Countdown oder „noch 1 Woche“

Enjas 18. Geburtstag 🙂

Langsam rückt der Abfahrtstag näher. Enja hat ihre Pflicht (ihr Abitur) und ihre Kür (ihren PKW Führerschein) erfolgreich hinter sich gebracht und am vergangenen Wochenende hat sie mit ihrer Feundin Anna auch noch ihren 18. Geburtstag gefeiert.

Da wir am nächsten Wochenende am Samstag noch den Abi-Ball vor uns haben, habe ich am letzten Samstag schon mal den Großteil unseres Proviants eingekauft: Reis, Nudeln in jeder Form, roten und grünen Pesto, Dosentomaten, Tomatenmark, Tütensaucen, ein paar Packungen Heiße Tasse für zwischendurch, Würstchen (für mich – Enja ißt im Moment kein Fleisch), Thunfisch und andere Außenbordskameraden in Dosen, ein paar Dosen Gemüse (Erbsen, Bohnen, Mais, Spargel, Pilze), ein paar Dosen Obst (Mandarinen, Mango, Apfelsinen, Grapefruit) und Milchreis in rauhen Mengen – Enja liiiebt Milchreis 🙂 Getränke: Wasser mit und ohne Kohlensäure, Apfelschorle, ein paar Tüten H-Milch als Reserve. Ein paar Flaschen Bier sind noch an Bord, aber davon werden wir eh nicht viel brauchen. Nun müssen wir am nächsten Wochenende nur noch die frischen Sachen einkaufen.

Die erste Wagenladung Proviant

Am Sonntag habe ich die erste Ladung Proviant an Bord gebracht und verstaut und noch ein paar Kleinigkeiten erledigt. Die Instrumentenkonsole über dem Niedergang lackert, die Batterien geladen, festgestellt dass von irgendwo immer noch Frischwasser in die Bilge läuft (wie meinte Marina gerade: „wenn es nur Süßwasser ist in der Bilge, bin ich beruhigt“ – ja, aber der Tank ist dann trotzdem irgendwann leer) und die Smeereeps der beiden Reffs ausgeschoren – die sollen doch noch neu, bevor wir losfahren. Die alten Smeereeps haben einfach zu viel Reck und es knackt furchtbar, wenn Last darauf kommt.

Die IRRLICHT im Hafen von Neustadt

Auf dem Rückweg fuhr ich bei Marina in Neustadt vorbei. Als ich ankam, lief die IRRLICHT mit Marina und Ralf gerade unter Segeln in den Hafen ein und ich konnte erste Fotos von der IRRLICHT unter Segeln machen 🙂 Nach einem Einlaufbier machten Marina und ich uns noch einen gemütlichen Abend unter Deck – Gewitterschauer inklusive…

Leider hat mein kleiner Ford Ka die Transport-Arie nicht unbeschadet überstanden – ich musste ihn am Montagmorgen mit gebrochener Feder hinten rechts erstmal in die Werkstatt bringen. Sieht ja schnell aus, so ein tiefergelegtes Auto, aber die Stoßdämpfer federn halt doch nicht wirklich ausreichend 🙁

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Fremdsegeln oder „noch 2 Wochen“

Am Wochenende war ich wieder mit Marina unterwegs, diesmal um ihre neue Seniorita Helmsman, die den Namen IRRLICHT bekommen wird, von Arnis an der Schlei zu ihrem neuen Heimathafen nach Neustadt an der Lübecker Bucht zu überführen.

