Sao Miguel II

Heiße Quellen und Schwefeldämpfe in Furnas

Heiße Quellen und Schwefeldämpfe in Furnas

Nach einem gemütlichen Frühstück und ausgiebiger Körperpflege schmieden wir Pläne für die nächsten Tage. Heute (Do) muss das Großsegel zum Segelmacher, Freitag wollen wir nach Terceira segeln um dort zwei Tage (über Pfingsten) zu bleiben, Montag soll es nach Faial (Horta) gehen, Dienstag/Mittwoch zurück nach Sao Miguel. Dann haben wir noch zwei Tage in Ponta Delgada, bevor wir Samstag früh in Richtung Porto auslaufen werden. Mal sehen, ob es alles so klappt.

Nach dem Frühstück kümmern sich Onno und Robin um Maintenance am Boot, Christine und Katrin kümmern sich um Leihwagen und Einkauf, Luzy und ich holen den Code Zero, Sitzpolster und die Tasche des Rettungskragen von der Reparatur beim Yacht Service ab. Danach gehen wir zum „richtigen“ Segelmacher auf der Werft, der soll den Riss im Großsegel reparieren. Ein junger Mann mit Segelerfahrung auf Regatten und „Big Boats“, nach der Mittagspause will er vorbeikommen und entscheiden, ob er das Segel zur Reparatur in die Werkstatt mitnehmen muss.

Wie ein Blick aus dem Flugzeug auf die Steilküste

Wie ein Blick aus dem Flugzeug auf die Steilküste

Gerade als Christine und Katrin vom Einkaufen wiederkommen steht auch der Segelmacher am Boot. Als er hört, dass wir morgen in Richtung Terceira aufbrechen wollen, bietet er uns an das Segel sofort zu reparieren – eigentlich hat er erst am Wochenende Zeit dafür. Ruck-Zuck hat er das Segel fast im Alleingang abgeschlagen und wir helfen ihm das Segel auf seinen Arbeitsboden zu hieven. Nachmittags zischen Christine, Katrin und Onno mit dem Leihwagen los, um auch noch etwas von San Miguel gesehen und in den heißen Quellen gebadet zu haben. Sie besuchen jedoch nicht den Teich mit der „Kürbissuppe“, sondern eine „saubere“ Quelle von Dona Beija.

Später stauen Katrin und Robin die Segel in der Segellast neu, Christine und Katrin erarbeiten einen Stauplan für den Proviant, der Segelmacher bringt das reparierte Großsegel zurück und Hannes und ich schlagen das Großsegel wieder an. Hannes muss zugeben, dass es viel schneller geht, die Rutscher am Segel zu lassen und sie nur von der Schiene zu fädeln (wie vom Segelmacher vorgeschlagen), als die Rutscher auf der Schiene zu lassen und vom Segel abzuschlagen (wie sonst im ASV üblich). Danach ziehen wir Luzy in den Mast, um das beschädigte Spifall zu klarieren und die Länge des Fockstags auszumessen. Der See-TM will ein neues Fockstag anfertigen lassen und benötigt die genaue Länge.

Zum Abendessen gibt es den Rest Ratatouille, dazu hat Onno aus dem Reis ein sehr leckeres Nasi Goreng gezaubert. Zum Nachtisch gibt es „Quejadas“, kleine Küchlein, von denen man aber nur eines schafft. Gemeinsam verfassen wir eine weitere Tagesmeldung von Bord des W4 für die Webseite des ASV.

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Kreuzfahrt und Delphine

Der Atlantik zeigt sich ungestüm

Der Atlantik zeigt sich ungestüm

6 Uhr aufstehen, 7 Uhr auslaufen. Im Hafen pfeift es immer noch, also bleiben wir bei der G4 und dem 2. Reff im Großsegel. Der Wind kommt genau daher, wo wir hinwollen, zurück nach Ponta Delgada. Weiße Schaumkronen biegen um die Ecke. Bei Setzen des Großsegels reißt uns ein Reffgattchen aus – blöd. Ein langer Schlag nach NW, ein kurzer nach ENE, 25-30 Knoten Wind von vorne, 2 m Seegang. Manchmal schlafft der Wind auf 20 Knoten ab, aber zwischendurch haben wir auch mal 35-40Knoten.

