Visby

Heute war wieder etwas Ausschlafen angesagt. Wir wollten einen Hafentag in der Partystadt des Nordens machen und uns für den Tag Fahrräder leihen, um die Gegend um Visby zu erkunden und einen Blick auf Pippis Villa Kunterbunt zu erhaschen. Papa holt Brötchen und guckt schon mal ob wir eventuell ein Tandem leihen können, aber die sind alle schon reserviert. Also wird erst einmal gefrühstückt und ich geh dann auch noch duschen. Danach allgemeines Einglibbern und ab gehts zum Fahrradverleih.

Villa Villekulla 😀

Die beiden Tandems sind immer noch reserviert, also nehmen wir zwei normale Fahrräder mit drei Gängen. Mit sieben Gängen gibt’s nicht mehr. Papas Fahrrad bekommt außerdem einen Korb wo wir unseren Fressalienbeutel reinpacken können. Als erstes geht’s einmal nach Süden aus Visby raus und dann zur Villa Kunterbunt. Die ist inzwischen ein in den örtlichen Vergnügungspark eingegliederter und eingebauter Teil. Besichtigen kann man sie also nur, wenn man eine Eintrittskarte für den gesamten Vergnügungspark für umgerechnet ca. 35 Euro kauft. Das ist uns doch etwas zu teuer, sodass wir, frech wie wir  sind, ein Foto über den Zaun vom dazugehörigen Campingplatz hinüber ergattern. Danach kaufen wir im Shop noch ein paar Postkarten und für jeden ein Eis.

Rundblick Aussichtspunkt Högklint

Nach dieser kleinen Pause geht es weiter zum Aussichtspunkt Högklint, wo Papa früher schon mal war. Der Ausblick ist fantastisch bei diesem guten Wetter. Man kann ohne Gefahr zu laufen recht dich an die Kante der Steilküste herangehen. Von hier hat man einen sehr guten Blick auf Visby. Wir sehen viele kleine Segelboote die in den Hafen strömen. Vor Visby liegt ein ziemlich großes Kreuzfahrtschiff.  Auf den Felsen essen wir ein paar Möhrchen und unsere Äpfel auf. Kaum haben wir uns gesetzt kommt eine Gruppe spanischer Touristen, die wohl mit dem Kreuzfahrer unterwegs sind.

Total super Ausblick!!

Nachdem wir uns ausreichend gestärkt haben geht es weiter. Wir wollen erst mal weiter Richtung Süden. Vielleicht schaffen wir es bis Tofta. Wir fahren durch Wald und Wiesen und über recht steinige Wege, doch ich bin erstaunt wie leicht einem das Radfahren hier fällt. „Hast du immer so ein Tempo drauf?“, keucht Papa, „ganz anders als Mama…“ Bergauf, bergab, wir haben wohl Rückenwind, denn wir sind wirklich recht schnell unterwegs. Irgendwann fällt Papa ohnmächtig vom Fahrrad. Er will umdrehen und nach Hause fahren. Ich kann nicht mehr, meint er. „Außerdem geht’s dann bergauf und wir haben Gegenwind, dann bist du nicht so schnell.“ Stimmt, aber immer noch schneller als Papa. Kurz darauf vernichten wir den restlichen Ballast in unserem Säckchen, damit Papa nicht so schwer zu schleppen hat.

In Visby gehen wir dann noch einmal einkaufen, bevor wir zum Boot zurückfahren. Wir haben es sogar geschafft den gesamten Einkauf mit zu kriegen! Mehr hätte es aber wirklich nicht sein dürfen. Dann machen wir uns schon mal ans Abendbrot. Die restlichen Kartoffeln mit Lachs und Bohnen und mit Käse überbacken in unserem tollen neuen Ofen. Im Hintergrund werden wir mit Musik aus dem Beachclub beschallt – es ist an jeden Komfort gedacht.

Mhhh die Elche sehen aber ein bisschen aus wie Kühe… o.O

Wir haben heute außerdem unsere ersten Elche gesehen. Allerdings sind wir der Meinung, die Elche wären noch in der Ausbildung, denn irgenwie sehen sie noch ein bisschen aus wie Kühe…

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Die drei ???