Gewitterschauer auf dem Weg nach Heiligenhafen

Ich hatte mir für den Freitag noch einen Tag Urlaub genommen und wir fuhren Freitag vormittag mit dem PKW nach Arnis. Schnell alle Sachen an Bord geworfen und um 13:30 Uhr ging es los, damit wir die Brückenöffnung um viertel vor zwei in Kappeln noch rechtzeitig schafften. Sonniges, warmes Wetter, und im T-Shirt segelten wir bei dem Südwestwind schnell die Schlei hinunter. Von Schleimünde aus nahmen wir direkten Kurs nach Heiligenhafen. Später am nachmittags zog sich der Himmel langsam zu und von Westen her zogen dicke Gewitterwolken auf die Kieler Bucht hinaus. Die meisten von ihnen entluden ihre Ladung weit vor oder hinter uns. Zwischendurch schwächelte der Wind etwas, sodass wir die Maschine anwarfen, um den Kiel-Ostsee Weg zu kreuzen. Zum Abendessen machte Marina uns eine Riesenpfanne Nudeln mit Scampis in Tomatensauce, mit reichlich Knoblauch (mmh!) und etwas Sambal Olek scharf gewürzt – oberlecker! Inzwischen hatte es unter einer Gewitterwolke wieder etwas aufgebriest und mit über 6 kn, einmal sogar bis 7 kn preschte die kleine Seniorita weiter in Richtung Heiligenhafen. Bis wir an der Ansteuerungstonne waren war es schon ziemlich dunkel geworden, aber dank der guten Befeuerung und der Selbstwendefock war auch das Aufkreuzen im weißen Sektor bis vor die Einfahrt nach Heiligenhafen kein Problem. Um 5 Minuten vor Mitternacht waren wir fest. Müde, aber sehr zufrieden, dass die Jungfernfahrt mit der IRRLICHT so gut geklappt hatte. Noch ein, zwei Gläschen Rotwein und wir fielen müde in die Kojen.

Sonnenuntergang vor Pelzerhaken

Am Samstagmorgen waren wir wieder recht zeitig auf den Beinen, frühstückten gemütlich und machten uns dann auf den zweiten Teil der Reise. Der Wetterbericht sagte SW 4-5, in Böen 6 an, und so setzten wir vorsichtshalber das Großsegel gleich mit dem 1. Reff zur Selbstwendefock. Unter der Fehmarnsundbrücke fanden wir, vermutlich durch eine Strom gegen Wind Situation, total chaotischen Seegang. Am Ende des betonnten Fahrwassers bogen wir dann rechts ab und machten uns auf die Kreuz hinunter nach Neustadt. Nachmittags legte der Wind dann aber noch etwas zu und wir mussten auch noch das 2. Reff ins Großsegel binden. Trotz der kurzen, steilen Welle machte die kleine Seniorita ihre Sache prima, setzte fast immer weich ein und nahm auch weniger Wasser über, als ich gedacht hatte. Bis Dameshöved hielten wir uns dicht unter Land, dann ging es aber direkt gegenan und auch ganz unter der Küste war der Seegang kaum besser als weiter draußen. Deshalb legten wir in Grömitz eine kurze Pause ein und wärmten uns den Rest Nudeln vom Vortag auf. Nachdem wir satt und gestärkt waren ein kurzer Gang auf die Mole. Wie gehofft hatte der Wind deutlich abgenommen und wir machten uns auf das letzte Stück nach Neustadt. Bald konnten wir auch ganz ausreffen und gemütlich glitten wir im Sonnenuntergang durch die ruhige See in Richtung Pelzerhaken und nach Neustadt. Die Box, die uns der Hafenmeister in Neustadt zugewiesen hatte war leider belegt, aber wir fanden einen freien Platz an einem anderen Steg. Angekommen 😀 !! Marina war total glücklich, dass die IRRLICHT nun zu Hause war und erleichtert, dass alles so gut geklappt hatte.

Der Sonntag erwartete uns mit grauen Wolken und mit Regen. Zum „Glück“ mussten wir heute nicht segeln, nur noch mein Auto aus Arnis wieder abholen. Bodo, ein Freund von Marina, lieh uns seinen Wagen und über Mittag fuhren wir nach Arnis und wieder zurück nach Neustadt. Zum Abschluss des schönen Wochenendes gab es zwei große Steaks mit Tomate-Mozarelle. Als wir unsere Klamotten ins Auto brachten erwischten uns die 35 l/m², die der DWD tags darauf meldete. Triefend nass machten wir uns auf den Heimweg. Trotzdem ein sehr gelungenes Wochenende 🙂

… und am nächsten Mittwoch will Marina die erste Mittwocsregatte mit der IRRLICHT mitsegeln 🙂

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Basteln II oder „noch 3 Wochen…“

Bevor es Anfang Juli los geht, wird die ToDo-Liste immer länger. Zwar sind es auch eine ganze Menge Kleinigkeiten, wie Gummizeiser und das Reelingsnetz auf dem Vorschiff anbringen, die Nut im Großmast an der Decksdurchführung abdichten, Reservebirnen für die Posis und Reservesicherungen besorgen, Nachtlichter an den Rettungswesten anbringen, Mückennetze für Niedergang und Vorluk anpassen, die Spannschrauben der Reeling mit Splinten sichern, die Instrumentenkonsole über dem Niedergang lackieren, aber auch wichtigere Dinge, wie das über Himmelfahrt ertrunkene Ladegerät ersetzen, stehen auf der Liste.