20 vor 9 Uhr sehen wir eine viertel Meile entfernt einen Wal blasen. Kurz danach kommt eine Schule Delphine von achtern angeflitzt und springt durch die Wellen. Sie begleiten uns aber nicht lange, vielleicht sind wir ihnen heute zu langsam. Nach der Mittagspause unter Deck lasse ich mir den Bohnentopf von gestern nochmal durch den Kopf gehen. Christine und Luzy hatten heute morgen neu geklebt (ein Scopoderm Pflaster gegen Seekrankheit), ich habe gedacht ich probiers mal ohne…

Danach darf ich ans Rad und mir geht es schnell wieder besser. 12 sm vor Sao Miguel schlafft der Wind wieder ab (wie gestern), dann brist es wieder auf 30-35 Knoten auf. Über Vila Franca do Campo steht ein bunter Regenbogen. Ponta Delgada versinkt hinter Regenschleiern und eine markannte Regenfront kommt näher. „Erst der Wind, dann der Regen – kannst Du Dich ruhig Schlafen legen“ – gilt das hier eigentlich auch?

Mit dem Regen hört der Wind tatsächlich auf und wir können ganz entspannt anlegen. Gleich darauf steht auch schon Robin am Steg, unser siebter Mitsegler. Er ist heute Mittag eingetroffen und hat sich in der Stadt die Zeit vertrieben. Hannes, Katrin und Christine zaubern uns ein leckeres Abendessen. Ratatoille mit Reis, dazu Salat, den Christine gestern Abend schon angefangen hatte.

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Qashqai Tours

Azorisches Meerwasserwellenbad

Azorisches Meerwasserwellenbad

Wir frühstücken ganz gemütlich und ausführlich, alle sind noch müde. Luzy sitzt währenddessen beim Harbour Captain, Immigration und Zoll um einzuklarieren. Wir wollen eine Tour über die Insel machen und beratschlagen, wie wir das am besten machen. Mit dem Bus? Oder per Taxi? Oder doch einen Mietwagen? Wenn es keinen Wagen mit sechs Sitzplätzen gibt, brauchen wir zwei Fahrzeuge. Hannes organisiert einen „Qashqai +2“ mit sieben Sitzplätzen.

Ponto do Castello

Ponto do Castello

Von „Vila do Porto“ fahren wir zum schönsten Strand der Insel, nach „Bahia da Praia Mormosa“. Onno badet, die Mädels sammeln Steine und ich mache ein Nickerchen in der Sonne. Weiter fahren wir zum Leuchtturm „Ponta do Castello“ im Südosten der Insel. Von dort haben wir einen herrlichen Blick auf den Ort „Maia“. In „Santa Barbara“ essen wir in einem kleinen Restaurant einen azorischen Bohnentopf „Feijoada“, danach gibt es sehr süße und gehaltvolle Nachspeisen. Puuhh! Ich brauche keinen Zucker in den Kaffee und an Essen mag ich auch noch nicht gleich wieder denken.

Hof bei "Santa Barbara"

Hof bei „Santa Barbara“

Über den Norden der Insel fahren wir weiter nach „Sao Pedro“. Dort in der Nähe befindet sich Santa Maria’s Rote Wüste, die „Deserto Vermelho“, die wir uns ansehen wollen. Die Strasse dorthin ist gerade wegen Bauarbeiten gesperrt, aber das schreckt uns nicht ab. Mangels Schildern schlagen wir uns zwei Kilometer nach der Kreuzung (wie im Azorenführer beschrieben) nach backbord in den Wald, aber eine rote Wüste finden wir nicht. Auch ein weiterer Schlag nach steuerbord entlang eines Kuh-Trampelpfades bringt uns unserem Ziel nicht näher. Dafür stehen wir wieder auf einer Strasse, an deren Anfang wir ein Hinweisschild zum „Deserto Vermelho“ finden…

Die Rote Wüste von "Santa Maria"

Die Rote Wüste von „Santa Maria“

Den letzten Kilometer zur roten Wüste fahren wir dann einfach mit dem Auto. Inmitten von grünen Wiesen stehen wir in der ein paar Fußballfelder großen roten Sandwüste. Bizarr! Außer Eisenoxid ist der Boden auch noch sehr bleihaltig und verhindert jeglichen Pflanzenwuchs. Nun müssen wir uns auch beeilen zurück zu kommen, um unser Auto pünktlich um 19:30 Uhr wieder abzuliefern. Zurück im Hafen gehen wir in den „Clube Naval“ zu einigen freundlichen Brandys und Bierchen. Mit steigendem Pegel haben wir auch immer mehr Spaß am Formulieren unserer Email an den See-TM über den ersten Schlag mit dem W4 auf der Etappe Azoren – Porto für die Homepage des ASV.

