges 24, Platou 25, X-79 und X-99 finde ich auf der Webseite des KYC. Nicht mit allen diesen Booten verbinde ich die Attribute „schnell“ und „sexy“, aber mit den meisten dieser Booten kann man auch problemlos Touren segeln. Sind das Designs, mit denen die Bente 24 konkurrieren soll?

„Schnell“ und „sexy“, aber auch „hochseetauglich“ soll das Boot sein. Ein Folkeboot mit selbstlenzendem Cockpit ist sicher uneingeschränkt hochseetauglich, aber weder „schnell“ noch „sexy“. DIGGER hat die Spaekhugger und die Shark 24 erwähnt, die ihm sehr gefallen. Auch Boote, mit denen erfolgreich weite Reisen gemacht worden sind, aber inzwischen „modern Classics“ und nicht mehr wirklich „sexy“. Auch wenn z.B. die J/80 nach Kat. B zertifiziert ist, würde ich sie gefühlsmäßig nicht mit dem Attribut „hochseetauglich“ belegen. Das Cockpit der J/80 ist zu lang, die Kajüte zu klein. Das ganze Layout ist zu sehr auf Dreiecksregatten mit 4-5 Personen Besatzung ausgelegt. Ein „hochseetaugliches“ Boot, auf dem man mit kleiner Besatzung unterwegs bin, muss auch einhandtauglich sein, wenn man nachts durchsegelt.

„Schnell“, „hochseetauglich“, „simpel“ und „sexy“, fast alles das, was DIGGER und Alexander Vrolijk anpeilen, wird in Frankreich schon gebaut – nur nicht in 24-25 Fuß. Ich meine die Pogo 30. In der YACHT 14/2013 ist die Idee dahinter sehr schön beschrieben. Normalerweise wird alles größer: Abmessungen, Funktionsumfang, Komfort, Gewicht. So gesehen ist die Pogo 30 geradezu verrückt, jedenfalls entschieden unnormal. Die Werft hat eine fast schon verstörende Konsequenz im Weglassen kultiviert. Performance ist der einzig erlaubte Überfluss. Keine Schapps unter der Kajütdecke, zu viel Gewicht hoch im Schiff. Positionslaternen am Heckkorb spart Kabelgewichte. Rutschhemmende Bodenbeläge statt Bodenbretter. Keine Türen, nur Stoffbahnen zur Abtrennung der Kabinen. Eingeschränkte Stehhöhe – Primat des tiefen Massenschwerpunktes. Bei einem leichten Boot, bleiben auch die Lasten gering, das spart Gewicht. Simpel und leicht, reduziert und konzentriert – das ist der Katechismus bei Pogo.

Wie war das? Mehr Speed durch höhere Geschwindigkeit 😀

Beim Thema „bezahlbar“ und „speed“ wird man Kompromisse mache müssen, denn das wird auch klar aus dem YACHT Artikel über die Pogo 30. Leichtbau und Genaufertigung sind teuer. Wenn die Bente 24 „bezahlbar“ sein soll, wird sie ein kleines bisschen weniger „schnell“ und weniger „sexy“ sein. Aber nur so kann die Bente 24 aussehen. Downsizing. Für mehr Performance.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für So wenig wie irgend nötig

Kadettrinne, und das war’s

Der Trave-Lotse kommt an Bord

Der Trave-Lotse kommt an Bord

Geduscht, gefrühstückt, Sachen gepackt, um 10 Uhr sollen wir die Kammern räumen. Seit gestern nachmittag laufen wir nur unter einer Maschine, wir haben Zeit. 15.5 kn läuft die TRANSTIMBER mit der halben Leistung. Um 12:30 Uhr werden wir in Lübeck Schlutup erwartet, nachmittags geht es zurück zum Norlandkai. Im Moment hat der Chief sogar noch die Motordrehzahl von 514 rpm auf etwas über 400 rpm reduziert, entsprechend am Propeller von 127 rpm auf ungefähr 108 rpm. Das spart Sprit. Gerade passieren wir die Kadettrinne. Auf dem AIS Tracker ist, verglichen mit dem Bottnischen Meerbusen, ein unglaubliches Gewusel an Schiffen zu sehen, aber das täuscht. Von der Brücke aus ist kein einziges Schiff zu sehen. Die Ostsee ist immer noch lange nicht so überfüllt, wie es auf dem Bildschirm zu sein scheint.

Die Revierzentrale mit Strand in Travemünde

Die Revierzentrale mit Strand in Travemünde

Eine interessante und entspannte Woche liegt hinter mir. Eine Woche Alltag an Bord eines Frachtschiffes miterleben. Jederzeit auf die Brücke können. Zeit zum Lesen und Zeit für sich selbst. Einen kleinen Einblick in die Eisfahrt erhaschen. Leckeres, deftiges Essen. Eine freundliche Besatzung, die uns jederzeit alles erklärte, was wir wissen wollten. Auch wenn das Eis für mich einer der wesentlichen Gründe waren diese Fahrt gebucht zu haben, kann ich doch schon nach zwei Tagen im Eis verstehen, warum der 1. Offizier Johan davon sprach, dass bei dem SE-Wind „the Shit has been blown away to the North“, und „I don’t understand why anybody travels into the ice in his holidays“. Für die Nautiker heißt Eis eben Zeitverzögerung, höherer Spritverbrauch, konzentriertes von Hand steuern über Stunden, bei schlechten Eisverhältnissen über Tage und unzählige Überstunden. Und, unter Umständen, wie wohl vor nicht allzu langer Zeit passiert, das völlige Unverständnis eines Passagiers, das die Schiffsführung den Weg mit dem WENIGSTEN Eis bevorzugt, und nicht wie er sich wünschte, den Kurs durch das DICKSTE Eis. „Ich habe über 600 € dafür bezahlt, dass wir ins Eis fahren!!!“.

Silhouette von Lübeck

Silhouette von Lübeck

Hüte Dich vor Sturm und Wind, und Deutschen die im Ausland sind…

Werde ich noch einmal eine Fracht-schiffsreise machen? Ja, irgendwann bestimmt. Aber die Urlaube in diesem Jahr sind schon geplant. Und 2015 will ich mit Mara nach ihrem Schulabschluss eine lange Reise machen. Vielleicht 2016 mit einem Frachtschiff in Richtung Kanarische Inseln?

Veröffentlicht unter 2014 Frachtschiffsreise | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Kadettrinne, und das war’s