Das neue Ladegerät von Sterling (jetzt wassergeschützt)

Leider war es nicht nur der Stecker im Cockpit Schwalbennest, auch das Ladegerät selbst muß etwas Salzwasser abbekommen haben. Denn auch nachdem ich am Pfingstwochenende das Landstromkabel erneuert hatte funktionierte das Ladegerät immer noch nicht. Naja, es ist wohl kein Zufall dass die neuen Ladegeräte auch in wasserdichten Ausführungen erhältlich sind. So ein Boot ist eben doch nicht so trocken wie ein Haus…

Die nächste Baustelle war das Echolot, das nichts mehr anzeigte, seit ich das Öl im Frühjahr neu aufgefüllt hatt. Nach längerem Suchen entdeckten wir aber zum Glück, dass es nur eine lose Steckerverbindung an einer schlecht einsehbaren Stelle hinter der Verkleidung gewesen war, die einen Defekt „vorgetäuscht“ hatte. Nachdem Silke nun auch die kaputten Nähte an der Sprayhood nachgenäht hat und ich den Petroleumkocher noch einmal auseinandergenommen und gereinigt habe, kann es eigentlich schon losgehen – aber wir müssen noch DREI Wochen Geduld haben!

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Saugeil…

… so der Kommentar von Richard während er die Videos filmt (O-Ton im Video2). An Himmelfahrt hatte er die SNAEDIS von der TRIGON (Segelgruppe der FH Kiel) aus auf dem Weg von Kiel nach Marstal aufgenommen. 🙂 🙂 🙂

Richard: DANKE für die „saugeilen“ Videos. Wer hätte nicht auch gerne SOLCHE Filme von seinem Boot? Wahnsinn!!

Hier die Links zu den Videos auf YouTube:

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Papa Allein zu Hause

Ein Nachmittag mit Marina auf der Förde

Eigentlich war für dieses Wochenende mal etwas Hausarbeit angesagt. Silke war noch mit den „Termiten“ auf Radtour an der Mosel, und als ich meine Mädels fragte, was macht Ihr am Sonntag? Enja, „Ich bin bei meinem Freund“ und Mara „Ich bin mit Louisa bei Oma und Opa“, da war klar, dass mich niemand besonders vermissen würde – Papa Allein zu Hause. Der Rasen war gemäht, die Wäsche gewaschen, das Haus gestaubsaugt, die Lampen im Bad repariert – dann konnte ich mich ja doch spontan mit Marina zum SEGELN verabreden 🙂

Wir frühstückten bei Ihr zu Hause und fuhren dann zusammen nach Kiel. Schnell die SNAEDIS klar gemacht zu einem kleinen Schlag um den Leuchtturm. Zuerst in Richtung Wentorf und Schönberg, dann Halse und halben Winds in Richtung Kiel LT. Dort wurde der Seegang allerdings so ruppig, dass Marinas Magen sich lieber einen Kurs Richtung Innenförde wünschte. Also hoch am Wind wieder zurück und unter Landschutz schmeckte auch bald die Zigarette wieder. Das zuerst so graue Wetter wurde nachmittags immer sonniger und wir segelten noch einmal bis zur Reventlou Brücke in die Förde hinein und dann zurück nach Strande. Marina freut sich, dass sie als frischgebackene Eignerin einer „Seniorita Helmsmann“ die SNAEDIS selbst in den Hafen und die Box steuern darf.