Gib mir mal die Kamera!

Heute holten wir unsere Sardine schon um halb 10 Uhr aus der Dose. Über Nacht hatte es deutlich abgeflaut und wir lagen nun sehr viel ruhiger im Hafen. Das erste mal auf dieser Reise holten wir die große Genua aus dem Vorschiff. Enja: „Die Genua freut sich bestimmt, dass sie auch mal segeln darf :-)“, „Die Genua ist noch ganz verkrumpelt, die muss sich erst mal aushängen – vielleicht kann ich dich mit deinem Rücken noch dazuhängen, der kann sich dann auch mal aushängen :-p“. Platt vor dem Laken ging es bei 1-2 Bft. in Richtung Ölands Nörra Udde (der Nordspitze Ölands). Zuerst noch mit vier Knoten („Papa, wir dümpeln! Wir waren schon mal 10 kn schneller!“), dann drei Knoten, dann zwei, dann war eine Stunde gar kein Wind mehr.

Dann kam langsam der angesagte Südwind durch. Gute Gelegenheit, die Selbststeueranlage mal auszuprobieren. 2-3 Windstärken, kaum Welle, die Anlage machte ihre Sache wirklich gut, nur gelegentich eine kleine Korrektur, sonst machte sie keinen Mucks, nachdem sie den optimalen Ruderwinkel für den Kurs gefunden hatte. Heute hatte wir frei, wir brauchten nicht zu steuern, statt dessen hörten wir uns ein paar von Enjas ??? (die Drei Fragezeichen) Hörbüchern an und ließen es uns gut gehen.

Die ASTOR läuft aus Visby aus

Nach ein paar Stunden kommt Gotland, und dann auch Visby in Sicht. Eine der großen Fähren läuft aus, später noch ein Kreuzfahrtschiff. Als wir näher kommen, sehen wir, dass es die ASTOR ist, mit der Enja vor drei Jahren mit Oma und Opa eine Kreuzfahrt nach Madeira und zu den Kanarischen Inseln gemacht hat. Ihre Schwester Mara ist in diesem Jahr auch mit Oma und Opa auch auf Krezfahrt, allerdings nach Island, Grönland und Spitzbergen. Die hat gerade eine SMS geschickt, dass sie 10m hohe Wellen gehabt haben und wegen zu viel Eis in Grönland wohl nicht an Land gehen werden.

Abends noch einen Rungang durch die Altstadt. Hier brummt das Leben. Die Straßen sind voll, alle Restaurants noch gut besucht, Life-Musik zu hören, Strassenkünstler sind zu sehen – das Hafenhandbuch hat Recht, wenn es schreibt, die Stadt käme erst morgens zur Ruhe und wäre eigentlich völlig untypisch für Gotland, sondern würde viel besser ins Mittelmeer passen.

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Wie die Sardinen…

Sonne mach mich braun!

Wie immer heißt es auch heute um 10 Uhr: „Leinen los“. Der Segeltag ist völlig unspektakulär: SSW 4-5, die Genua III ausgebaumt (mangels Spi) düsen wir an der Küste Ölands hoch. Wir wollen nach Byxelkrok ganz im Norden von Öland. Die Hafeneinfahrt öffnet sich nach Süden, ob es bei der Windrichtung im Hafen unruhig ist? Steht jedenfalls nichts davon im Handbuch.

Schon von weitem sehen wir viele Masten im Hafen. Ist wohl heute kaum jemand nach Süden ausgelaufen und alle sind schön im Hafen geblieben. Vor uns ist ein Schwede eingelaufen. Der hat gleich am Ende der Mole festgemacht und liegt noch voll im Seegang. Da wollen wir aber NICHT hin!

Vernünftiges Internet 😀

Weiter drinnen ist noch eine Heckboje frei, aber auch dort liegt man noch voll im Schwell der in den Hafen hereinlaufenden Wellen. Alternativen haben wir allerdings auch keine. Im völlig überfüllten Becken zwischen anderen Yachten und den Heckbojen drehen wir zwei Kringel, bis wir die Leinen und Fender klar haben, dann schieben wir unsere schmale Sardine zwischen die anderen dicken Dorsche. Der Hafenmeister hilft dabei, die anderen Boote auseinanderzuschieben und nimmt Enjas Vorleinen an. Mein Gott, schaukelt das hier noch!

