Nicht mehr Alleine

Langsam wird es Sommer

Langsam wird es Sommer

Am Sonntag um 4:30 Uhr Getrappel an Deck, Walter, Miri und Mimi sind da. Gerade mit der Fähre aus Dänemark angekommen. Erstmal alle in die Kojen, nach der Nachtfahrt von Deutschland hierher sind alle rechtschaffen müde. Nachdem alle mehr oder weniger ausgeschlafen sind, machen Miri und Mimi einen Ausflug nach Göteborg in die City, während Walter und ich die Gegend um den Hafen in Langedrag erkunden. Langsam wird auch das Wetter sommerlich, mehr und mehr blauer Himmel ist zu sehen, und die Schauer werden weniger.

Durch die Schären weiter nach Norden...

Durch die Schären weiter nach Norden…

Montag morgens zur Volvo Penta Station bei Nimbus, ”We will not be able to make it this week“ – Na, das hätte der Typi mir ja auch schon am Freitag sagen können! Bei Wahlborgs Marina Hinsholmen ist man sehr viel hilfsbereiter. Der Chef telefoniert herum und organisiert einen Mechaniker von „Ocean Craft“. Zwei Stunden später ist Kristian da, der sich nochmal an die Entlüftung macht. An den Einspritzdüsen der älteren Modelle sei die Luft immer schwer heraus zu bekommen, verrät er mir. Nach diversen Versuchen springt der Motor wieder an. Schwein gehabt! WhatsApp an Walter, „Läuft wieder“. Sofort kommt die Antwort, „Wir kommen zurück!“, denn wir wollen heute auf jeden Fall noch los, wenn der Motor wieder läuft. Um 14:35 Uhr laufen wir aus, kreuzen durch den „Northern Channel“ auf und biegen hinter dem Leuchtemann Nr. 20  rechts ab in Richtung Björkofjorden und schlängeln uns im geschützten Innenfahrwasser nordwärts. Hinter Tjälholmen biegen wir einmal zu früh ab, was wir jedoch erst merken, als wir kurz aufsetzen. Hinterher völlig klar, sah es doch voraus ganz anders aus, als es nach der Karte hätte aussehen sollen. Nach vier Stunden Segelei machen wir im Hafen „Södra Nordön“ fest. Kalt ist es geworden, als wir abends im Cockpit hungrig unser Würstchengulasch löffeln.

Auf der Hauptstrasse durch die Dörfer am Weg...

Auf der Hauptstrasse durch die Dörfer am Weg…

Am Dienstag geht’s früh los, wir wollen den moderaten SW-Wind ausnutzen. Daher segeln wir auch nicht östlich an Tjörn und Orust vorbei, sondern im Innenfahrwasser westlich der beiden Inseln. Wir kommen durch ganz bezaubernde kleine Hafenstädtchen wie Kyrkesund, Mollösund und Gullholmen, wo das Fahrwasser die Dorfstraße ersetzt und die Schweden an statt im Garten auf ihrem Anlegesteg in der Sonne sitzen. Wir frühstücken unterwegs und mittags versorgt Walter uns mit heißen Würstchen und der letzten Scheibe Brot. Heute Abend brauchen wir mal einen Supermarkt. Als wir uns Kungshamn nähern überlegen wir, über Nacht hinter der Brücke (26 m) im kleinen Hafen Hasselösund zu bleiben. Walter kauft für das Abendessen ein und Miri und Mimi machen einen Spaziergang nach Smögen hinüber. Ich trage das Logbuch nach und klöne mit meinem Schwedischen Nachbarn, einem ehemaligen Vedding Inspektor bei Ölgesellschaften. Um 19 Uhr gibt es Abendessen, Nudeln mit Hacksauce, danach einen Kaffee / Espresso mit drei verschiedenen Schokoladen. Wie immer verwöhnt Walter uns. Abends ist der Wind eingeschlafen.