Ein super-schöner Segeltag, den wir mit Kuchen (und dem Rest Prosecco vom Frühstück) im Cockpit im Sonnenschein ausklingen lassen 🙂

Nur noch vier Wochen, dann geht Enjas und meine „Kleine Ostseerunde“ los. Die Sprayhood nehme ich nochmal mit nach Hause, da müssen noch Nähte nachgenäht werden. Ebenso den Petroleumkocher, den ich am nächsten Wochenende noch einmal auseinanderbauen und reinigen werde.

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Buenos Dias Seniorita

Am Sonntag bekam ich Besuch von Marina, einer Freundin aus Reinbek. Marina sucht schon seit längerem nach einem eigenen Boot, auf ihrer Wunschliste stehen eine „Albin Ballad“, eine „Beason 31“ oder etwas ähnliches. Auch mit einer „Banner 28“ liebäugelt sie, aber die ist vielleicht zu sportlich, wenn sie mit ihren Kindern segeln geht. Heute wollen wir zusammen an die Schlei fahren und uns eine „Seniorita Helmsman“ ansehen.

Die Seniorita Helmsmann

Nach einem gemütlichen Frühstück an Bord der SNAEDIS machen wir uns mit dem Auto auf den Weg nach Arnis. Gut sieht sie aus, die kleine „Seniorita“. Vom Konzept her wie unsere SNAEDIS, nur etwas kleiner. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass mein Vater während einer Bootausstellung Ende der 70er Jahre auch um die „Seniorita“ und die größere „Lady“ herumgeschlichen ist – nicht ernsthaft, schließlich hatte er gerade die Contessa 32 gekauft, aber man kann ja mal in Gedanken…

Der alte und die neue (?) Eignerin

Das Boot macht einen guten Eindruck. Das ältere Ehepaar, dass die „Seniorita“ nun über 25 Jahre lang gesegelt hat, hat die kleine Lady gut in Schuß gehalten. Das Boot ist offensichtlich trocken (Pullover und andere Kleidungsstücke werden unter den Kojen gestaut), die Bilge ist sauber, der Motor fast neu, lediglich das Unterwasserschiff muß gelegentlich mal neu gemacht und das Großsegel ersetzt werden. Nachdem wir uns alle Segel angesehen haben und auch in alle Ritzen gekrochen sind wollen wir aber auch mal sehen, wie sich die kleine Lady segelt. Der Eigner setzt die Selbstwendefock und das Großsegel mit einem Reff und wir segeln ein Stück schleiaufwärts. Das Boot liegt leicht auf dem Ruder, läuft eine super Höhe und es ist einfach eine Freude, die „Seniorita“ zu steuern. Für den Rückweg fast vor dem Wind hätten wir eigentlich das Reff ausschütten können, aber so ist es ganz gemütlich.

Auf dem Heimweg sitzt Marina mit leuchtenden Augen hinter dem Steuer und für sie ist klar: ich will, ich will, ich will 🙂 🙂 🙂

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Ansegeln 125

Das diesjährige Ansegeln stand unter dem Motto „125 Boote – 125 Jahre KYC“. Die Idee war, zur Ansegelveranstaltung auf der Förde 125 Boote zusammen zu bekommen, aber leider war die Wettervorhersage schon seit Tagen ungünstig: es war zwar sonniges Wetter, aber auch niedrige Temperaturen und stürmische Winde angesagt. Zwar korrigierte der „Windfinder“ seine Windprognose schon seit Tagen immer ein bißchen weiter nach unten, aber am Samstag waren dann immer noch WNW 5-6 Bft., in Böen bis 7 Bft. angesagt.

TRIVIA beim Start der 1. Gruppe - (c) Hubert Miehe

Für die Wettfahrtbegeisterten sollte es zusätzlich zur Geschwaderfahrt auch eine Regatta geben. Und da Heiner mit der ENTE nicht segeln konnte (die ENTE bekommt gerade einen neuen Mastfuss) bot er mir an, zusammen mit zweien seiner Mittwochsregatta-erprobten-Crew bei mir auf der SNAEDIS mitzusegeln. Am Samstagvormittag trafen Heiner, Klaus, Gustav und ich uns um 11 Uhr in Strande und segelten mit der SNAEDIS in die Förde hinein nach Düsternbrook. Dort sollte vor dem alten Olympiahafen um 13 Uhr der Start zur Wettfahrt sein. Das Wetter hatte zumindest den Vorteil, dass uns die Entscheidung, ob wir mit oder ohne Spinacker segeln wollten, sozusagen abgenommen wurde. Langsam trafen die übrigen Teilnehmer am Startgebiet ein. Besonders eindrucksvoll war, das auch zwei 12-er (12 m R Yachten) der ersten Generation, die HETI (sogar noch gaffelgetakelt) und die TRIVIA (schon hochgetakelt) am Start erschienen. Bei gutem Wetter war eine längere und eine kürzere Bahn vorgesehen gewesen, aber nun schickte uns die Wettfahrtleitung „nur“ auf die Starkwindbahn in der Förde.