Segel aufgeklart, Hafengeld bezahlt, den Rest Nudeln von gestern warm gemacht, unter Deck kehrt langsam Ruhe ein. Die Boote schaukeln allerdings immer noch so, als wären wir noch unterwegs. Mal sehen, wann es etwas abflaut. So wird es eine unruhige Nacht.

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Kalmar

Für heute hatten wir uns wieder einen Hafentag vorgenommen und wollten uns Kalmar ansehen. Aber erst einmal schliefen wir uns so richtig schön aus. Papa ging dann schon mal duschen und ich blieb noch etwas liegen. Dann gab es Frühstück, wobei das (zumindest bei Papa) eher zum Brunch wurde. Danach ging ich dann duschen und irgendwann um die Mittagszeit konnten wir uns endlich aufraffen, etwas zu unternehmen.

Das Schloß in Kalmar

Nach Sicht steuerten wir zunächst zielstrebig „Kalmar Slott“ an. Ein paar Minuten nachdem wir angekommen waren fing eine englischsprachige Führung durch das Schloss an, bei der wir einiges Interessantes erfuhren. Unser Schlossführer war in mittelalterlicher Kleidung gewandet, sodass man sich sofort in der Zeit zurückversetzt fühlte. Wir starteten mit einem Überblick über die Geschichte des Schlosses, wozu drei Verschiedene Modelle des Schlosses aufgebaut worden waren. Weiter ging es in einen Eckturm der Burg, in dem früher die politischen Feinde des Königs gefangen gehalten wurden, wobei die meisten von ihnen in diesen kalten Gemäuern erfroren. Eine Ratte, die aus einer Nische über die Köpfe der Besucher blickte, war ein nettes kleines Detail.

Weiter ging es in den Schlafraum der Königin. Dort hingen zwei sehr beeindruckende Wandteppiche. Außerdem war dieser Raum mit dem Reisebett des Königs möbliert. Dieser war ganz aus Dänemark gestohlen worden. Und damit des Nachts keine dänischen Seelen den König heimsuchen konnten, wurden den geschnitzten Gesichtern und Masken an diesem Bett die Nasen abgeschlagen, denn in den Nasen wohnen die Seelen.

Der prächtig gedeckte Speisesaal

Als nächstes besichtigten wir den Empfangsraum der Königin. Die Wände waren außerordentlich kunstvoll und aufwendig vertäfelt. Denn in jedem Abschnitt waren Bilder zu sehen, zum Teil dreidimensionale Körper, wobei jede kleine Fläche ein einzelnes handgearbeitetes Holzstück war. Zudem war der Raum so konstruiert, dass Türen für einen Ortsfremden nicht zu erkennen waren.

Von diesem Raum aus wurden wir zur „Grauen Halle“ geführt, in dessen Mitte ein prachtvoller Tisch, mit Speisen und ausgestopften Tieren dekoriert, stand. An diesen Raum grenzte das Schlafgemach des Königs, welches mit lauter geschnitzten und gemalten Jagdszenen dekoriert war. Durch eine unsichtbare Tür ging es zur Toilette des Königs, durch die er, im Falle eines Angriffs, auch aus dem Schloss fliehen konnte.

Der folgende Raum war sehr groß und an den Wänden hingen lauter Gemälde von Angehörigen der königlichen Familie. Außerdem stand eine Art Thron in diesem Saal. Dies war die sogenannte „Goldene Halle“. Weiter ging es in die „Grüne Halle“, die wegen ihrer grünen Decke und der vorrangig grünen Fresken so benannt worden war. Das Grün ist heutzutage jedoch eher als grau zu erkennen. Als letzten Raum lernten wir die Kirche im Schloss kennen.