Einfahrt in den Sotenkanal

Einfahrt in den Sotenkanal

Am Mittwoch wollen wir es etwas gemütlicher angehen lassen, es ist ausschlafen angesagt. Bevor wir mittags loskommen fahren wir zurück nach Kungshamn (0.5 sm) zur Tankstelle. 49 l gehen rein, plus die 17 l auf Anholt macht das 66 l Inhalt. Ohne Overflow – ich weiß nicht warum sich der Tankwart in Strande immer so anstellt. Und beim letzten Mal nur 5 l reinbekommen hat. Dann motoren wir durch das bizarre Felsenfahrwasser in Richtung Sotenkanal. Wahnsinn, dass dieser Kanal mit Hammer und Spitzhacke durch den Felsen getrieben worden ist.

Fjällbacka im Abendlicht

Fjällbacka im Abendlicht

Am Ausgang des Sotenkanals setzen wir die G3 und das Großsegel mit dem 1. Reff und kreuzen bei NW 5 fleißig nach Norden. Außer uns ist niemand unter Segeln in dieser Richtung unterwegs. Durch den Hornösund brauchen wir einmal kurz die Unterstützung des Motors, aber er springt nicht an. Keinen Muckser. Kein Strom am Zündschloss? Zu eng, das hier und sofort genauer zu untersuchen. Wir machen kehrt und segeln einen kleinen Umweg durch die äußeren Schären. Später finden wir heraus, dass im Motorenhauptschalter wohl ein Wackelkontakt ist, der alte Schalter ist etwas ausgeleiert. Vor Fjällbacka springt der Motor wieder sofort an. Nach dem Festmachen machen wir eine kleine Runde durch den Hafen und das kleine Städtchen… viele Norweger… sehr touristischer Hafen… 400 Skr Hafengeld… Camilla Läckbergs Krimis spielen hier… und Ingrid Bergmann hat hier in den 50/60er ihre Urlaube verbracht. Abends ein blutroter Sonnenuntergang.

Vor Anker in den Schären bei Havstensund

Vor Anker in den Schären bei Havstensund

In Fjällbacka werden die Brötchen morgens nach Bestellung ans Boot gebracht, leckere helle und dunkle Brötchen. Gemächlich machen wir uns auslaufbereit. Auf halbem Weg nach Strömstad wollen wir heute irgendwo am Havstensund ankern. Bei WSW 3-4 kommen wir heute überall gut durch. Vor Grebbestad müssen wir zwei Kreuzschläge einlegen. Nachdem wir durch den Havstensund gesegelt sind biegen wir rechts ab und ankern in der Bucht westlich von Ängholmen. Die Plätze an den Felsen sind schon von Motorbooten belegt und wir legen uns neben eine Schwedische Halberg Rassy in die zweite Reihe. Mittagessen, Kaffee, Lesen, Faulenzen, Baden – genau so haben wir uns den Nachmittag vorgestellt.

Miri am Ruder, Mimi an der Seekarte

Miri am Ruder, Mimi an der Seekarte

Am Freitag die letzte kurze Etappe nach Strömstad. Miri und Mimi wollen in Strömstad wieder von Bord, von dort mit der Bahn zurück nach Göteborg und mit dem Auto weiter nach Norwegen, noch eine Woche Trekking in den Bergen. Morgens ist der Himmel noch grau, aber im Laufe des Tages reißt die Bewölkung auf und als wir in Strömstad ankommen, scheint schon wieder die Sonne. Der Wind ist mit SSW 3-4 wieder moderat und so wird es wohl auch die nächste Woche über bleiben. Wir liegen in der Marieholm Strömstad Marina und das Hafengeld ist mit Skr 290 fast „niedrig“, jedenfalls verglichen mit den Skr 400 in Fjälbacka. Heute Abend gibt es ein Geburtstags-Abschieds-Essen, denn Mimi hat heute Geburtstag. Mal sehen, was für eine Überraschung Walter heute Abend zaubern wird.

Veröffentlicht unter 2016 Sabbatical | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Nicht mehr Alleine

Kampf mit dem Strom

Weiter geht's...