Was für ein Segeltag! - (c) Christian Prien

Unser Start klappte prima, wir waren ziemlich genau beim Schuß vor allen anderen Teilnehmern auf der Linie und hatten freien Wind, während sich die zumeist größeren und schnelleren Boote hinter uns gegeneinander beharkten. Zuerst ging es mit einem Schrick zur roten Tonne vor Laboe, hoch am Wind zur grünen Tonne vor Bülk, dann raumschots mit zum Teil 8.5 – 9 Knoten zurück in die Förde zur grünen Tonne vor der Reventlou Brücke, dann wieder raus nach Laboe (diesmal eine rote Tonne weiter) und schließlich auf eine Kreuz bis zum Ziel zwischen Schilksee und Strande. Wir hatten uns für die Genua 3 und das volle Groß entschieden, was in den Böen auf Kursen Hoch am Wind vielleicht zu viel Segel war, dafür waren wir zwischen den Böen doch etwas schneller als die Konkurrenz. Nach gut 3 Stunden waren wir im Ziel und bei dem tollen sonnigen Wetter hatte es heute riesig Spaß gemacht. Insbondere auch, weil ich mit Heiner, Gustav und Klaus ein Mannschaft an Bord hatte, die auch sonst auf den Mittwochsregatten erfolgreich auf unserem Schwesterschiff, der ENTE segelt.

Preisverleihung, 3. Platz - (c) Hubert Miehe

Ab 18:00 Uhr traf man sich dann in der vom Fahrtenausschuss (Kalkreuths) und Dieter Kipcke sehr geschmackvoll dekorierten Bootshalle zum gemeinsamen Essen, zur Siegerehrung und folgendem Klönschnack bis in die Puppen. Eine gelungene Veranstaltung, die jetzt noch einmal ‚richtig‘ Appetit macht auf die Saison. Wir waren sehr zufrieden, waren wir in der Gruppe 2 nach berechneter Zeit doch drittes Schiff von 14 Startern geworden 🙂

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Pfingsten Rund Alsen

Der "Skip" vor dem Fliegenden Holländer

Ein herrlich sonniges Pfingstwochenende liegt hinter uns. Drei Tage mit Sonne und blauem Himmel, der erste Tag mit sehr wenig Wind, der zweite mit leichtem bis mäßigen Wind und der Montag zum Nachmittag hin richtig knackig.

Ich war mit Mexi, einer Freundin aus Dänemark unterwegs. Am Samstagmittag kreuzten wir bei leichtem NE-lichen Wind aus der Kieler Förde hinaus setzten den Kurs in Richtung Schlei ab. Der Wind war allerdings sehr zurückhaltend, drehte im Laufe des Tages über E auf SE, sodaß wir auf dem Stollergrund sogar den Spinacker setzen konnten, aber zu viel mehr als 2-3 Knoten reichte es meistens nicht. So waren wir ganz froh, dass wir es abends immerhin bis zur Schlei geschafft hatten und nicht schon in Damp einkehren mussten. Etwas versöhnt wurden wir dadurch, dass wir in Höhe des Sperrgebietes unseren ersten Schweinswal der Saison gesehen haben (!) und mit dem Spinacker halben Winds bis nach Maasholm die Schlei hoch segeln konnten 🙂

Mit uns waren die EARL GREY (X 99) von Ulf und die MATILDA (Spaekhugger) von Regine nach Maasholm gesegelt. Für die nächsten beiden Tage entwickelten wir die Idee, am Sonntag bei dem zu erwartenden E-Wind Rund Alsen nach Sonderburg zu segeln, und dann am Montag bei dem angesagten W-Wind zurück nach Strande. Ob der Wind auch das machen würde, was angesagt war?