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Überfahrt nach „Santa Maria“

Grins! 10 Knoten geknackt :-)

Grins! 10 Knoten geknackt 🙂

Nach dem Frühstück fahren Hannes und ich zum Yachtservice, der von einem Deutschen betrieben wird und bei dem unsere Vorgängercrew den Code Zero zur Reparatur abgegeben hat.“Der Code Zero? Nein, heute noch nicht fertig, vielleicht morgen.“ „Ein Auge ins neue Spinnakerfall spleißen? Nee, mach ich nicht! Mit geflochtenem Mantel wird das doch sowieso nix!“ „Wieso soll denn ein Knoten die Bruchlast verringern?“

Schnarchnase!

Bilderbuchwetter :-)

Bilderbuchwetter 🙂

Hannes fährt mit Christine noch einmal zum Einkaufen um restlichen Proviant zu besorgen, Onno und Katrin machen das W4 unter Deck klar, der Rest der Crew hat „frei“ bis zum Auslaufen.

Kurz nach Mittag legen wir ab. Vorne lassen wir die G4 dran, das Großsegel setzen wir mit 2 Reffs. Draußen erwarten uns 25-27 Knoten Wind und das bißchen Segel reicht für 8-9 Knoten. Direkt vor der Küste ist es noch böig, aber nach einer Stunde flaut es ab und wir reffen aus.

Geht doch!

Na bitte, Geht doch!

Die Sonne scheint, bald sind wir in der hohen Atlantikdünung  und das W4 kommt zeitweise richtig ins Laufen. Ein paar Mal knacken wir die 10 Knoten Marke. Wir steuern abwechselnd, erst Onno, dann ich, danach Hannes, der aber schnell Katrin das Rad in die Hand drückt. Sie hat sich bisher nicht getraut, aber nachdem sie merkt, dass das W4 sich viel leichter steuern läßt als die gewohnte „Ile“ (eine Vindö 40 mit Langkiel), ist sie kaum noch vom Ruder wegzukriegen.

Kurz nach 21 Uhr bergen wir vor dem Hafen die Segel. Am Kopf des inneren Schwimmstegs ist noch Platz. Nachdem wir W4 festgebunden haben pilgern wir ins Dorf, das hoch über dem Hafen auf der Steilküste thront. In der Jugendherberge versichert man uns, dass es weiter die Straße hinauf Restaurants gibt, die jetzt auch noch geöffnet haben. Luzy holt Hannes mit dem Taxi nach, da der steile Weg über das alte Kopfsteinpflaster nichts für ihn war. Im „Central Pub“ bekommen wir ein Bier und sogar noch etwas zu Essen. Kurz nach Mitternacht sind wir an Bord zurück. Gute Nacht!

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Sicherheitseinweisung

W4, mit modernem kraftvollen geraden Steven

W4, mit modernem kraftvollen geraden Steven

Hannes holt Christine zu nachtschlafender Zeit vom Flughafen ab. Sie hat gestern den Flug über Terceira hierher nicht mehr erwischt und musste auf den Flug heute morgen warten. Bis die beiden zurück sind, sind wir auch aufgestanden. Wir frühstücken mit Müsli, Obst und Rühreiern mit Speck und Zwiebeln. Und wir gewinnen langsam den Eindruck, das wir alle Individualisten sind, mit entsprechend unterschiedlichen Vorlieben – so reicht die Meinung über die Zubereitung des morgendlichen Tees von „ein Beutel, den kann man auch noch mehrmals benutzen“ bis hin zu „fünf Beutel“ 🙂

Vormittags Sicherheitseinweisung, Lenzpumpen, Feuerlöscher, Hydrauliksystem. Wir schlagen einmal probeweise das Trysegel am Mast und die Sturmfock am losnehmbaren Kutterstag an. Nach dem Mittagessen, es gibt Spaghetti mit Zuchini-Pesto, gehen wir zum Üben für zwei Stunden Segeln. Stagfock mit 3. Reff im Großsegel, Ausreffen zum 2. Reff. Wende, Halse, ich steuere ein Stück, danach Onno. Für die 20-25 Knoten Wind ist das lächerlich wenig Segelfläche, aber für uns zum „aufwärmen“ gerade richtig. Der Anleger bei dem kräftigen Seitenwind ist schon eine Herausforderung für die noch nicht eingespielte Crew.