Uwe auf der Schlossmauer

Nach dem Rundgang machen wir eine Mittagspause auf der Schlossmauer und genießen das gute Wetter. Nach unserem Schlossbesuch wollten wir eigentlich noch das direkt neben dem Schloss gelegene Kunstmuseum besichtigen, doch dieses hat montags geschlossen. Also gehen wir Richtung City und kaufen noch etwas ein. Dann gibt’s Lunch. Nudeln mit Sahne-Lachs-Soße für mich, Pesto Rosso mit Nudeln für Papa. Noch ein paar Postkarten kaufen und die alten in den Briefkasten werfen, dann sind unsere Pflichten für heute erledigt.

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Segelwetter vom Feinsten

Schären vor Karlskrona

Um fünf nach zehn Uhr heißt es wieder „Leinen los“. Karlskrona verlassen wir durch den Östra Fjärden, unter der neuen Brücke (Durchfahrtshöhe 18.3 m) durch den Möcklösund hindurch. Die erste Stunde segeln wir in T-Shirt und Badehose und Enja bittet: „Sonne, mach mich braun!“ Hinter der Brücke müssen wir hoch an den Wind und sogar ein kurzes Stück kreuzen, da ist es dann doch zu frisch zum Sonnen.

INSHALLAH VI überholt uns

Als wir die Schären verlassen, können wir links abbiegen in den Kalmarsund. Eigentlich hatten wir uns für heute Kristianopel oder Bergkvara als Ziel gesetzt, aber das Wetter ist heute so genial, wir laufen mit ausgebaumter Genua III über 7 Knoten (den kaputten Spinnaker vermissen wir kaum – und wenn er noch heil wäre, hätten wir ihn wohl heute zerlegt…), sodass wir beschließen doch gleich bis Kalmar durchzusegeln. Den ganzen Nachmittag segelt eine große XC 45 (X-Yacht, Cruising Version, 45 ft. lang) neben uns her, das amüsiert uns sehr. Eigentlich müssten die mit ihrer großen Kiste (3 m länger) deutlich schneller sein. Aber die haben wohl keinen Spinnakerbaum um das Vorsegel auszubaumen. Die Deutsche Regattayacht INSHALLAH VI dagegen zieht zügig im „Cruising Mode“ unter Gennacker an uns vorbei und wir können ein paar schöne Bilder machen.  Vielleicht können wir die Bilder ja irgendwann einmal austauschen.

Kurz vor Kalmar dreht der Wind auf West, da macht es dann auch nichts mehr, dass wir keinen Spinnaker mehr haben. In Kalmar sind noch viele Plätze frei, obwohl wir relativ spät dran sind. Glück, meint der Hafenmeister. Es sind heute Nachmittag nach viele Boote ausgelaufen, die den Westwind ausnutzen und nicht schon den ganzen Tag über bei dem SSW nach Süden kreuzen wollten. Zum Abendbrot gibt es endlich mal wieder eine Riesenportion Milchreis. Hinterher brauche ich heute aber noch ein Wurstbrot mit Senf.

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Karlskrona

Saltholmen

Für den Samstag hatten wir uns einen Hafentag vorgenommen und wollten uns Karlskrona ansehen. Nach einem frühen Gang zur Toilette schliefen Enja und ich beide noch einmal tief und fest ein und wachten erst um halb zehn Uhr wieder auf. Gääähn, war das mal schön!

Frühstücken, Wäsche wegfalten, Duschen, versuchen ins WLAN zu kommen (leider vergeblich) – es ist schon nach Mittag bis wir endlich zu unserer Tour durch Karlskrona aufbrechen. Das Stortorget mit dem Rathaus, der Fisketorget mit einer tollen Skulptur die uns begeisterte, die kleine Insel Saltholmen mit einer Familie Schwäne (oder Hunde-Möwen, wie wir sie spaßeshalber nennen – sie wackeln so mit dem Schwänzchen, wie Hunde es machen), der Stadtteil Björkholmen mit den vielen kleinen Holzhäuschen, die Kockums Werft bei der wir einen Blick auf die U-Boote und die Korvetten erhaschen können und die Admiralitätskirken vor der wir uns über die Skulptur „Nils Holgersson – aus dem Buch entsprungen“ freuen, die zur 100jährigen Herausgabe von Nils Holgersson entstanden ist.