Mexi freut sich auf's Spinackersegeln

Am Sonntag machten wir uns dann auf dem Weg Rund Alsen. Der Wind drehte im Laufe des Tages sogar etwas südlich, sodaß wir bald schon wieder den Spinacker setzen konnten. Kurz vor Gammel Pöl kreuzte eine Albin Accent unseren Kurs, auf deren bunt bemalte Windfahne ich aber erst zu spät reagierte: die SY Sieben von Susanne! Auch auf einem Probeschlag für die „Kleine Ostseerunde“. An der Nordspitze von Alsen nahmen wir den Spinacker wieder weg und hatten noch eine feine Kreuz durch den Alsfjord. Kurz hinter Dyvig kam uns die MATILDA unter blau-weiß-rotem Spi entgegen, aber der Abstand war zu groß, daß sie uns nicht bemerkten. EARL GREY und MATILDA wollten in die Mjels-Vig, während wir über Nacht in Sonderburg bleiben wollten. Bis zur Ansteuerung des Alsensundes kamen wir noch gut voran, aber dort verließ uns der Wind bzw. das bißchen was noch übrig war, kam direkt von vorne. Also, schweren Herzens und gedenk der fortgeschrittenen Uhrzeit (wir wollten die Brückenöffnung in Sonderburg um 20:30 Uhr noch mitbekommen) nahmen wir die Segel weg und legten die letzten Meilen mit Hilfe unserer Keller-Genua zurück. In Sonderburg fanden wir, etwas überraschend zu Pfingsten, noch ohne Probleme einen Platz im Yachthafen.

Für den Montag hatte der Dänische Wetterbericht Winde bis 7 m/s angesagt, also ließen wir heute die große Genua mal im Sack. Auch mit der Genua III ging es flott nach Süden, allerdings blickten wir etwas neidisch auf eine First 27.7, die mit ihrem großen Genacker am Rüssel mühelos mit uns mithalten konnte. Weiter draußen zog ein etwa größeres modernes „Rüssel-Boot“ mit schwarzem Genacker zügig an uns vorbei. Die Fortschritte der letzten 30 Jahre Yachtentwicklung waren auf diesem Kurs heute deutlich zu spüren. Trotzdem ein genialer Segeltag bei 4-5 Bft. von achtern, mit einem sportlichen Abschluß hoch am Wind die Strander Bucht hinein.

Nach dem Aufklaren saßen wir als zwei rote „Tomaten-Gesichter“ (auch das Eincremen mit Sonnenschutz Faktor 50 hat zum Teil nix genützt) bei Alexy’s an der Strander Ostmole und ließen das lange Wochenende gemütlich ausklingen.

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Auf in den Kampf

Vorbereitung auf das mündliche Abi in Mathe

Donnerstag, den 17. Mai

SNAEDIS von der TRIGON aus gesehen

Gestern Abend bereits sind wir am Boot angekommen. Unterwegs sind Papa, meine Schwester Mara, ihre Freundin Louisa und ich. Wir haben unsere IKEA Taschen an Bord getragen und uns einen im Schlafsack abgefroren. Nun haben wir lecker gefrühstückt und uns Brötchen für tagsüber geschmiert, waschen noch schnell Geschirr und Zähne und können uns dann auf den Weg machen. Ansteuern werden wir zunächst mal Marstal. Zwar regnet es den restlichen Tag über nicht mehr, doch es ist recht windig und die Wellen sind auch recht hoch. Sofort nach dem Segelsetzen flitzen wir mit 7 Knoten durch die Wellen. Fast den ganzen Weg nach Marstal sitze ich an der Pinne. Was ein Glück.