Das Schiff aufklaren, dann gehen wir zum Abendessen noch einmal ins „Alianca“. Diesmal zu sechst. Christine und Onno bestellen sich Fisch, wir anderen bleiben beim „Half House Beef“, das uns schon die Tage vorher gut geschmeckt hat. Zum Nachtisch gibt es eine oberleckeren „Orange Pudding“. Morgen wollen wir dann richtig segeln gehen, wir werden zur Insel „Santa Maria“ südlich von „Sao Miguel“ hinübersegeln.

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Bootsübergabe und Reparaturen

Leuchtturm am Ponta do Escalvado

Leuchtturm am Ponta do Escalvado

Heute um 11 Uhr sollte die Übergabe des W4 an die neue Crew sein. Da das Reinigungskommando unter Deck noch am Werkeln war, gingen wir alle hinüber zum Yachtclub und stellten Tische aneinander. Minutiös gingen wir die Übergabelisten durch, welche Ausrüstung ist vorhanden und funktionsfähig, welche ist nur „bedingt“ funktionsfähig, und was ist defekt oder nicht an Bord. Dann war das W4 unseres! Kurzer Rundgang an und unter Deck, Kojen verteilen. Ich bekomme die Kasperkoje (Lotsenkoje) im Salon, das ist die längste Koje. Luzy wohnt an Steuerbord achtern in der Schifferkabine, Hannes an Backbord achtern in der Steuermannskabine, Onno zieht in eine Koje im „Gelben Salon“.

Farnbäume

Farnbäume

Wir erstellen eine erste Einkaufsliste. Hannes und Onno fahren einkaufen, Luzy und ich machen eine Pause bei Döner und Kuchen, danach vertiefe ich mich in die Elektrik. Die Steuerbord Positionslaterne im Bugkorb leuchtet nicht und die Vorgängercrew hat eine neue Posi als Ersatz besorgt. Bevor wir jedoch viele neue Löcher in die Niro Befestigungsplatte bohren hat Lucy die Idee, doch erstmal zu prüfen, ob denn überhaupt Strom ankommt. Verteilerdose öffnen und siehe da – ein Kabel ist lose, Spannung liegt an. Eine halbe Stunde später leuchtet die alte Posi wieder. 98,81 EURO gespart.

Gegen 21 Uhr fahren Luzy und ich zum Flughafen, um Katrin abzuholen. Aber der Flug von Lissabon ist „delayed“, er kommt erst morgens am nächsten Tag. Unverrichteter Dinge fahren wir zurück in den Hafen. Gerade als wir wieder an Bord sind, ruft Katrin per Handy an, „Ich steh hier am Hafen, wo finde ich das WALROSS?“ Weil der Flug von Lissabon ausfiel, war Katrin von Lissabon erst nach Terceira, und von dort nach Ponta Delgada geflogen! Gemeinsam essen wir zu Abend und lenzen zu fünft 3 Flaschen Wein. Katrin fragt am nächsten Morgen, welche Fallen am Mast geschlagen haben, aber – ich gebe es zu – ich habe gestern Abend nix mehr gehört…

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Bad in der Kürbissuppe

Azoren, die grünen Inseln

Azoren, die grünen Inseln

Am Freitag führte uns unser Weg erstmal zum W4, ob die Vorgängercrew uns noch für Botengänge oder Besorgungen brauchen würden. Aber an Bord war man noch mit Frühstück und Körperpflege beschäftigt. Als nächstes suchten wir das große Einkaufszentrum „Atlantico“ mit Baumarkt und Supermarkt („Hipermercado“) auf, um uns über deren Angebot für die Proviantierung einen Überblick zu verschaffen. Dort genehmigten wir uns auch ein herzhaftes Frühstück.