Weiter geht’s…

Kurzentschlossen geht es am Donnerstag weiter. Nachmittags soll der Wind deutlich abnehmen. Allerdings so spät dass ich überlege, nicht nur bis Varberg zu segeln (dort wäre ich wohl auch erst nach Mitternacht), sondern gleich die Nacht durch bis Göteborg. Der Ableger hier unter Segeln beschäftigt mich doch mehr, als gedacht. Vor dem Einschlafen denke ich dran, und als ich aufwache auch gleich wieder. Nur mit dem Vorsegel ablegen? Ob ich das Boot dann im Hafen so lange im Wind halten kann, bis das Großsegel oben ist? Oder mit beiden Segeln? Ob SNAEDIS dann abfällt, oder ob ich in die Bojen gegenüber reinfahre? Das volle Großsegel, oder doch lieber gerefft? Tatsächlich passiert es so, wie ich es mir nicht ausgemalt habe…

SNAEDIS liegt kurzstag an der Boje, Genua 3 und volles Großsegel sind oben, Vorleine auf Slip, ich gehe nach vorne, wusele mich am Vorsegel vorbei, kurzer Blick nach oben, scheinen fast im Wind zu liegen, Vorleine los… und SNAEDIS fällt zur falschen Seite ab! Vierkant auf die Ballad zu, zwei Plätze neben uns! AHHH! Ins Cockpit, Hartruder und Großschot dicht, dichter, komm schon. Der Däne ist anscheinend ganz entspannt, entweder er vertraut mir, oder darauf dass ich eine gute Haftpflichtversicherung habe. Endlich, SNAEDIS dreht in und durch den Wind. Wir brauchen die Boote nicht voneinander absetzen, aber ein Fender hätte nicht mehr dazwischen gepasst.  Nun die nächste Hürde, Wind und Seegang stehen direkt auf die Einfahrt. Zwei Wenden im Vorhafen und dann dicht an der Luvmole vorbei durch die Einfahrt. Passt alles! Ganz einfach! Soviel Höhe brauche ich gar nicht. Danach kann ich abfallen, am Nordvestrev entlang, und später Schmetterling Kurs Göteborg. Kurz nach mir laufen Regine und Ulf mit EARL GREY aus, Kurs Grenaa. Tschüss!

Sonnenuntergang und Niesel

Sonnenuntergang und Niesel

Sonnenschein, 3-4 Windstärken von achter, was will man mehr? Nachts zieht Bewölkung von Südwesten auf. Das wird wohl der angesagte Regen für morgen früh sein. Als es hell wird, fängt es tatsächlich an zu regnen, dazu noch schlechte Sicht. Ich segele durch die Hauptzufahrt und den „South Channel“ in Richtung Göteborg. Ganz schön viel Verkehr hier, RoRo Schiffe, Fährschiffe, Kreuzfahrtschiffe, und der Wind hat sich fast komplett verabschiedet und kommt überwiegend direkt von vorne, na Klasse! Am rechten Fahrbahnrand kreuze ich auf, um nicht böse angetutet zu werden. Am Leuchtemann Nr. 28 bemerke ich, dass wir hier Gegenstrom aus der Göta Alv haben. Ganz schön im Krebsgang unterwegs. Mit 0.8 kn in Richtung 220 Grad fahre ich über Grund, steuern tue ich 70 Grad. Oh, oh. Hallo Felsen rechts von mir, hallo Stena Fähre achteraus. Noch treibe ich auf dem „Standstreifen“ rückwärts… Ist ja doch blöd, so ganz ohne Motor… Anker klar machen? Heftig winkend aufs Vorschiff stellen? Etwas mehr Geduld haben…

Der Hafenmeister im Türmchen hat hier alles im Blick

Der Hafenmeister im Türmchen hat hier alles im Blick

Irgendwann kommt wieder ein Windhauch und mit 1-2 kn über Grund schleichen wir weiter in Richtung Langedrag. Zum Glück stabilisiert sich die Windrichtung rechtzeitig zum Anlegen. Großsegel vor der Hafeneinfahrt weg, und nur unter Vorsegel kann ich halben Winds langsam die Boxengasse rein und wieder raus fahren. Einige Schilder stehen auf grün. Da, der Platz ist nicht so ewig breit. Wende, zurücksegeln, Vorsegel weg und vor dem Wind in die Box. Besser hätte ich es gar nicht treffen können, dafür setze ich mich auch vier Stunden in den Regen. Schnell an Deck aufklaren, das Cockpitzelt aufbauen, zum Hafenmeister und eine Volvo Werkstatt suchen. Letzteres ist zum Glück einfach. In der Nimbus Werft hier im Hafen ist eine Volvo Penta Station. Man verspricht mir, dass ein Mitarbeiter vielleicht heute kurz vor Feierabend kommt. Das wäre ja super…