Die TRIGON der Segelgruppe der FH Kiel überholt uns

Zwischendurch machen wir ein Reff ins Groß, im selben Augenblich fängt Mara an, Möhrenhexel auszuspucken. Das meiste fängt sie mit ihrem Kragen auf. Den restlichen Tag auf See verbringt sie unter Deck in der Koje zusammen mit der Pütz. Papa leert sie in regelmäßigen Abständen (die Pütz). Das andere Kind kotzt auch, allerdings nicht ganz so ausdrucksvoll und eher geringe Mengen. Also segeln Papa und ich quasi zu zweit – eine gute Übung für den Sommer. Die betonnten Rinne nach Marstal kann man genau hoch am Wind anliegen und wir sind irgendwie das einzige Boot unter Segeln und sorgen für große Aufmerksamkeit. Platz gibt es im Hafen noch viel, doch das Anlegen gestaltet sich schwieriger als gedacht: die Box ist einfach viiiieeeeel zu breit für uns! Strom funktioniert nicht. Die Sicherung knallt sofort wieder raus. Na toll! Aber wir sind ja hart im Nehmen, wir schaffen das auch so! Der Tag endet in ruhiger und entspannter Abendatmosphäre. Und ich versuche mich noch ein wenig auf meine mündliche Mathe Prüfung vorzubereiten 🙁

Freitag, den 18. Mai

Frühstück in Marstal

Die zweite Nacht war schon nicht mehr ganz so kühl. Papa ist ganz stolz: er hat jetzt sogar das zweite Mal bis halb acht geschlafen. Mara weckt dann zu gegebener Zeit den Rest der Crew. Morgendliche Prozeduren werden erledigt und als dann auch die Polster, die gestern wohl irgendwie nass geworden sind, wieder einigermaßen trocken unter Deck liegen, können wir los. Unter Großsegel aus dem Hafen raus und dann mit der Genua 3 die Rinne raus kreuzen. Ich schufte beim Vorsegel dicht holen, der Rest entspannt beim Steuern und Schoten und Backstagen loswefen. Wir fahren zuerst etwas höher, um dann um die Mittagszeit nach Maasholm abzufallen, den Spi zu setzen und zu schlafen. Ein bißchen so wie ein Pferd kurz vorm durchgehen, der Wind kommt nämlich ganz schön spitz und wir sind mit gut 8 Knoten unterwegs.

Ansteuerung der Schlei

Vor dem Eingang der Schlei wird es voll. Wir bergen den Spi, zumindest beim zweiten Anlauf, nachdem Papa mich eingeweiht hat und ich nun auch Bescheid weiß, dass das Bänzeldingbums zum Bergeschlauch runterzuziehen noch belegt ist. Wir werden mal wieder erschrocken von der Seite angestarrt. Egal. Etwas anders als die anderen – aber hey, wer ist das nicht! Slalomfahrt um die Segler, die motoren. Vor der Hafeneinfahrt nehmen wir dann ausnahmsweise mal ganz unspektakulär das Großsegel runter. Einen super Liegeplatz finden wir sofort. Die Boxengröße ist perfekt: ca. 15 cm Platz an jeder Seite, sodass man ohne Probleme und Angst ins Wasser zu fallen die Achterleinen befestigen kann. Darüber, dass wir mal wieder als einziges Boot einen guten Meter hinten aus der Box rausragen, sehen wir geflissentlich hinweg. Wir haben sogar wieder Strom, allerdings nur für Geräte, die direkt an die Kabeltrommel angeschlossen werden. Der Stecker für das Ladegerät war wohl gestern zu lange auf Tauchstation und lässt die Sicherung sofort rausspringen. Auch abtrocknen hilft nicht. Entspannen bis zum Abendbrot. Dann wieder Mathe 🙁

Samstag, den 19. Mai

Bei leichtem Wind von vorn geht es nach Hause

Unser letzter Segeltag ist genauso gut wie der vorige. Das Wetter ist schön, die Sonne scheint und der Wind ist nicht komplett von uns gewichen. Wir frühstücken und machen das Boot klar. Genua raus und dann kann es los gehen. Wir motoren hinter den anderen im Gänse- ähhh was auch immer hinterher, damit wir niemanden erschrecken und zur Verzweiflung bringen, wenn wir die Segel hochziehen und aus der Schlei rauskreuzen würden. An der Ansteuerungstonne also dann endlich das Großsegel hoch und sich vom Regenwasser der Nacht nass machen lassen. Dann die Genua dran basteln und auch hoch damit. Mara meckert, dass wir nur 6 Knoten fahren. Wir probieren noch einmal aus, ob wir das schaffen, mit der entsprechenden Technik unsere Route in eine elektronische Karte einzeichnen zu lassen. Unserer Meinung nach klappt das einwandfrei! Mara wird langsam langweilig und mit der Zeit kommt der böse Wunsch auf, dass ihr doch mal wieder schlecht sein könnte. Klappt nicht! Mittagessen auf dem Wasser. Viel zu schnell sind wir wieder im heimischen Hafen und können und müssen mit dem Einpacken, Aufräumen und Putzen anfangen. Abendessen in Schilksee und den schönen Segeltagen nachtrauern.