Nils Holgersson – dem Buch entsprungen

Auf der Rasenfläche vor der Bastion Kungshall machen wir eine Mittagspause, dann geht es ins Marinemuseum. Von den Anfängen des Ingenieurmäßigen Schiffbaus durch Henrik af Chapman bis zum Kalten Krieg und dessen Ende in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts findet man hier sehr viele und interessante Informationen. Wir kaufen Postkarten und in der Cafeteria essen wir noch ein Eis – das beste Pistazieneis, was ich je gegessen habe.

Auf dem Rückweg zum Hafen kaufen wir im Supermarkt noch ein paar Lebensmittel ein, dann sind wir auch wieder froh „zu Hause“ zu sein. Enja räumt ihre Koje auf (ein paar Sachen aus dem Trockner waren noch feucht und die hatte sie zum Trocknen ausgebreitet), ich kümmere mich um das Abendessen (es gibt einen Kartoffel-Broccoli-Auflauf), Enja schreibt Postkarten und ich schreibe Tagebuch, solange das Essen im Ofen warm wird. Ein schöner sommerlicher Tag geht zu Ende, auch wenn gerade wieder „flüssiger Sonnenschein“ an Deck prasselt – nur ein Schauer. Zwischen den dicken grauen Wolken können wir noch einen tollen Blick auf den Sonnenuntergang werfen.

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Die ersten Schären

kleine Leuchttürmchen

Ich glaube es war so gerade eben sieben Uhr und ich kann nicht mehr schlafen. Man sollte trinken am Abend verbieten. Man muss nämlich seinen schön kuschelig warmen und gemütlichen Schlafsack verlassen, um auf Klo gehen zu können. Das ist äußerst unpraktisch. Wir frühstücken – es gibt Brötchen – und versuchen den Hafenmeister zu finden, denn wir haben noch kein Hafengeld bezahlt. Papa schreibt noch was für den Blog und vergisst dabei doch glatt das essen. Papa bist du krank??? So nach und nach leert sich der Hafen und irgendwann steht der Hafenmeister doch noch vor der Tür. Unsere Nachbarn, bei denen wir längsseits liegen, wollen in einer Viertelstunde los.

Das schaffen wir auch und sind um 10 Uhr unterwegs. Doch der Wind bleibt erst mal aus. Zwar ziehen wir das Großsegel hoch, doch nutzen können wir es nicht. Also eine Runde Kühlschrank kühlen. Oder auch noch eine zweite und vielleicht auch noch eine dritte. Irgendwann haben wir etwas mehr Wind und nicht mehr direkt von vorne. Also das Vorsegel auch hoch und den Motor aus.

von den Vögeln besetzt

Wir wollen nach Karlskrona und segeln ein gutes Stück zunächst durch die Schären durch. Rechts, links, vorne und hinten Land oder kleine Inseln und Steine im Wasser. So kommt es einem zumindest vor. Wir müssen höllisch aufpassen wo wir sind. Damit wir die Orientierung nicht verlieren haken wir auf der Seekarte jede Tonne ab, an der wir vorbeigefahren sind. Auf manchen Inselchen steht ein kleines Haus mit einem Anleger davor, andere sind vollkommen der Natur überlassen und ein paradiesischer Aufenthaltsort für Meeresvögel aller Art.

Über meiner Heimat Frühling, seh‘ ich Schwäne nordwärts ziehen,
Ach mein Herz möcht‘ sich auf grauen Eismeerwogen wiegen.
 
Schwan im Singsang deiner Lieder grüß die grünen Birkenhaine,
Alle Rosen gäb ich gerne gegen Nordlands Steine.
 
Grüße Schweden weißer Vogel, setz‘ an meiner Stadt die Füße
Auf den kalten Fels der Ostsee, sag ihr meine Grüße.
 
Grüß‘ das Eismeer, grüß‘ das Nordkap, sing den Schären zu, den Fjorden,
Wie ein Schwan sei meine Seele auf dem Weg nach Norden.
 

Mir kommt ein Lied in den Kopf. Wie passend, denke ich. Ich fühle mich wie einer der Schwäne, der die Grüße des Unbekannten übermittelt.