Veröffentlicht unter 2016 Sabbatical | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Kampf mit dem Strom

„That’s out of my league…“

Der Montag ist mir nur etwas nebulös im Gedächtnis. Ein Nickerchen nach dem Frühstück, dann die Suche nach einem Mechaniker. In der Tourist-Information hat man den Tipp, es bei Jacob zu versuchen. Jacob ist Ingeneur auf der Anholt Fähre. Hinter dem Fähranleger hat er eine Bar und seine Werkstatt, ich sollte es mal nachmittags versuchen, dann sei er da. Bei einem Bier warte ich auf Jacob und komme dabei mit einem älteren Norweger ins Gespräch, der das erste Mal auf Anholt ist. Jacob lässt sich das Problem erklären und verspricht mir, am nächsten Tag kurz vor 12 Uhr im Hafen zu sein, um sich den Motor mal anzuschauen. Als ich zurück an Bord bin fängt es an zu regnen, es ist windig und ich fröstele innerlich. Kenne ich nach durchsegelten Nächten. Mit einem Buch kuschele ich mich in meine gemütliche Koje und schlafe noch zwei Stündchen, und nach dem Abendessen dann ins Bett.

Das übliche Anholt Bild

Das übliche Anholt Bild

Am Dienstagmorgen weckt mich die Sonne, gemütlich gefrühstückt. Etwas herumgepusselt, ein Photo vom Strand von der Hafenmole aus, ein paar Taklinge auf ausgefranste Enden gesetzt, morgens früh sind die meisten Teilnehmer der „Schleimünde-Anholt-Challenge“ angekommen. Bei Volker sitzen Silja und Jan im Cockpit und sie erzählen, wie es war. Haben wohl fast das gleiche Wetter gehabt, wie ich. Nord setzenden Strom (den konnte ich nicht beobachten), dafür ein paar Regenschauer. Bis halb eins ist Jacob noch nicht aufgetaucht. Ich gehe zur Bar, da steht er an seinem Auto und packt Werkzeug ein. Notfall im Gasthaus, vier Zimmer ohne warmes Wasser. Wir überlegen noch einmal, was es sein kann. Die Tankinhaltsanzeige steht schon verdächtig lange auf „voll“, vielleicht defekt und der Tank ist einfach leergefahren? Wäre zwar die peinlichste, aber auch die preisgünstigste Erklärung…

Mittags fülle ich 20 l Diesel nach. Nachmittags schaue ich die Wetterberichte für die nächsten Tage an und überlege, wie es weitergehen könnte. Göteborg direkt? Das sind 65 sm bis Langedrag, ganz schön weit. Varberg? Bua? Kullavik? Donnerstag SSW 5-6, Freitag SSW 5-6, Samstag SSW 5-6. Löst nicht gerade Begeisterungsstürme bei mir aus…

Noch ist der Hafen auf Anholt leer

Noch ist der Hafen auf Anholt leer

Abends Grillen mit den Teilnehmern der „Schleimünde-Anholt-Challenge“. Ich sitze mit den Beiden von der „Harald Blauzahn“ zusammen, ein später Feltz Entwurf, eine Schwester der „Kühnezug Goldkatze“, wenn ich es richtig verstanden habe. Yachtkonstrukteut Karl Feltz wollte mit diesem Entwurf in den 80er zeigen, dass man auch mit einem Stahlschiff ganz vorne mitfahren kann. Zwar hat es nie zu einer Teilnahme am Admirals Cup gereicht, aber national war die „Goldkatze“ recht erfolgreich. Interessant, der angedeutete, integrierte Bugwulst bei diesem Entwurf.