Bad in der "Kürbissuppe"

Bad in der „Kürbissuppe“

Heute wollten wir den Nordosten der Insel erkunden, machten zunächst einen Stop bei den Teeplantagen von Gorreana und fuhren dann weiter zu den heißen Quellen von Furnas. Furnas liegt in der östlichsten Caldera auf Sao Miguel, ebenfalls mit einem See in der Mitte, dem Lagoa das Furnas. Hier gibt es mehrere heiße Quellen, nach Schwefel stinkenden Fumarolen, und im Park „Terra Nostra“ einen großen Teich voller 37 Grad C warmer „Kürbissuppe“, in dem man baden kann. Nach dem gestrigen erfrischenden Bad im Atlantik wollten wir heute mal ausgiebig Warmbaden. Aber auch der Park selbst, mit seiner verblüffenden Vielfalt an Pflanzen hatte es uns angetan. Luzy freute sich am meisten über die Farnbäume, Hannes über die Allee aus Ginkobäumen, und ich über einen Abschnitt des Parks, der wir eine Caldera mit steilen Kraterwänden (hohen Hecken) und kleinen Vulkankegeln (entsprechend gestutzte Büsche) angelegt war.

Historisches Walfangboot

Historisches Walfangboot

Auf dem Rückweg machten wir einen Abstecher nach Vila Franca da Campo, einem kleinen Hafen östlich von Ponta Delgada, zu dem Luzy eventuell am Montag/Dienstag hinübersegeln wollte. Sozusagen zum „warmwerden“, den wir konnten noch nicht los zu weiteren Inseln, weil am Mittwoch noch unser Mitsegler Robin auf Sao Miguel eintreffen würde. Abends gingen wir mit unserem vierten Mitsegler Onno, der heute eingetroffen war, im Restaurant „Alianca“ essen. Danach trafen wir uns mit unserer Vorgängercrew nach deren „Captains Dinner“ am Hafen.

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König der sieben Städte

Der Lagoa Azul und der Lagoa Verde

Der Lagoa Azul und der Lagoa Verde

Am nächsten Morgen wecken uns die Sonne und Böller zum Himmelfahrtstag (?). Ein neuer dicker Kreuzfahrer versperrt uns den Blick zum Meer. Wir frühstücken in einem der kleinen Cafés im Einkaufszentrum, dann erkunden wir mit unserem Leihwagen den Nordwesten von Sao Miguel. Zunächst fahren wir hoch in die Berge in Richtung Sete Cidades in die Caldera mit den beiden Seen Lagoa Azul und Lagoa Verde. Immer wieder bieten sich fantastische Aussichtsmöglichkeiten auf dem Weg nach oben, bis wir uns in den Wolken befinden und die Fahrt im Nebel fortsetzen.

Natürliche Pools an der Küste

Natürliche Pools an der Küste

Der Sage nach hatte der König der sieben Städte (Sete Cidades) eine Tochter, die vermählt werden sollte, aber die Tochter war in einen Hirten verliebt. Bei ihrem letzten Treffen weinten beide so sehr, dass ihre Tränen die beiden Seen füllten, die blauen Augen der Prinzessin den Lagoa Azul, und die grünen Augen des Hirten den Lagoa Verde. In Mosteiros sehen wir uns die Badestellen an der Vulkanküste an, befinden aber die Brandung zu ungestüm und die Steine und die Klippen zu spitz, als das wir dort schwimmen gehen wollen. Am Ponta Escalvado halten wir Ausschau nach Walen und „Walrössern“ (ohne Erfolg), und am Ponta da Farreira gehen wir in einer Bucht baden, die von heißen Quellen gespeist und bei Niedrigwasser richtig warm sein sollen. Wir haben jedoch Hochwasser und die Atlantikdünung sorgt für reichlich neues, frisches Wasser in dem „Thermal“-Bad.

Park in Ribeira Grande

Park in Ribeira Grande

Über den Visto do Rei, den Aussichtspunkt des Königs auf die beiden Seen Lagoa Azul und Lagoa Verde fahren wir durch die Caldera zurück und fahren weiter nach Ribeira Grande, die Stadt am größten Fluss der Insel. Nach einer Likörprobe und einer Pause vor einer der Kirchen essen wir zum Abendessen leckeren Fisch im Restaurant am Freibad. Thunfisch und Makrele, mit reichlich Knoblauch und Yams und Süßkartoffeln. Nun müssen wir uns aber auch beeilen, denn nach den Hochrechnungen unseres „Shore Teams“ soll das W4 gegen 23 Uhr in Ponta Delgada einlaufen. Wir bringen das Auto in die Garage und sehen vom Balkon aus die rote Positionslaterne einer gerade eingelaufenen Yacht: sie sind da!