„Sommer“ 2012

Als wir die Schären wieder verlassen scheint bei uns die Sonne. Das ist sehr entspannend und irgendwann döse ich ein. Dafür regnet es dort, wo wir vor einer Stunde in den Schären waren. Und auch über Karlskrona scheint ein recht heftiger Schauer niederzugehen, sodass wir uns lieber nicht beeilen und abwarten, bis die dunklen Wolken weitergezogen sind.

Im Hafen ist schon fast alles voll, bis auf die privaten Stege. Dort legen wir uns auf einen Platz, werden aber beim Bezahlen vom Hafenmeister sofort auf einen anderen Platz delegiert, denn über die privaten Liegeplätze darf der Hafenmeister nicht verfügen. Also noch einmal Motor an und umlegen. Immerhin sind ganz in den Hafen rein noch einige Plätze übrig, wo niemand sonst mehr einen Blick hingeworfen hat, weil der Hafeneingang schon so voll war.

Zum Abendbrot gibt’s Kartoffeln, zwei Dosen toten Fisch, eine riesige Portion Tomaten-Paprika-Salat mit Zwiebeln und Mozzarella und eine Waschmaschine voller Wäsche.

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Ritsch-Ratsch – Segel ab :-(

Nachdem wir gestern noch so lange unseren Blog auf Stand gebracht hatten mussten wir heute Morgen noch eine Reihe andere Dinge erledigen: Duschen, Geld tauschen, Briefmarken besorgen, Postkarten schreiben. Da es zwischendurch immer wieder schauerte, hatten wir es auch nicht eilig. Erst um 11:30 Uhr liefen wir aus mit Kurs auf die Hanö Bucht, platt vor dem Laken. Statt eines weißen Vorsegels setzten wir gleich den Spinacker. Wie wir es uns gestern gewünscht hatten: Segeln ohne Reff und mal gemütlich dahinschippern mit 5 Knoten. Aber wir waren wohl zu unpräzise mit unseren Wünschen gewesen, die Abstände zwischen den Schauern wurden immer kurzer und die Regenperioden immer länger.

Unser armer alter Spinacker 🙁

In einer Halse reißt bei 2-3 Windstärken der Spinacker aus den Lieken – na toll. Was hat der alte Spi die letzten Jahre noch alles mitgemacht, zuletzt in diesem Jahr bei 5 Windstärken von Marstal nach Schleimünde – und nun so ein Ende??? Nur mit einem weißen Vorsegel geht es natürlich noch langsamer, es ist kalt und nass und wir haben keine rechte Lust mehr. Zum Abendessen wärmen wir den Rest Spaghetti von gestern auf, danach geht es uns schon wieder etwas besser.

Um 19 Uhr sind wir endlich in Hanö fest und starten eine Trocknungsorgie. Kuchenbude aufgebaut, Ölzeug und Spinacker zum trocknen ausbreiten, den Heizlüfter an um unter Deck für ein angenehmeres Klima zu schaffen. Schräg vor uns liegt mein Studienfreund Klaus Köster mit seiner MILES AND MORE und lädt uns zu einem Einlauf-Sherry ein. Er und seine Frau sind auf dem Rückweg von Kalmar und beklagen auch etwas den fehlenden Sommer in diesem Jahr.

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Schweden in Sicht

Gestern Abend hatten wir noch überlegt, ob wir unsere Reise über Christiansö und von dort Richtung Utklippan fortsetzen sollten, oder ob wir auf Grund der Wetterlage lieber kleine Brötchen backen und über Simrishamn und in kürzeren Tagesetappen entlang der Hanö Bucht weitersegeln wollen.

Für heute war WNW 5, in Böen 6, später rückdrehend angesagt. Viertel nach 10 Uhr waren die Leinen los und im Vorhafen setzten wir die Genua III und das Großsegel mit dem 1. Reff, dann verließen wir mit Motorunterstützung den Hafen von Rönne. Ein kurzer Schlag in Richtung See, dann  Wende und Kurs auf Simrishamn. Bis wir etwas Abstand von der Küste gewonnen hatten segelten wir noch hoch am Wind, danach konnten wir einen leichten Schrick in die Schoten geben. Einige Male wurden wir im hohen Seegang heftig geduscht, aber die Sonne trocknete alles wieder schnell.