Am Mittwochvormittag kommt Jacob. Wir entlüften den Kraftstofffilter und die Kraftstoffpumpe, beatmen den Motor mit Starterspray, leider erfolglos. Obwohl der Diesel bis an die Kraftstoffpumpe kommt, gelangt offensichtlich nichts in den Brennraum. Vermutlich also die Kraftstoffpumpe defekt. „That’s out of my league…“, kommentiert Jacob enttäuscht.

Neuer Plan: Die nächste Volvo Werkstatt ist in Varberg. Oder auf Donsö, aber das ist mir eigentlich zu weit. Genügend Schlepper-Hilfe fürs Ablegen habe ich ja hier im Hafen. Die ganzen Segler von der „Anholt-Challenge“, und Ulf und Regine mit EARL GREY sind auch gestern eingelaufen. Fragt sich nur, wann sich ein machbares Wetterfenster auftut…

Veröffentlicht unter 2016 Sabbatical | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für „That’s out of my league…“

Anholt Challenge

Los geht's!

Los geht’s!

Eigentlich wollte ich ja die Schleimünde-Anholt-Challenge mitsegeln, aber für den Sonntag sind schon so gute Wetterbedingungen angesagt, dass ich am Sonntagmorgen meine eigene Challenge ab Strande segele. Um 8:05 Uhr auslaufen in Strande, um 9 Uhr ist Kiel LT querab. Richtung Keldsnor ist mir zu platt vor dem Laken, da nehme ich lieber den Weg durch die Marstal und Rudköbing Rinne. Hinter Marstal weht es ordentlich, wie so häufig in dieser Ecke. Und hinter der Brücke bei Rudköbing hat es sich wieder beruhigt.

Bestes Wetter im Großen Belt

Bestes Wetter im Großen Belt

Meine Gedanken schweifen ab, zu der Studie für German Tanker, die ich gerade noch fertig gemacht habe. Wenn ich Zeit auf Anholt habe, werde ich noch eine weitere Variante untersuchen. Und zu meiner kleinen Freibeuterin, die zuerst mit nach Norwegen kommen wollte, jetzt doch abgesagt hatte und nun traurig ist. Schon um 17 Uhr bin ich an der Großen Belt Brücke, es läuft gut. Zwischen Romsö und Rosnäs Puller steht eine unangenehme Welle, sieht fast aus wie Strom gegen Wind. Kann das sein? Ich hatte vorher überlegt, bei gutem Wind gleich bis Läsö durchzusegeln, aber in der Nacht fällt es mir schwer das anzugehen. Soll es morgen nicht auch wieder windiger werden? Vielleicht ist Anholt doch ein gutes Ziel, auch wenn ich schon früh da sein werde.

Mitternacht

Mitternacht

In der Nacht wird es gar nicht dunkel. Um Mitternacht steht noch ein farbenfrohes orangefarbenes Leuchten am Nordhorizont. Habe ich, glaube ich, noch nie so kräftig gesehen. Der Wind wird mehr und ich stecke das 1. Reff ins Großsegel. Als es langsam wieder heller wird denke ich, die Müdigkeit hat mich genarrt, eigentlich war das Reff wohl doch noch nicht notwendig. Der Wind raumt weiter und ich muss sogar vor dem Wind kreuzen. Ein ziemliches rumgeeier. Gut, dass ich mich für Anholt entschieden habe und nicht noch ein paar Stunden weiter muss bis Läsö. Um 5:25 Uhr passiere ich die Süd Untiefentonne vor der Insel. Vor dem Hafen die Segel runter. Direkt vor der Einfahrt bleibt der Motor stehen, Hurra! Schnell die Fock nochmal hoch. Vor dem Wind in den Hafen und am Wind zwischen dem ersten und zweiten Schwimmsteg hinein, dann die Fock weg. Zum Glück ist noch viel Platz im Hafen. Die angedachte Boje bekomme ich nicht zu fassen, und so drückt mich der Wind längsseits an den Ponton. Die Norwegische Crew von nebenan ist schon wach und nimmt die Leinen an. Glück gehabt. Schnell aufklaren, Frühstücken und ein Stündchen in die Koje.