Kirche in Ribeira Grande

Kirche in Ribeira Grande

Bei Rotwein und Bier, Käsewürfeln, Chips und Cräckern begrüßen wir die Crew um Ulf, die, noch immer im Ölzeug, müde und abgekämpft (wegen des ständigen Gegenwindes), aber auch stolz und glücklich (sie haben es trotzdem pünktlich geschafft) vor uns steht. Das Erlebte sprudelt aus ihnen heraus und wir bekommen eine Idee, was in den nächsten Tagen an Arbeiten an Bord ansteht.

Gute Nacht Walross!

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Es geht los…

Anflug auf Ponta Delgada

Anflug auf Ponta Delgada

Viertel vor sechs weckt Luzy uns. Wir, das sind Hannes und ich. Wir sind gestern mit der Bahn zu Luzy (unserer Skipperin) nach Düsseldorf gefahren und haben dort übernachtet. Hajo (Luzys Mann) hat den Rechner schon hochgefahren. Das WALROSS4 ist nun wieder auf dem AIS-Tracker zu sehen und im Moment haben sie noch etwa 30 sm bei NE-lichem Wind bis Horta.

Ein Taxi bringt Luzy, Hannes und mich zum Flughafen. Das Flugzeug nach Ponta Delgada ist nicht ganz besetzt, wir haben jeder einen Fensterplatz auf der Steuerbordseite. So soll man einen schönen Blick auf Sao Miguel beim Anflug auf die Azoren haben. Die größte Azoreninsel versteckt sich jedoch unter einer dichten Wolkendecke als wir kommen, aber kurz vor der Landung können wir einen Blick auf den Hafen und die Marina erhaschen.

Willkommen auf den Azoren

Willkommen auf den Azoren

Bis wir das W4 übernehmen wohnen wir in einem Appartement direkt an der Marina. Zwei mittelgroße Kreuzfahrer von der Holland America Line (HAL) und von Celebrity Cruises liegen im Hafen. Nachmittags machen wir einen Rundgang durch die Stadt, stärken uns mit leckeren Kaffee und Kuchen, flüchten vor dem kräftigen Regen in ein Museum mit zeitgenössischen Gemälden und suchen das Hotel, in dem die Frau von Ulf (W4 Skipper der Atlantik Etappe) mit iher Schwester wohnt und ebenfalls auf die Ankunft des W4 wartet.

Auf dem W4 hat man sich inzwischen entschieden, nicht mehr Horta anzulaufen, sondern gleich weiter bis Ponta Delgada zu segeln. Unsere „Home Base“ versogt uns abends mit diesen neuesten Informationen, aber wir können den Kurs des W4 inzwischen auch auf MarineTraffic an Hand des AIS Signals verfolgen.

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Erstes Segelwochenende im Mai

In der Innenförde vor Mönckeberg

In der Innenförde vor Mönckeberg

Am Wochenende 4./5. Mai war ich mit Achim und Katrin verabredet. Am Samstag waren wir gemeinsam mit Heiners ENTE auf der Innenförde unterwegs. Ein traumhafter Segeltag, sonniges Wetter, glitzerndes Wasser, schöne 4-5 Bft., mit vielen Gelegenheit zu wunderschönen Photos vom jeweils anderen Boot aus. Nachdem wir bis zum Schwedenkai in die Förde hineingekreuzt waren, segelten wir noch einmal um den Leuchtturm und zurück nach Strande.

Am Sonntag waren wir zu viert auf der ENTE unterwegs, das war etwas kommunikativer als am Samstag nur zu zweit auf jedem Boot. Wir sahen Heiners Kindern beim Start der J/80 in der Strander Bucht zu, segelten dann zu den Big Boats der MAIOR Regatten auf dem Stollergrund und begleiteten Achims Bruder mit der ILE DE GROIX (Vindö 40) ein Stück auf dem Weg von der Schlei nach Schilksee.

Tolles Wochenende mit dem ersten Sonnenbrand der Saison 🙂

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