Sonntag, den 20. Mai

Sonntagmorgen um 9.00 Uhr kommt Mama und bringt unsere sauberen Sachen mit, die wir zur Konfirmation anziehen. Das erste Mal ohne Brötchen frühstücken und dann auf in die Kirche. Ein schönes Fest! Kaputt und müde dann spät Abends endlich zuhause.

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Wie einst im Mai…

LT Bülk am Eingang der Kieler Förde

Ziemlich genau 30 Jahre muss es her sein, als ich mit Anja und Achim vor meiner eigenen mündlichen Abiturüpüfung im Mai 1982 eine Woche segeln war. Nun macht meine eigene Tochter Enja gerade ihr Abitur (die schriftlichen Prüfungen sind schon vorbei, und nächste Woche ist die mündliche Prüfung) und ich war wieder mit Anja und Achim segeln, allerdings nur einen Nachmittag. Mit Achim bin ich immer im Kontakt gewesen, aber Anja habe ich bestimmt 25 Jahre lang nicht gesehen.

Die neue Genua 3, vom Segelmacher zunächst zu lang im Vorliek geliefert, habe ich inzwischen auch nachgebessert von „Sail-House“ zurückbekommen. Mmmm, so viel hat sich ja nicht geändert. Der Ring am Kopf ist abgeschnitten und durch ein eingestanztes Auge ein paar Zentimeter darunter ersetzt. Ob das reicht? Werden wir ja gleich sehen…

Schleswig-Holstein Wetter

Um 12 Uhr sind Anja, Achim und Katrin an Bord. Wir haben kühles, aber sonniges Rückseitenwetter und in der Sonne leuchten die gelben Rapsfelder an Land. „Schleswig-Holstein Wetter“, sagt Anja. Hinter Bülk setzen wir den Kurs in Richtung Schlei ab. Am Sperrgebiet machen wir noch einen Schlag in Richtung Damp, dann segeln wir wieder zurück. Erstaunlich, wie wenig man/frau sich in 30 Jahren geändert hat. Alle sind wir zwar etwas älter geworden, ein paar Falten sind dazugekommen, mit mehr oder weniger „Lebenserfahrung“, aber die Mimik, die Gestik, die Stimme, der Mensch ist doch irgendwo der Gleiche geblieben. Alter man denn nur körperlich? Und bleibt die Persönlichkeit doch irgendwie die Gleiche? Anja ist jedenfalls immer noch die emsige Regattaseglerin, die beim Segelsetzen am Mast stehend ins Fall greift (halt wie beim Regattasegeln üblich) und kritisch den Stand der Segel beäugt (Uwe, ich glaube der Holepunkt kann noch einen weiter nach achtern!), braun gebrannt und mit 3/4-tel Hose (Bibber!).

Einen Versuch gebe ich "Sail-House" noch!

Bei dem Wind um 4 Bft. sind wir mit der Genua 3 genau richtig besegelt, nur ist das Fall wieder am Anschlag. Immerhin hängt das Vorliek „kaum“ noch durch. Etwas besser ist es schon geworden, nach der ersten Nachbesserung. So richtig toll finde ich das aber immer noch nicht 🙁

Nach dem Segeln sitzen wir noch gemütlich im Cockpit und lassen es uns bei Tee und Kuchen gut gehen. Die Genua 3 kommt gleich wieder ins Auto (2. Versuch, Herr Wohler). Beim Abschließen werfe ich noch einen Blick in die Bilge: „Huch, alles voll Wasser“ – aber eindeutig kein Salzwasser! Wo kommt das denn nun wieder her? Schnell noch die Bilge gelenzt, aber die Ursache werde ich erst am nächsten Wochenende erforschen könen.

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