Veröffentlicht unter 2016 Sabbatical | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Anholt Challenge

Eine Mitseglerin für Norwegen

Am Mittwoch hat sich eine Seglerin bei mir gemeldet, sie hat mich bei Facebook wiedergesehen, als sie sich in einer Segelgruppe angemeldet hat. Vor drei Jahren haben wir in Bremen mal einen Kaffee zusammen getrunken, als ich zur „Boatfit“ wollte und uns nett unterhalten. Ina fehlt noch eine Mitsegelgelegenheit in diesem Sommer. Wann? 18.-28. Juli? Das würde genau passen. Ob wir uns vorher noch mal treffen wollen? Dann jetzt sofort, ich bin ja schon fast weg. Sie ist heute zu einer Geburtstagsfeier in Hamburg. Am Hauptbahnhof treffen wir uns in der Wandelhalle. Ich kann mich noch gut erinnern, groß, braune Augen, verschmitztes Lächeln. Ich glaube, wir werden gut miteinander auskommen. Ina wird mit dem Bus nach Oslo kommen und dann schauen wir mal, wo ich am 18. Juli bin. Ich freue mich über solche spontanen Begegnungen…

Nachmittags nach Strande, die ganzen Sachen an Bord einräumen. Gewitter über Kiel, es regnet von achtern in den Niedergang. Wie zum „SilverRudder“ koche ich eine große Portion Nudeln mit Hacksauce, dann bin ich morgen auf dem Weg nach Norden versorgt. Obst und Gemüse kommt in die „Hängematte“, die ich von Marina und Uwe zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Abends wird es wieder heller und der Regen hört auf. Morgen soll die Sonne scheinen.

Veröffentlicht unter 2016 Sabbatical | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Eine Mitseglerin für Norwegen

Hallo Uwe, kannst Du bitte…

Der letzte Tag im Büro ist geschafft. Alle Emails, die mit „Hallo Uwe, kannst Du bitte…“ beginnen, sind beantwortet – oder ab Montag muß es jemand anders machen. Eine Studie für einen Deutschen Kunden habe heute noch abgeliefert und am Telefon besprochen, und eine kleinere Untersuchung für eine Chinesische Werft vor zwei Tagen. Meine Kollegin in Shanghai ist ganz erschrocken als sie hört, ich wäre 10 Wochen nicht da. „Then, who will take care of the benchmark study and other matters?“, erkundigt sie sich und fügt hinzu, „Well, you know many Chinese customers know you very well and only your name can soothe them. Your words acts as bible.“ Das ist ja süß, das höre ich gerne. Der letzte Abend zu Hause, morgen geht es los, „Ich geh segeln…“ (c) Claus Aktoprak.

Veröffentlicht unter 2016 Sabbatical | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Hallo Uwe, kannst Du bitte…

Noch 5 Tage…

Die kleine Selbststeueranlage von Raymarine ist von der Reparatur zurück, Petroleum ist nun genug an Bord, Seenot Signalmittel sind ergänzt und im Flur zu Hause stapeln sich Sixpacks mit Wasser und Apfelschorle und Klappkisten mit Bier, Wein und Proviant. Auf dem Sofa entstehen Stapel mit Klamotten. Gestern Geburtstagsfeier mit guten Freunden im „Liebslingsplatz“ in Seevetal. Die Windprognose von „Windfinder“ reicht nun schon mal bis zum nächsten Wochenende. Die „Anholt-Challenge“ mitsegeln? Oder schon am Samstag/Sonntag starten mit Kurs Nord? Das werde ich letztlich vom Wetter abhängig machen…

Veröffentlicht unter 2016 Sabbatical | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Noch 5 Tage…

Noch 10 Tage…

Seekarten komplett (die beiden Sätze für den Oslo Fjord fehlten noch), Havneguiden besorgt (oooh, waren die teuer!), Schlauchboot an Bord, Selbststeueranlage zur Reparatur, neues Polster für die Bb. Salonkoje an Bord und Probe geschlafen (himmlisch!), Wetter App installiert (macht einen guten Eindruck), Lesestoff für die 10 Wochen besorgt (ob das reicht?), Bootsversicherung auf Ost- und Nordsee umgestellt, Einkaufs- und Packlisten sind im werden…

Veröffentlicht unter 2016 Sabbatical | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Noch 10 Tage…