Im Laufe des Vormittags drehte der Wind schon zurück, so dass wir die Segel immer weiter etwas aufmachen  konnten. Bald hatten wir das Verkehrstrennungsgebiet erreicht und mussten auf den von achtern kommenden Berufsverkehr achten. Zwei Massengutschiffe und eine RoRo-Frachtfähre zogen an uns vorbei. Von vorne kam uns dann bald darauf eine der Fähren von Finnlines auf dem Weg nach Travemünde  entgegen. Insgesamt war aber nicht sehr viel Verkehr hier. Die Schwedische Küste kam schnell näher und nach fast genau vier Stunden nahmen wir vor Simrishamn wieder die Segel weg.

Fast hätten wir uns auf ein hochinteressantes Einlaufmanöver unter Segeln vorbereiten müssen, denn zuerst wollte der Motor nicht anspringen. Das hatten wir vor ein paar Tagen schon einmal gehabt. Anscheinend ein Wackelkontakt am Motorpanel im Cockpit. Mal sehen, wie das weitergeht.

Heute hoffen wir mal wieder etwas in unserem Blog posten zu können, denn wir haben kostenloses W-LAN hier im Hafen. Allerdings ist die Verbindung schlecht, sodass wir uns nachher wohl vor das Clubheim setzen müssen um eine Internet Verbindung herstellen zu können.

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Bornholm Rund

Papa ganz flauschig 🙂

Bla bla bla – so Papas Anfang für den heutigen Tag? Ich fange einfach noch einmal neu an. Also erst mal konnten wir so lange schlafen, wie wir wollten, bzw. bis wir den Toilettengang nicht weiter hinauszögern konnten. Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns dann auf den Weg zum Autoverleiher und um halb zwölf kann es dann los gehen.

Erst einmal fuhren wir Richtung Hasle immer an der Küste entlang. Durch die Bäume hindurch und über die Felder hinweg konnten wir immer wieder beeindruckende Blicke zum Meer und sogar bis Schweden erhaschen. Unser erstes richtiges Ziel war Hammerhus. Dort besichtigten wir die alten Burgruinen, von denen man ebenfalls eine unvergleichliche Aussicht hatte. Sowohl Schweden, als auch Christiansö konnten wir von dort sehen. Nachdem wir genügend Fotos geschossen hatten, ging es nach einem Klobesuch weiter nach Allinge. Direkt am Hafen aßen wir in einer Fischräucherei zu Mittag. Es gab geräuchertes Makrelen-Filet mit Kartoffelsalat. Bevor wir gestärkt unseren Weg fortsetzten, kauften wir noch etwas zu trinken.

Liebelle im Paradiesbackerne

So ausgerüstet fuhren wir weiter bis Svaneke, wo wir den kleinen Hafen besichtigten, der sich nicht viel, außer in der Größe vielleicht, von dem in Allinge unterschied.  Von Svaneke aus brauchten wir dann nur noch ein paar Minuten zum Naturschutzgebiet „Paradiesbackerne“. Dort machten wir einen kleinen Spaziergang und wurden von Libellen und Schmetterlingen begleitet. Von dort aus schlängeln wir uns durch idyllische Landschaft nach Dueodde. Mit unserem ersten dänischen Eis auf der Hand geht’s zum Strand. Am Wegesrand steht seltener Sonnentau und in einer mit Wasser gefüllten Senke am Strand tummeln sich viele Schwäne. Ordentlich durchgepustet machen wir uns wieder auf den Weg nach Rønne.

Bevor wir zum Hafen zurückfahren machen wir noch einen kleinen Einkauf bei Netto (ich bekomme endlich!! meine gewünschten und sehnlichst vermissten Ohrstäbchen). Papa bringt nach dem Abendbrot das Auto weg, ich wasche ab und räume noch etwas auf. Dann gehen wir nach ein paar Seiten lesen erschöpft schlafen.

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