Schleimünde

Martina vor dem Leuchtturm

Vor dem Schleimünder Leuchtturm

„Wann warst Du zuletzt in Schleimünde?“ fragt Martina, als wir am Samstagmittag nach kurzer Fahrt von Strande dort schon mittags festgemacht haben. Da muss ich erstmal überlegen. „Mit SNAEDIS noch gar nicht… davor hatten wir 15 Jahre kein Boot… das muss mindestens 25 Jahre her sein…“, antworte ich ihr, selbst etwas überrascht, wie lange ich nicht hier war. Wir haben noch einen Platz in der ersten Reihe bekommen. Wir gehen zum Leuchtturm und beobachten die ein- und auslaufenden Boote. Eine Vindö 40 motort energisch auf die Ostsee hinaus. Ich glaube, ich kann sogar den Namen lesen, „Ile de Groix“, ob das Katrin und Achim sind? Oder Thomas, sein Bruder?

Als die Wolken aufziehen, wird es kühl im Cockpit

Als Wolken aufziehen, wird es kühl

Nachmittags dreht die ENTE einen Kringel im Hafen, aber Heiner ist es zu voll, und sie motoren weiter Schlei einwärts. Ein interessantes Hafenkino bietet sich uns, eine Karavel, die unter Segeln einläuft, kurzer Aufschiesser, Großsegel weg, und mit der Restfahrt auf einen freien Platz – gekonnt. Ein Gaffelgetakelter Klassiker, einhand, unter Motor rückwärts in eine Box – nicht schlecht. Der Segler macht ganz entspannt Leinen, Fender und Flaggenstock klar, während er sein Boot treiben lässt. Aber ein Langkieler treibt halt nirgendwo hin. Zum Abendessen hat Martina Tofu von ihrem Lieblings Asia Shop am Flachsland mitgebracht. Oberlecker. Abends ein wunderschöner Sonnenuntergang über der Schlei.

Immer wieder schön...

Immer wieder schön…

Am Sonntag ist das Wetter hautfreundlich, bedeckt, mit hoher Luftfeuchtigkeit (Regen kann man das noch nicht nennen, noch nicht mal Niesel) und wir segeln hoch am Wind in Richtung Kieler Förde zurück. Am Horizont sehen wir das Feld der „Rund Ärö Regatta“ von Marstal zurück kommen, und auch wir sind schnell zurück in Strande. Das war wieder ein schönes Wochenende mit Martina. Was mich allerdings besonders erfreut ist die neue Matratze, die ich am Freitag von Kersten abgeholt und nun zwei Nächte drauf geschlafen habe. Himmlisch! Keine Rückenprobleme, keine Kopfschmerzen. Genial! Das größte Problem für die 10 Wochen Sabatical scheint gelöst zu sein!

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Schleimünde

Alles auf „GO“

SNAEDIS am vergangenen Wochenende

SNAEDIS am vergangenen Wochenende

Mein Bereichsleiter hat mir sein OK für das 10-wöchige Sabbatical gegeben und heute ist auch der unterzeichnete Änderungsvertrag da, dass ich fünf Wochen unbezahlt frei nehmen kann. In gut 14 Tagen geht es los! Jetzt ist noch einiges zu erledigen. Ein Teil Seekarten und ein paar Handbücher für die Norwegische Küste muss ich noch besorgen. Das Schlauchboot muss an Bord. Überlegen, was ich an Kleidung mitnehme, und was ich an Proviant besorgen will. Die kleine elektrische Selbststeueranlage muss noch zur Reparatur gebracht werden, das neue Polster für die Backbord Salonkoje von Kersten abgeholt werden. Petroleum brauche ich noch mehr, und eine Rolle für den Heckanker. Die Wetter-App SEAMAN von Wetterwelt will ich noch installieren. Und noch bestimmt ein paar Dinge, an die ich jetzt noch nicht gedacht habe. Wenn das Wetter mitspielt, geht es am Sonntag, den 26. Juni zur Schlei und am Montagmorgen soll dann der Start zur „Schleimünde-Anholt-Challenge“ sein – Geschwaderfahrt nonstop nach Anholt.

Veröffentlicht unter 2016 Sabbatical | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Alles auf „GO“